Wochenbett / Stillzeit

Postpartale Blutungen besser beherrschen
Tranexamsäure kann Leben retten

Eine postpartale Hämorrhagie (PPH), üblicherweise definiert als ein maternaler Blutverlust von mehr als 500 ml innerhalb der ersten 24 Stunden nach Geburt, ist eine der führenden postpartalen Todesursachen. Tranexamsäure inhibiert die Spaltung von Fibrinogen und Fibrin durch Plasmin und wird in der Versorgung von Traumapatienten bereits erfolgreich zur Blutungskontrolle eingesetzt. Jetzt konnte gezeigt werden, dass Tranexamsäure bei der PPH die Blutungs-bedingte Mortalität signifikant um 19% senkte.

Quelle: WOMAN Trial Collaborators: Effect of early tranexamic acid administration on mortality, hysterectomy, and other morbidities in women with post-partum haemorrhage (WOMAN) ... Lancet 2017; 389: 2105-16

Maternale Gesundheit im „4. Trimester"
Um frisch gebackene Mütter kümmern!

Im „4th Trimester Project“ sammelten US-amerikanische Wissenschaftlerinnen Ideen für eine bessere postpartale Versorgung. Und das scheint auch dringend notwendig zu sein, denn häufig fühlen sich Wöchnerinnen nicht optimal betreut.

Quelle: Tully KP et al.: The fourth trimester: a critical transition period with unmet maternal health needs. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 37-41

Schmerzen nach Kaiserschnitt
Analgetika nach Plan oder bei Bedarf?

Damit Frauen nach einer Sectio schnell wieder mobil werden, ist eine adäquate Schmerztherapie notwendig. Die Ergebnisse einer israelischen Untersuchung belegen: Feste Analgetika-Intervalle sind besser als eine bedarfsorientierte Medikation.

Quelle: Yefet E et al.: Fixed time interval compared with on-demand oral ... BJOG 2017; 124: 1063-70

Säuglingsnahrung
Doch kein Allergieschutz durch HA-Milch?

Für allergiegefährdete Säuglinge, die nicht gestillt werden, empfehlen die geltenden Leitlinien den Einsatz von Hydrolysatnahrung. Die Ergebnisse einer Metaanalyse stellen infrage, ob das gerechtfertigt ist.

Quelle: Boyle RJ et al.: Hydrolysed formula and risk of allergic or autoimmune disease: systematic review and meta-analysis. BMJ 2016; 352: i974

Stillverhalten
Nach ART weniger Muttermilch

Ob und wie lange eine Mutter ihr Kind stillt, hängt von vielen Faktoren ab. Einer davon ist offensichtlich die Art der Konzeption.

Quelle: Michels KA et al.: Differences in infant feeding practices. Fertil Steril 2016; 105: 1014-22

Postpartale Blutung stillen
Notfall-Naht

Blutungen aus dem unteren/kaudalen Uterinsegment (LUS) während einer Sectio können schwer beherrschbar sein. Jetzt stellten Autoren eine spezielle Nahttechnik vor, mit der man als Ultima ratio Blutungen in den Griff bekommen kann und Hysterektomien oder Iliaca- Ligaturen vermeiden kann.

Quelle: Li GT et al.: Funnel compression suture: a conservative procedure to control postpartum bleeding ... BJOG 2016; 123: 1380-85

Postpartale Sexualfunktion
Was bringt das Beckenbodentraining?

Viele Primipara empfinden den Sex nach der Entbindung als weniger befriedigend. Häufig leiden sie unter unzureichender Lubrikation und eine veränderte Wahrnehmung und Laxität der Vagina, Dyspareunie oder koitale Inkontinenz. Ein Training der Beckenbodenmuskulatur kann diesen Beschwerden entgegenwirken – allerdings nur begrenzt.

Quelle: Tennfjord MK et al.: Effect of postpartum pelvic floor muscle training on vaginal symptoms and sexual dysfunction – secondary analysis of a randomised trial. BJOG 2016; 123: 634-42

Richtige Wahl des Antiseptikums
Wundinfektionen bei Sectio halbieren

Welche Mittel und Methoden der Hautdesinfektion bei chirurgischen Eingriffen am besten sind, wurde bereits häufig untersucht. Bei der Sectio muss sich der Körper (und der Gynäkologe) allerdings mit Keimen der Haut- und Vaginalflora auseinandersetzen. Ob man vor Kaiserschnitten das OP-Gebiet besser mit Chlorhexidin oder Jod desinfiziert, untersuchte man nun in einer sehr praxisnahen Studie und fand einen klaren Favoriten.

Quelle: Tuuli MG et al.: A randomized trial comparing skin antiseptic agents at cesarean delivery. N Engl J Med 2016; 374: 647-55

Service
Fachportal rund um Stillen und Milchersatz

Das Webportal www.aptawelt-experten.de von milupa informiert sowohl Patientinnen als auch Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen über die wissenschaftlichen Grundlagen und neuesten Erkenntnisse rund um die maternale Ernährung in der Schwangerschaft und die anschließende Versorgung ...

Artikelserie zum Thema Stillen
Muttermilch macht die Welt gesünder, intelligenter und reicher

Die gesundheitlichen Vorteile des Stillens sind hinlänglich bekannt. Und sie beschränken sich nicht – wie vielfach angenommen – in erster Linie auf einkommensschwache Länder. Auch in der „westlichen Welt“ hat das Stillen positive Effekte für Mutter und Kind.

Quelle: Victora CG et al.: Breastfeeding in the 21st century: epidemiology, mechanisms, and lifelong effect. Lancet 2016; 387: 475-90

Rollins NC et al.: Why invest, and what it will take to improve breastfeeding practices? Ebd. 491-504

Depressionen in Schwangerschaft und Wochenbett
Weniger Depressionen durch Screening

Verbessern Screeningprogramme in der Primärversorgung die Gesundheit von Schwangeren und Wöchnerinnen? Eine US-amerikanische Arbeitsgruppe untersuchte die aktuelle Datenlage und konnte daraufhin aktuelle Empfehlungen formulieren.

Quelle: O´Connor E et al.: Primary care screening for and treatment of depression in pregnant and postpartum women: evidence report and systematic review for the US Preventive Services Task Force. JAMA 2016; 315: 388-406

Postpartale Beckenschmerzen
Stillen stillt den Schmerz

Meist kommen schwangerschaftsinduzierte Schmerzen im Beckenbereich nach der Entbindung rasch zum Erliegen. Manchmal bleiben sie aber über Jahre bestehen. Das könnte hormonelle Ursachen haben, denn offenbar spielt die Stilldauer eine Rolle.

Quelle: Bjelland EK et al.: Breastfeeding and pelvic girdle pain: a follow-up study of 10 603 women 18 months after delivery. BJOG 2015; 122: 1765-71

Schwankende Hormone, schwankende Stimmung
Postpartale Depression und PMS

Schwere Fälle des prämenstruellen Syndroms bezeichnet man als prämenstruelle Dysphorie (premenstrual dysphoric disorder, PMDD). Eine aktuelle Studie zeigt, dass PMDD im Zusammenhang mit postpartalen Depressionen steht.

Quelle: Lee Y-J et al.: Correlation between postpartum depression and premenstrual dysphoric disorder: Single center study. Obstet Gynecol Sci 2015; 58(5): 353-8

Laktationshemmung
Kardiovaskuläres Risiko mit Bromocriptin

Das Mutterkorn-Derivat Bromocriptin kann in geringen Dosen eingesetzt werden, um die Muttermilch-Produktion zu stoppen. Laut einer aktuellen Studie ist Fehlanwendung häufig und die Folgen oft schwer.

Quelle: Bernard N et al.: Severe adverse effects of bromocriptine in lactation inhibition: a pharmacovigilance survey. BJOG 2015; 122(4): 1244-51

Hepatitis B
Schlechte postpartale Versorgung

Um eine vertikale Übertragung zu verhindern, werden Schwangere standardmäßig auf Hepatitis B (HBV) gescreent. Postpartal kommt die Versorgung infizierter Mütter allerdings oft zu kurz.

Quelle: Chang MS et al.: Postpartum care for mothers diagnosed with hepatitis B during pregnancy. Am J Obstet Gynecol 2015; 212(3): 365.e1-7

Postpartale Depression
Prävalenz-Peak nach vier Jahren

Postpartale Depressionen gelten als perinatales Phänomen. Wie aber sieht die Situation in den ersten Jahren nach der Geburt aus?

Quelle: Woolhouse H et al.: Maternal depression from early pregnancy to 4 years postpartum in a prospective pregnancy cohort study: implications for primary health care. BJOG 2015; 122(3): 312-21

Muttermilch-Analyse
Das Allergie-Risiko erkennen

Dem Stillen werden viele gesundheitliche Vorteile zugeschrieben. In mancher Hinsicht kann es aber Vor- oder Nachteile haben – entscheidend ist die individuelle Zusammensetzung der Milch, bestimmt an deren Proteom.

Quelle: Hettinga KA et al.: Difference in the breast milk proteome between allergic and non-allergic mothers. PLoS ONE 2015; 10(3): e0122234

Qualität in der Geburtshilfe
Kann man sie wirklich messen?

Woran erkennt man ein Krankenhaus mit einer guten geburtshilflichen Versorgung?

Quelle: Grobman WA et al.: Can differences in obstetric outcomes be explained by differences in the care provided? The MFMU Network APEX study. Am J Obstet Gynecol 2014; 211(2): 147.e1-16

Eine häufige Komplikation bei der Entbindung
Management des perinealen Traumas

Millionen von Frauen weltweit erleiden im Rahmen der Entbindung eine Verletzung im Damm-Bereich. In etwa 6% kommt es zu akuten Komplikationen wie Infektion oder Dehiszenz. Manchmal entwickeln sich langfristige Probleme, von Dyspareunie bis Prolaps. Es ist daher wichtig, die Läsionen korrekt zu diagnostizieren und adäquat zu versorgen.

Quelle: Webb S et al.: Managing perineal trauma after childbirth. BMJ 2014; 349: g6829

Schmerzen, Mastitis und mehr ...
Wenn es mit dem Stillen nicht so klappt

Die WHO empfiehlt, die Nachkömmlinge für mindestens zwei Jahre zu stillen; mit etwa sechs Monaten sollte auch feste Nahrung dazukommen. Seit einer Unicef-Initiative in 1991 werden die Mütter in Entbindungskliniken zum Stillen angeleitet. Das Stillen zu Hause erfährt hingegen noch ungenügende Förderung, findet eine australische Frauenärztin.

Quelle: Amir LH: Managing common breastfeeding problems in the community. BMJ 2014; 384 g2954

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