Gravidität

Präeklampsie und ASS
Empfehlung mit Effekt?

Im September 2014 sprach die US-Präventionsbehörde USPSTF eine Empfehlung für ASS zur Verhinderung der Präeklampsie für Schwangere mit erhöhtem Risiko aus. Nun wurde analysiert, ob diese Empfehlung tatsächlich etwas bewirkte. Ja, lautete das Ergebnis, welches man aber durchaus kritisch hinterfragen muss, denn die eigentlich spannende Aussage der Studie liest man eher zwischen den Zeilen.

Quelle: Tolcher MC et al.: Impact of USPSTF recommendations for ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 365.e1-8

Frühgeborenen-Retinopathie
Geringstes Risiko nach Blasensprung

Über die pränatalen Risikofaktoren einer Frühgeborenen-Retinopathie ist wenig bekannt. US-Wissenschaftler haben retrospektiv untersucht, in wiefern verschiedene Ursachen der Frühgeburtlichkeit die Erkrankungswahrscheinlichkeit beeinflussen.

Quelle: Lynch AM et al.: The relationship of the subtypes ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 354.e1-354.e8

Hämatoperitoneum
Bei rascher Intervention gute Prognose

Ein spontanes Hämatoperitoneum in der Schwangerschaft ist ein sehr seltenes, aber potenziell lebensbedrohliches Ereignis. Endometriose gilt als ein wichtiger Risikofaktor. Niederländische Wissenschaftler sammelten die Fälle der letzten Jahre.

Quelle: Lier MC et al.: Spontaneous haemoperitoneum in pregnancy and endometriosis: a case series. BJOG 2017; 124: 306-12

Besondere Situationen während der Gravidität und danach
Diagnose und Therapie der tiefen Beinvenenthrombose in der Schwangerschaft

Das als „venöse Thromboembolie“ bezeichnete Krankheitsbild besteht aus der tiefen Beinvenenthrombose (DVT) und der Lungenembolie (LE). Es kommt bei Schwangeren etwa viermal häufiger vor als bei nicht-schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter. Insgesamt kommt eine DVT bei Schwangeren aber deutlich häufiger vor als die LE, weshalb die DVT im Folgenden den Schwerpunkt bilden soll. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass die LE die schwerwiegendste Komplikation einer DVT in der Schwangerschaft darstellt und eine führende maternale Todesursache ist.

Quelle: Khan F et al.: Diagnosis and management of deep vein thrombosis in pregnancy. BMJ 2017; 357: j2344

Drohende Frühgeburt bei extremen Frühchen
Steroidprophylaxe ist von Nutzen

Ob auch sehr frühe Frühgeburten von der pränatalen Administration von Kortikosteoriden profitieren und welche Rolle dabei das Zeitfenster bis zur Geburt spielt, war bislang unklar. Eine Kohortenstudie lieferte nun neue Informationen.

Quelle: Norberg H et al.: Timing of antenatal corticosteroid administration and survival in extremely preterm infants: a national population-based cohort study. BJOG 2017; 124: 1567-74

Schwangerschaft mit mechanischer Herzklappe
Vitamin-K-Antagonist oder Heparin?

Auch Frauen mit mechanischem Herzklappenersatz können schwanger werden. Sie müssen aber antikoaguliert werden, was besondere Risiken für Mutter und Kind birgt.

Quelle: Vause S et al.: Pregnancy outcomes in women with mechanical ... BJOG 2017; 124: 1411-9

Screening und Therapie
Syphilis wieder auf dem Vormarsch

Die Inzidenz der Syphilis ist in den USA und Westeuropa in den letzten Jahren wieder erheblich gestiegen. Grund genug für drei texanische Wissenschaftlerinnen, die aktuellen Empfehlungen zum maternalen Screening und zur Therapie zusammenzufassen.

Quelle: Rac MW et al.: Syphilis during pregnancy: a preventable threat to maternal-fetal health. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 352-63

Präeklampsie
Kognitive Beeinträchtigung messbar

Hypertonie gilt als Risikofaktor für zerebrovaskuläre Erkrankungen und kognitive Beeinträchtigungen. Ob sich auch eine Präeklampsie negativ auf das geistige Leistungsvermögen im höheren Lebensalter auswirkt, untersuchten Wissenschaftler jetzt.

Quelle: Fields JA et al.: Preeclampsia and cognitive ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 74.e1-11

Plasma-Proteom im Wandel der Schwangerschaft
Deutliche Variabilität der Proteinspiegel

US-amerikanische Forscher untersuchten die Konzentrationsveränderungen von über 1000 Plasmaproteinen im Verlauf einer normalen Schwangerschaft.

Quelle: Romero R et al.: The maternal plasma proteome changes as a function of gestational age in normal pregnancy ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 67.e1- 21

Maternales Fieber ≠ neonatale Sepsis
Summa summarum: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen

Soll man Neugeborene nach intrapartalem Fieber der Mutter prophylaktisch mit Antibiotika behandeln? Eher nicht, sagt eine US-amerikanische Kohortenstudie.

Quelle: Towers CV et al.: Incidence of fever in labor and risk of neonatal sepsis. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 596.e1-5

Schwangerschaftsintervall
Mit Konzeption lieber ein Jahr warten

Schnell aufeinanderfolgende Schwangerschaften erhöhen nicht nur das Risiko von Frühgeburten und Geburtsdefekten: Auch die Säuglingssterblichkeit steigt.

Quelle: McKinney D et al.: The influence of interpregnancy interval on infant mortality. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 316.e1-9

Rauchen und Frühgeburtsrisiko
Frühe Entwöhnung von Vorteil?

Schwangere, die rauchen, erhöhen damit ihr Risiko für eine Frühgeburt; das ist durch eine Vielzahl von Studien belegt. Das Rauchen aufgeben ist ratsam, aber kann man damit auch noch bei fortgeschrittener Schwangerschaft das Frühgeburtsrisiko senken?

Quelle: Wallace JL et al.: Modifying the risk of recurrent preterm birth: influence of trimester-specific changes in smoking behaviors. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 310.e1-310.e8

Opiatabhängigkeit
Kein Entzug in der Schwangerschaft!

Die Zahl der Schwangeren mit Opiatabhängigkeit ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Wie man die daraus resultierenden Risiken für Fetus und Mutter minimiert, fassten Drogenexperten zusammen.

Quelle: McCarthy JJ et al.: Opioid dependence and pregnancy: minimizing stress on the fetal brain. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 226-31

Sport in der Schwangerschaft
Kein erhöhtes Frühgeburtsrisiko

Immer noch wird vielen Schwangeren empfohlen, sich körperlich zu schonen. Italienische Wissenschaftler konnten nun mithilfe einer systematischen Literaturanalyse belegen, dass ein aerobes Trainingsprogramm keine ungünstigen Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf hat.

Quelle: Di Mascio D et al.: Exercise during pregnancy ... Am J Obstet Gynecol 2016; 215(5): 561-71

Schwangerschaftskomplikationen
Ältere Schwangere: Risiko per se?

Das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen steigt mit höherem Alter der Schwangeren. Ist das Alter dabei ein unabhängiger Risikofaktor?

Quelle: Fitzpatrick KE et al.: Pregnancy at very advanced maternal age ... BJOG 2016; 124: 1097-106

Hochrisikoschwangerschaften
Heparin schützt nicht

Ist niedermolekulares Heparin zur Rezidivprophylaxe von Präeklampsie und intrauteriner Wachstumsrestriktion (IUGR) in einer nachfolgenden Schwangerschaft effektiv oder nicht? Bisherige Studien brachten widersprüchliche Ergebnisse.

Quelle: Groom KM et al.: Enoxaparin for the prevention ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 296.e1-14

Intrauterine Wachstumsrestriktion
Cave: hämodynamische Umverteilung

In den letzten Jahren ist das zerebroplazentare Verhältnis (cerebro-placental ratio, CPR) zur frühzeitigen Erkennung einer intrauterinen Wachstumsrestriktion zunehmend in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Wie sich die Normalisierung der CPR auf das perinatale Outcome auswirkt, wurde jetzt in einer aktuellen Studie untersucht.

Quelle: Monteith C et al.: Evaluation of normalization of cerebro-placental ratio as a potential predictor for adverse outcome in SGA fetuses. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 285.e1-6

Finnische Kohortenstudie
Hypertonus der Mutter, Diabetes beim Kind?

Schwangere mit arteriellem Hypertonus haben ein erhöhtes Risiko, später eine KHK oder einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Die von diesen Frauen Geborenen weisen gehäuft kardiovaskuläre Risikofaktoren auf, wie Hypertonie, erhöhter BMI, sowie ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einschließlich Schlaganfall. Ob auch das Lebenszeitrisiko für Typ-2-Diabetes bei diesen Kindern erhöht ist, konnte bislang nicht stringent geklärt werden.

Quelle: Kajantie E et al.: Gestational hypertension is associated with increased risk of type 2 diabetes in adult offspring: the Helsinki Birth Cohort Study. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 281.e1-281.e7

Fetale Zika-Infektion
Hirnschädigung auch ohne Mikrozephalie

Dass zwischen einer Zika-Infektion in der Schwangerschaft und fetaler Mikrozephalie ein kausaler Zusammenhang besteht, gilt mittlerweile als gesichert. Eine Infektion und mögliche ZNS-Schädigungen des Kindes nachzuweisen, ist jedoch nicht immer einfach.

Quelle: Eppes C et al.: Testing for Zika virus infection in pregnancy: key concepts to deal with an emerging epidemic. Am J Obstet Gynecol 2017; 2136: 209-25

Immunisierung in der Schwangerschaft
Frühkindlicher Schutz durch maternale Impfung

In den ersten Lebenswochen ist ein Säugling besonders anfällig für schwere Infektionen. Zumindest vor einigen dieser Infektionen kann eine Impfung der Mutter während der Schwangerschaft schützen.

Quelle: Omer SB: Maternal Immunization. N Engl J Med 2017; 376: 1256-67

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