Genitaltrakt / Brust

Diagnose des Harnwegsinfektes
Ohne U-Stix und Urinkultur?

Urinstreifentests und eine bakteriologische Untersuchung des Mittelstrahlurins gelten als der Goldstandard bei der Diagnose von Harnwegsinfekten (HWI). Aber es gab auch schon immer Bedenken ob der Verlässlichkeit dieser Methoden. Deshalb präferieren viele Autoren bei Verdacht auf HWI eine mikroskopische Untersuchung des Urins mit Zählung der Leukozyten (Pyurie-Nachweis). Ob vielleicht aber auch eine etwas umfangreichere Anamnese ausreicht, um Patientinnen mit HWI zu identifizieren, prüften nun britische Nephrologen mit einem aus 39 Fragen bestehendem HWI-Anamnesebogen.

Quelle: Khasriya R et al.: Lower urinary tract symptoms that predict microscopic pyuria. Int Urogynecol J 2017; doi: 10.1007/s00192-017-3472-7

Chronische Beckenschmerzen
Kann Gabapentin helfen?

Chronische Beckenschmerzen sind ein häufiges Problem von Frauen. Die Ursache bleibt oft unklar; eine kurative Therapie ist dann nicht möglich. Man kann aber die Lebensqualität trotz Schmerzen bessern. Eine Option sind Neuromodulatoren.

Quelle: Horne AW et al.: Is gabapentin effective for women with unexplained chronic pelvic pain? BMJ 2017; 358:
j3520;
Duffy JMN: How should we manage women with unexplained chronic pelvic pain in light of uncertainty about the effectiveness of gabapentin? BMJ 2017; 358:j3624

Endometriose
Stillen wirkt präventiv

Kann der Entstehung einer Endometriose durch Stillen vorgebeugt werden? Dieser Frage sind Wissenschaftler aus Boston nachgegangen. Ihre Hypothese: Langes Stillen schützt durch die Induktion einer Amenorrhoe sowie durch eine Veränderung des hormonellen Milieus vor dieser Erkrankung.

Quelle: Farland LV et al.: History of breast feeding and risk of incident endometriosis: prospective cohort study. BMJ 2017; 358: j3778. doi: 10.1136/bmj.j3778.

Indikation zur Endometriumbiopsie
BMI wichtiger als Alter

Frauen mit abnormalen uterinen Blutungen (AUB) und erhöhtem Risikoprofil sollten gemäß Leitlinien einer Endometriumbiopsie unterzogen werden, um endometriale Hyperplasien oder Karzinome ausschließen zu können. Die Entscheidung für die Untersuchung wird dabei hauptsächlich vom Alter der Patientin abhängig gemacht. Wesentlich ausschlaggebender ist einer Studie zufolge aber der BMI.

Quelle: Wise MR et al.: Body mass index trumps age in decision for endometrial biopsy: cohort study of symptomatic premenopausal women. Am J Obstet Gynecol 2016; 215: 598.e1-8

Zystitis & Co.
Harnwegsinfekte nicht unterschätzen

Infektionen des unteren Harntrakts sind die häufigste nicht-gynäkologische Indikation für einen Arztbesuch in der Schwangerschaft. Britische Mediziner fassten die Empfehlungen für die Primärversorgung zusammen.

Quelle: Johnston CL et al.: A likely urinary tract infection in a pregnant woman. BMJ 2017; 357: j1777 doi: 10.1136/bmj.j1777

Stressinkontinenz
Nadeln gegen Harnverlust?

Die Belege dafür, dass Elektroakupunktur den Urinverlust bei Stressinkontinenz verringert, sind bislang eher dünn. Mehr Evidenz brachte eine randomisierte, plazebokontrollierte Studie aus China.

Quelle: Liu Z et al.: Effect of electroacupuncture on urinary leakage among ... JAMA 2017; 317: 2493-501

Serie „Mammakarzinom" – Teil 2
Konzepte bei metastasiertem Brustkrebs

Wenn ein Mammakarzinom in das Stadium der Dissemination gekommen ist, kann man beim heutigen Stand der Therapie nicht mehr mit Heilung rechnen. Nach Daten aus dem Jahr 1996 machen langfristig überlebende Patientinnen weniger als 5% der Fälle aus. Ob die heutigen Behandlungskonzepte diese Rate erhöhen können, ist noch nicht geklärt. Der zweite Teil dieser Serie skizziert den Status quo dieser Problematik.

Quelle: Harbeck N et al.: Breast cancer. Lancet 2017; 389: 1134-50

Hysterektomie mit oder ohne Oophorektomie?
Es gilt, Vor- und Nachteile abzuwägen

Es gibt gute Argumente, bei einer Hysterektomie die Ovarien zu entfernen. Dieses Vorgehen birgt aber auch gesundheitliche Risiken. Man sollte die Patientin über Vor- und Nachteile informieren und ihr die Wahl über das Vorgehen lassen.

Quelle: Mytton J et al.: Removal of all ovarian tissue versus conserving ovarian tissue ... BMJ 2017; 356: j372

Minimal-invasive Myomtherapie
Embolisation versus Ultraschallablation

Viele Frauen im fertilen Alter leiden unter Leiomyomen des Uterus. Wissenschaftler haben zwei minimal invasive Therapieverfahren – die Uterusarterienembolisation (UAE) und die Ablation mittels Magnetresonanztomographie-gestütztem fokussiertem Ultraschall (MRgFUS) – miteinander verglichen.

Quelle: Barnard EP et al.: Periprocedural outcomes ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 500.e1-500.e11

Vaginale Meshes
Kein Risiko für Autoimmunerkrankungen

Bei vielen urogynäkologischen Eingriffen kommen nicht resorbierbare Polypropylene- Meshes zum Einsatz. Wissenschaftler haben untersucht, ob nach der Einlage dieses Materials gehäuft Autoimmunerkrankungen auftreten.

Quelle: Chughtai B et al.: Is vaginal mesh a stimulus of ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 495.e1-7

HPV-Vakzine
Kolposkopie bei „Nachholgeimpften"

Inwiefern beeinflusst die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) das kolposkopische Erscheinungsbild der Zervix? Und wie wirkt sich die Impfung auf die Prävalenz der verschiedenen HPV-Genotypen aus? Diesen Fragen sind britische Wissenschaftler nun nachgegangen.

Quelle: Munro A et al.: The impact of human papillomavirus type on colposcopy performance in women offered HPV immunisation in a catch-up vaccine programme: a two-centre observational study. BJOG 2017; 124: 1394-14

Zervixkarzinom
HPV-Nachweis im Urin statt im Abstrich

Die Treffsicherheit eines einzelnen zytologischen Abstrichs für hochgradige intraepitheliale Neoplasien (CIN2+) ist variabel. Immer öfter wird zusätzlich auf Hochrisiko- HPV-Typen (hrHPV) getestet. Das ist auch mit einer Urinprobe möglich.

Quelle: Leeman A et al.: HPV testing in first-void urine provides sensitivity for CIN2+ detection comparable with a smear taken by a clinician or a brush-based self-sample: cross-sectional ... BJOG 2017; 124: 1356-63

Prognostischer Marker bei Zervixkarzinom
Weniger Leukozyten – häufiger Rezidive

Italienische Forscher gingen der Frage nach, inwieweit eine Immunsuppression durch die neoadjuvante Chemotherapie die Prognose nach einem Zervixkarzinom beeinflusst.

Quelle: Bogani G et al.: Chemotherapy-related leukopenia ... Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2017; 208: 41-5

Mammakarzinom
Kältekappe verringert Haarausfall

In vielen Ländern wird die Kopfhautkühlung bereits zur Prävention der Chemotherapie- induzierten Alopezie eingesetzt. Haarausfall stellt für Patientinnen mit die gefürchtetste Nebenwirkung einer Chemotherapie dar. Randomisierte klinische Studien zu ihrer Wirksamkeit fehlten aber bislang.

Quelle: Nangia J et al.: Effect of a scalp cooling device on alopecia in women undergoing chemotherapy for breast cancer: The SCALP randomized clinical trial. JAMA 2017; 317: 596-605

Endometriumkarzinom
Vorerkrankungen bestimmen Mortalität

Patientinnen mit Endometriumkarzinom weisen häufig eine Komorbidität (z. B. Diabetes oder Adipositas) auf. Wie sich diese auf die Prognose auswirkt, untersuchte eine US-amerikanische Arbeitsgruppe.

Quelle: Binder PS et al.: Adult Comorbidity Evaluation 27 score ... Am J Obstet Gynecol 2016; 215: 766.e1-9

Serie „Mammakarzinom" – Teil 1
Therapie des frühen Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste maligne Erkrankung bei Frauen. 2012 gab es fast 1,7 Mio. neue Mammakarzinom-Diagnosen weltweit. Die Mortalität ist in der EU in den vergangenen Jahren gesunken, was überwiegend der Früherkennung und der systemischen Therapien zuzuschreiben ist. Das frühe Mammakarzinom gilt heute als potenziell heilbar. Entscheidend für die Prognose und das therapeutische Vorgehen ist der molekulare Subtyp des maligne transformierten Brustgewebes. Teil 2 der Serie in der kommenden Gyn-Depesche behandelt das metastasierte Mammakarzinom.

Quelle: Harbeck N, Gnant M: Breast cancer. Lancet 2017; 389: 1134-50

Myomentfernung
Morcellation bei Jüngeren kein Risiko

Bei der laparoskopischen Hysterektomie besteht theoretisch die Gefahr, dass durch die Gewebezerkleinerung bei einem übersehenen Uterussarkom Krebszellen in den Bauchraum gelangen. Dennoch scheint die minimal-invasive Methode sicherer als die abdominale – zumindest bei Myompatientinnen unter 50 Jahren.

Quelle: Siedhoff MT et al.: Laparoscopic hysterectomy with morcellation vs abdominal hysterectomy for presumed fibroids: an updated decision analysis following ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 259-63

Zervixneoplasien
Wann sind weitere Exzisionen nötig?

Bis zu 60% aller Adenocarcinomata in situ (AIS) werden erst im Rahmen einer therapeutisch intendierten Exzision zervikaler intraepithelialer Neoplasien (CIN) vom Grad 2/3 entdeckt. Welche Faktoren beeinflussen dann das Risiko für ein Rezidiv der CIN?

Quelle: Munro A et al.: Risk of persistent and recurrent cervical neoplasia following incidentally detected adenocarcinoma in situ. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 272.e1-7

Postmenopausale Hormontherapie
Die Brustkrebsmortalität sinkt

Inwiefern postmenopausale Frauen hinsichtlich der Brustkrebsmortalität von einer Hormonersatztherapie (HRT) profitieren, wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Finnische Wissenschaftler versuchten diese Frage populationsbasiert zu klären.

Mammakarzinom
US-Staging macht Sentinel-Check entbehrlich

Mit Hilfe der intraoperativen Sentinel-Lymphknoten-Biopsie kann vielen Frauen bei der Brustkrebs-OP eine axilläre Lymphknotenausräumung erspart bleiben. Möglicherweise gibt es aber auch dazu eine rationelle Alternative.

Quelle: Van Berckalaer C et al.: Preoperative ultrasound staging of the axilla makes ... Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2016; 206: 164-171

GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2017, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum