Neonatologie

Gastroschisis
Kinder besser früher entbinden

Eine fetale Gastroschisis erhöht das Totgeburtsrisiko. Unklar war bislang jedoch, in welchem Gestationsalter die Entbindung erfolgen sollte.

Quelle: Sparks TN et al.: Gastroschisis: mortality risks with each ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 66.e1-7

Beim Neugeborenen erkennen und behandeln
Opiat-Entzugssymptome

Die Inzidenz des neonatalen Abstinenz- oder Entzugssyndroms (NAS) hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Zwei kanadische Professorinnen fassten zusammen, was es bei der Diagnose und Therapie zu beachten gilt.

Quelle: McQueen K et al.: Neonatal abstinence syndrome. N Engl J Med 2016; 375: 2468-79

Atypische Zwillingsschwangerschaften
Fusion statt Teilung?

Im Zuge der assistierten Reproduktion nahm nicht nur die Inzidenz von Mehrlingsgeburten zu, sondern auch die Zahl atypischer oder pathologischer Zwillingsbildungen. Mediziner der Universität Melbourne analysierten diese Sonderfälle. Sie werfen ein neues Licht auf die Vorstellung von der Entstehung von Mehrlingsschwangerschaften.

Quelle: McNamara HC et al.: A review of the mechanisms and evidence for typical and atypical twinning. Am J Obstet Gynecol 2016; 214: 172-91

Hypothermie nach Sectio
Heizung hochdrehen

Eine neonatale Hypothermie kommt nach Sectio oft vor. Man weiß, dass mit ihr Komplikationen beim Neugeborenen assoziiert sind. Eine Erhöhung der Temperatur im OP-Saal kann das Problem reduzieren, wie eine neue Studie nachwies. Und auch die Mutter profitierte, wenn man die Heizung im OP hochdrehte.

Quelle: Duryea EL et al.: The impact of ambient operating room temperature on neonatal and maternal ... Am J Obstet Gynecol 2016; 214: 505.e1-7

Ess-Störungen in der Schwangerschaft
Hohes Risiko für Wachstumsstörungen

5 bis 8% aller Schwangeren leiden an Ess-Störungen wie Anorexie oder Bulimie. Über die Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die fetale Entwicklung gibt es bisher jedoch nur begrenzt Daten.

Quelle: Micali N et al.: Size at birth and preterm borth in women with lifetime ... BJOG 2016; 123: 1301-10

Große US-Kohortenstudie
Extreme Frühgeburten gefährden Mütter

Extreme und sehr frühe Frühgeburten gefährden nicht nur Kinder, sondern auch Mütter, zeigte eine retrospektive Kohortenstudie. Die Analyse von Geburten, die nach der 23. bis 33. SSW stattfanden, arbeitete Risikofaktoren für maternale Komplikationen heraus: Gestationsalter (GA) von unter der 27. SSW und Sectio.

Quelle: Reddy UM et al.: Serious maternal complications after ... Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 538.e1-9

Monochoriale Zwillinge – schwere Folgen
Nach selektivem Fetozid: Überlebender Zwilling häufiger entwicklungsverzögert

Kommt es bei einer monochorialen Geminigravidität zum selektiven Fetozid, behält der überlebende Zwilling nicht selten neurologische Beeinträchtigungen zurück. Das zeigt eine prospektive Langzeitstudie aus Leiden/Niederlande, die entsprechende „überlebende“ Kinder untersuchte.

Quelle: Van Klink JMM et al.: Long-term neurodevelopmental outcome after selective feticide in monochorionic pregnancies. BJOG2015; 122: 1517-24

Borderline-Hypertonie
Mehr SGA-Babys

Schwangerschaftshypertonie steigert das Risiko für intrauterine Wachstumsretardierung und Totgeburt. Ob das auch für grenzwertig erhöhten Blutdruck gilt?

Quelle: Wikström AK et al.: Prehypertension in pregnancy ... Hypertension 2016; 67: 640-6

Vaginales Progesteron bei drohender Frühgeburt
Erwartungen nicht erfüllt

Entgegen der bisherigen Evidenz scheint die vaginale Progesteron-Prophylaxe keinen signifikanten Einfluss auf die Länge der Schwangerschaft und das Wohlergehen des Kindes zu haben. Immerhin hat es langfristig auch keinen negativen Einfluss auf die kognitive Entwicklung, wie jetzt gezeigt wurde.

Quelle: Norman JE et al.: Vaginal progesterone ... Lancet 2016; doi: 10.1016/S0140-6736(16)00350-0

Häufig vermeidbare Komplikationen
Immer noch 2,6 Millionen Totgeburten pro Jahr – und Deutschland auf Platz 12

2011 hatte eine Lancet-Artikelserie zum Thema Totgeburten für viel Aufsehen gesorgt. Ein internationales Expertengremium forderte damals umfangreiche Maßnahmenbündel, um die Zahl der Totgeburten weltweit zu senken. Ein Update zeigt: Noch immer ist der Handlungsbedarf groß – auch in den Industrienationen.

Quelle: Frøen JF et al.: Stillbirths: progress and unfinished business. Lancet 2016; 387: 574-86

Lawn JE et al.: Stillbirths: rates, risk factors, and acceleration towards 2030. Ebd. 587-603

Flenady V et al.: Stillbirths: recall to action in highincome countries. Ebd. 691-702

Studie warnt vor verdoppelter Sterblichkeit – absolutes Risiko gering
Kindersterblichkeit nach Hausgeburten

Wie gefährlich sind außerklinische Entbindungen heute? Zumindest in Oregon, USA, sind sie häufiger mit einem negativen Outcome assoziiert als bislang angenommen. Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie zeigt: In den Jahren 2012 und 2013 verstarben Kinder, die im Eltern- oder Geburtshaus geboren werden sollten, doppelt so häufig perinatal wie Babys, die im Krankenhaus zur Welt kamen.

Quelle: Snowden JM et al.: Planned out-of-hospital birth ... N Engl J Med 2015; 373: 2642-53

Nikotinkonsum
Vitamine statt Rauchstopp?

Rauchen während der Schwangerschaft ist einer der größten bekannten Risikofaktoren für intrauterine Wachstumsrestriktion und diverse andere fetale Komplikationen. Einem Teil davon kann möglichweise eine Supplementation der Vitamine C und E entgegenwirken.

Quelle: Abramovici A et al.: Prenatal vitamin C and E supplementation ... BJOG 2015; 122: 1740-7

Schwangerschaft verzögern
Weniger Frühchen durch postpartale Verhütung

Mehrere Studien belegen, dass die Optimierung des zeitlichen Abstands zwischen zwei Schwangerschaften das Frühgeburtsrisiko senkt. Postpartale Kontrazeptionsberatung könnte dazu beitragen.

Quelle: Rodriguez MI et al.: The impact of postpartum contraception on reducing preterm birth: findings from California. Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 703.e1-6

Mekoniumaspiration und kongenitaler Hirntumor
Komplexe Befunde, unerwarteter Verlauf

Hinter häufig beim Neugeborenen beobachteten Symptomen stecken meist häufige Ursachen. Manchmal ist es aber auch eine Rarität. Wenn sich eine solche mit einer geläufigeren Problematik kombiniert, kann das diagnostische Puzzle sehr komplex sein.

Quelle: Lin T-Y et al.: Case 12-2015: A newborn boy with respiratory distress, lethargy, and hypernatremia. N Engl J Med 2015; 372: 1550-62

Fetale Zerebralparese
Wer trägt das größte Risiko?

Das Entstehen einer fetalen Zerebralparese ist eng mit intrauteriner Wachstumsrestriktion verknüpft (fetal growth restriction, FGR). Wie hoch das Risiko ist, wird dabei von weiteren Faktoren beeinflusst.

Quelle: Blair EM et al.: Fetal growth restriction and risk of cerebral palsy in singletons born after at least 35 weeks’ gestation. Am J Obstet Gynecol 2015; 212(4): 520.e1-7

Hepatitis B
Schlechte postpartale Versorgung

Um eine vertikale Übertragung zu verhindern, werden Schwangere standardmäßig auf Hepatitis B (HBV) gescreent. Postpartal kommt die Versorgung infizierter Mütter allerdings oft zu kurz.

Quelle: Chang MS et al.: Postpartum care for mothers diagnosed with hepatitis B during pregnancy. Am J Obstet Gynecol 2015; 212(3): 365.e1-7

Extreme Frühchen
Psychische Gesundheit im Alter von 30

Kanadische Psychiater untersuchten in einer prospektiven Längsschnittstudie, ob Menschen, die als extreme Frühgeburten auf die Welt kamen, in der dritten Lebensdekade vermehrt unter psychiatrischen Störungen oder psychischen Problemen litten. Es handelt sich um die weltweit am längsten nachbeobachtete Kohorte extremer Frühchen.

Quelle: Van Lieshout RJ et al.: Mental health of extremely low birth weight survivors in their 30s. Pediatrics 2015; 135(3): 452-9

Muttermilch-Analyse
Das Allergie-Risiko erkennen

Dem Stillen werden viele gesundheitliche Vorteile zugeschrieben. In mancher Hinsicht kann es aber Vor- oder Nachteile haben – entscheidend ist die individuelle Zusammensetzung der Milch, bestimmt an deren Proteom.

Quelle: Hettinga KA et al.: Difference in the breast milk proteome between allergic and non-allergic mothers. PLoS ONE 2015; 10(3): e0122234

Ösophagusatresie
Kein Überlebensvorteil durch pränatale Diagnose

Die Prävalenz der Ösophagusatresie liegt in Europa bei etwa 2,43 pro 100 000 Geburten. Ob sich die pränatale Diagnose der Fehlbildung auf die Prognose der Kinder auswirkt, untersuchte eine französische Arbeitsgruppe.

Quelle: Garabedian C et al.: Does prenatal diagnosis modify neonatal treatment ... Am J Obstet Gynecol 212 (2015) 340.e1-7

Therapie-Optionen
Eine Kapsel – ab Kinderwunsch bis Stillzeit

Trotz adäquater Ernährung sind Schwangere oft mit Nährstoffen unterversorgt. Eine sinnvolle Nahrungsergänzung kann die gesunde Kindesentwicklung unterstützen. Mit einer Kapsel Elevit® gynvital täglich können Frauen bei Kinderwunsch, während der Schwangerschaft ...

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