Kontrazeption

Gestagen-only-Präparate
Was tun bei Blutungsproblemen?

Bei der Kontrazeption mit reinen Gestagenpräparaten sind Blutungsunregelmäßigkeiten einer der Hauptgründe für Unzufriedenheit und mangelnde Adhärenz. Zwei Gynäkologinnen aus St. Louis, Missouri, fassten die Therapieoptionen zusammen.

Quelle: Zigler RE et al.: Unscheduled vaginal bleeding with progestin ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 443-50

Patientinnen mit Epilepsie und Verhütungswunsch
Diese Antiepileptika machen die Pille unsicher

Frauen mit Epilepsie im fertilen Alter sollten auf das teratogene Potenzial von Antiepileptika hingewiesen werden. Unter Antiepileptika plus Kontrazeptiva können aber auch die Verhütungswirkung wie auch die Anfallskontrolle vermindert sein.

Quelle: Gooneratne IK et al.: Contraception advice for women with epilepsy. BMJ 2017; 357: j2010

Kombinierte orale Kontrazeptiva
Neue Daten zum Krebsrisiko durch die Pille

Wie verändert die Einnahme der Pille das Lebenszeitrisiko für Krebserkrankungen? Bisherige Studien belegen einen gewissen Schutz vor einigen Karzinomen, für andere aber ein erhöhtes Risiko. Auf lange Sicht scheint die Bilanz jedoch ausgeglichen zu sein.

Quelle: Iversen L et al.: Lifetime cancer risk and combined oral ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 580.e1-9

Spezielle Situationen in der Kontrazeption
Langzeitverhütung mit IUD und subdermalem Implantat

34% aller Schwangerschaften in Europa gelten als ungewollt. Kontrazeption stellt demnach eine bedeutende Präventionsmaßnahme dar. Zwei effektive reversible Langzeitkontrazeptiva sind das Intrauterin-Device (IUD, kupfer- oder hormonbeschichtet) und das subdermale Hormonimplantat („Verhütungsstäbchen“). Allerdings werden diese LARC (long-acting reversible contraceptives) von wenigen Frauen angewendet. Mehr Frauen den Zugang zu LARC zu ermöglichen, gilt als einer der wesentlichen Faktoren, die Zahl unerwünschter Schwangerschaften zu senken.

Quelle: Curtis KM et al.: Long-acting reversible contraception. N Engl J Med 2017; 376: 461-8

Vaginalflora
Verhütung beeinflusst Keimspektrum

Unter hormonellen Kontrazeptiva scheint das Risiko einer bakteriellen Vaginose (BV) zu sinken. Wie genau sich Verhütungsmethoden auf das Mikrobiom der Scheide auswirken, untersuchte ein amerikanisch-afrikanisches Wissenschaftlerteam.

Quelle: Pyra M et al.: Associations between hormonal ... IDSOG (The Infectious Diseases Society for Obstetrics and Gynecology) 2016, Annapolis, USA

Notfall-Kontrazeption
Kupferspirale zu wenig genutzt

Der Verhütungsschutz von gebräuchlichen oralen Notfallkontrazeptiva ist vor allem bei übergewichtigen Frauen nicht sichergestellt. Obwohl die Kupferspirale die effektivste Methode der Notfallverhütung ist, wird diese dagegen nur selten genutzt. Dabei wären einige Frauen an dieser Option durchaus sehr interessiert.

Quelle: Schubert FD et al: Access to the copper IUD as post-coital contraception: results from a mystery caller study. Contraception 2016; 94(5): 561-6

Sicherheit von Etonogestrel-Implantaten
Funktioniert bei jedem BMI

Östrogenfreie Kontrazeptiva bieten sich besonders für übergewichtige oder adipöse Frauen an, da sie kein zusätzliches Thromboserisiko bergen. Allerdings gibt es kaum Daten dazu, inwiefern die Sicherheit reiner Gestagen-Implantate bei Fettleibigkeit gewährleistet ist. Neue Daten lassen aber Gutes vermuten.

Quelle: Morrell KM et al.: Relationship between etonogestrel level and BMI ... Contraception 2016; 93: 263-5

Was kann man empfehlen, was nicht?
Perimenopausale Kontrazeption

Auch wenn die Fertilität in der Perimenopause zurück geht, können Frauen in dieser Phase der Transition schwanger werden. Weil aber eben in diesem Zeitraum Frauen ihre Fertilität oft unterschätzen, ist eine Beratung zur optimalen Kontrazeption besonders wichtig. Worauf es dabei ankommt, und welche Methoden geeignet sind oder nicht, stellten australische Autoren zusammen.

Quelle: Bateson D, McNamee K: Perimenopausal contraception: a practice-based approach. Aust Fam Physician 2017; 46: 372-7

Vaginales Mikrobiom
Pille fördert gesunde Scheidenflora

Wie sich verschiedene hormonelle Kontrazeptiva auf die Zusammensetzung der Vaginalflora auswirken, untersuchten Wissenschaftler aus Baltimore, USA.

Quelle: Brotman RM et al.: Hormonal contraception is associated with stability and lactobacillus-dominance of the vaginal microbiota in a two-year observational study. Poster auf der 43. Jahrestagung der IDSOG (The Infectious Diseases Society for Obstetrics and Gynecology) 2016, Annapolis (MD), USA

Langwirksame Kontrazeptiva
Pille gewünscht, Spirale bekommen – trotzdem zufrieden

IUD und subdermale Implantate bieten sicheren Kontrazeptionsschutz und erfreuen sich bei den Anwenderinnen langfristig hoher Akzeptanz – auch dann, wenn sich die Patientin ursprünglich für eine kurzwirksame Methode entschieden hatte.

Quelle: Hubacher D et al.: Long-acting reversible contraceptive acceptability and unintended pregnancy among women presenting for short-acting methods: a randomized patient preference trial. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 101-9

Das optimale Schwangerschaftsintervall erreichen
Postpartale Kontrazeption und Einfluss auf das Stillen

Eine postpartale Kontrazeption kann Frauen dabei unterstützen, das gewünschte und/ oder empfohlene Schwangerschaftsintervall (IPI, interpregnancy interval) zu erreichen. Das ist neben der Familienplanung auch deshalb wichtig, da ein zu kurzes IPI mit negativem Kinds- und mütterlichem Outcome assoziiert ist. Aber es stehen stets auch Bedenken im Raum, einer stillenden Frau hormonelle Kontrazeptiva zu verabreichen. In einer aktuellen Übersichtsarbeit wurden die verfügbaren Daten dazu zusammengefasst, und die – teils kontroversen – Empfehlungen dargestellt.

Quelle: Sridhar A, Salcedo J: Optimizing maternal and neonatal outcomes with postpartum contraception: impact on breastfeeding and birth spacing. Matern Health Neonatol Perinatol 2017; 3:1

Neues LNG-IUS, auch für Nulliparae
Hohe Sicherheit, Wirkdauer bis zu 5 Jahre

Ende März wurde ein neues Levonorgestrel-freisetzendes Intrauterinsystem zugelassen. Es hat eine Liegedauer von bis zu fünf Jahren und ist auch für Nulliparae geeignet.

Quelle: Fachpressegespräch: „KyleenaTM – Paradigmenwechsel in der Verhütung“, Düsseldorf, 9.3.2017, Veranstalter: Jenapharm LNG-IUS: KyleenaTM (D)

Injizierbare Kontrazeptiva
„Do-it-yourself"-Verhütungsspritze

Theoretisch können sich Frauen die Dreimonatsspritze – insbesondere bei der subkutanen Applikationsform – auch selbst verabreichen. Wie sich das auf die Compliance und die Sicherheit auswirkt, untersuchten WHO-Forscher in einem systematischen Review.

Quelle: Kim CR et al.: Self-administration of injectable contraceptives: a systematic ... BJOG 2017; 124: 200-8

Mukoviszidose
Pille sicher? Pille gar von Vorteil?

Verhütung ist auch für Mukoviszidose- Patientinnen ein Thema: Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt inzwischen bei 41 Jahren. Über geeignete Kontrazeptionsmethoden und deren Einfluss auf die Erkrankung gibt es bislang jedoch nur wenig Daten.

Quelle: Roe AH et al.: Contraception in women with cystic fibrosis ... Contraception 2016; 93: 3-10

IUD
Aus Hyper- wird selten Amenorrhoe

Keine Monatsblutungen mehr zu haben, gehört für viele Frauen zu den „positiven Nebenwirkungen“ des LNG-IUD. Aber wann können Frauen auf eine Amenorrhoe hoffen?

Quelle: Mejia M et al.: Association of baseline bleeding pattern on ... Contraception 2016; 94: 556-60

Kombinierte orale Kontrazeptiva
Beeinträchtigt die Pille das Sexualleben?

Immer wieder fanden sich in Beobachtungsstudien Hinweise darauf, dass sich die Einnahme von kombinierten oralen Kontrazeptiva negativ auf die Sexualfunktion auswirken könnte. Eine Studie aus Schweden ging dem Verdacht nach.

Quelle: Zethraeus N et al.: Combined oral contraceptives and ... J Clin Endocrinol Metab 2016; 101: 4046-53

Notfallkontrazeption
Spirale schützt auch nach Zeitfenster

Eine Notfallkontrazeption kann innerhalb von fünf Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindern. Doch wie steht es mit der Sicherheit, wenn die Frau auch davor schon nicht ausreichend verhütet hatte? Antworten darauf lieferte diese aktuelle Studie aus den USA.

Quelle: Sanders JN et al.: Unprotected intercourse in the 2 ... Am J Obstet Gynecol 2016; 215: 592.e1-5

Thromboembolierisiko bei Pilleneinnahme
Östrogendosis und Gestagentyp bestimmen das Risiko

Dass kombinierte orale Kontrazeptiva das Embolierisiko erhöhen, ist bekannt. Französische Forscher gingen jetzt der Frage nach, welche Hormonkombinationen mit dem geringsten Risiko verbunden sind.

Quelle: Weill A et al.: Low dose oestrogen combined oral contraception and risk of pulmonary embolism, stroke, and myocardial infarction in five million French women: cohort study. BMJ 2016; doi: 10.1136/bmj. i2002

Postpartale IUD-Insertion
Besser früher als zu spät

In der Regel wird ein IUD frühestens sechs Wochen nach der Entbindung eingesetzt. Wie eine US-amerikanische Studie zeigt, ist die Insertion auch nach drei Wochen schon gut durchführbar und sicher.

Quelle: Baldwin MK et al.: Intrauterine device placement at 3 versus 6 weeks ... Contraception 2016; 93: 356-63

Männliche Verhütung
Kombi-Spritze verhindert Spermienbildung

Wirksam, anwenderfreundlich und nebenwirkungsarm soll sie sein, die hormonelle Kontrazeption für den Mann. Hinsichtlich der ersten beiden Punkte scheint eine intramuskulär injizierbare Testosteron-Gestagen-Kombination besser als bisherige Kandidaten abzuschneiden. Aber die WHO hat weiterhin Bedenken bzgl. der Pille für den Mann.

Quelle: Behre HM et al.: Efficacy and safety of an injectable combination hormonal contraceptive for men. J Clin Endocrinol Metab 2016; doi: 10.1210/jc.2016-2141

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