Gyn-Depesche 6/2015

Dopplersonographie

CPR und fetales Wohlergehen

Die „cerebroplacental ratio“ (CPR) hat sich als wichtiger Prädiktor für das perinatale Outcome erwiesen. Ein Ultraschall- Spezialist aus Los Angeles fasst die aktuelle Datenlage zusammen.

Die CPR berechnet sich aus den Dopplerindizes der A. cerebri media und der Umbilikalarterie (CPR=MCA/UA). Bei altersgemäß entwickelten Feten (appropriate for gestational age, AGA) erwies sich eine anormal niedrige CPR kurz vor dem Geburtstermin in verschiedenen Studien als Risikofaktor für Sectiones wegen fetalem Distress, für einen verringerten Nabelschnur-pH und eine höhere Verlegungsrate auf die Neugeborenen-Intensivstation. Das Gleiche gilt für SGA-Feten (small for gestational age), deren Wachstumsretardierung sich erst nach der 34. SSW manifestierte. Noch größere Unterschiede zeigten sich bei SGA-Babys mit einer früher einsetzenden Wachstumsretardierung: Bei ihnen war eine anomale CPR assoziiert mit einem geringeren Gestationsalter bei der Geburt, einem geringeren Geburtsgewicht, höheren Sectioraten aufgrund von Hypoxie im Geburtsverlauf, 5-Minuten-Apgarwerten unter 7, neonataler Azidose, Verlegung auf die Neugeborenen-Intensivstation, neonatalen Komplikationen und einer höheren neonatalen Mortalität. Die CPR stellte sich bei SGA-Feten als besserer Prädiktor eines schlechten Outcomes heraus als das Geburtsgewicht oder das biophysikalische Profil.
Zur Berechnung des CPR eignen sich sowohl der Pulsatilitätsindex (PI), der Resistance-Index als auch die S/D-Ratio. Mit der Bestimmung des PI ergab sich dabei eine Sensitivität von 66% und eine Spezifität von 85% für die Vorhersage perinataler Komplikationen. Die bisherigen Studienergebnisse legen nahe, dass ein Routine-Ultraschall mit Berechnung der CPR im dritten Trimenon hilfreich bei der Identifikation von Feten mit einem erhöhten Risiko sein könnte. CW

Quelle:

DeVore GR et al.: The importance of the cerebroplacental ratio ... Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 5-15



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ICD-Codes: Z34

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