Endokrinologie

Gestationsdiabetes & Geographie
Postleitzahl entscheidet über HbA1c

Gestationsdiabetes (GDM) ist eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Ob das Risiko hierfür von der Supermarkt- und Fast-Food-Restaurant-Dichte in der Nachbarschaft abhängt, wurde nun in der viertgrößten US-Stadt untersucht.

Quelle: Kahr MK et al.: Geospatial analysis of food environment demonstrates associations with gestational diabetes. Am J Obstet Gynecol 2016; 214: 110.e1-9

Geringe Insulinsensitivität
Erhöhtes Risiko für Frühpubertierende

Im Durchschnitt haben dicke Mädchen früher ihre Menarche als schlanke. Mädchen mit früher Menarche werden später aber auch eher dick und sind eher Diabetes-gefährdet.

Quelle: Wilson DA et al.: Earlier menarche is associated with lower insulin sensitivity and increased adiposity in young adult women. PLoS One 2015; 10(6): e0128427

Therapie-Optionen
Indikationserweiterung „Akne-Behandlung"

Seit Jahresbeginn ist das orale Kontrazeptivum Aristelle® (2,0 mg Dienogest, 0,03 mg Ethinylestradiol) auch für die Therapie der mittelschweren Akne zugelassen. Bei Frauen wird Akne häufig durch einen Überschuss an Androgenen ausgelöst, die für die Stimulation der Talgdr...

Therapie-Optionen
Lokales Estriol bei vulvovaginaler Atrophie

Zur Abmilderung der typischen Wechseljahresbeschwerden in der Peri- und Postmenopause stehen heute verschiedene Strategien zur Verfügung. Vor allem in den späteren Wechseljahren leiden Frauen häufig an den Folgen einer vulvovaginalen Atrophie, wie vaginale Trockenheit, Brennen der ...

Endometriose
Kontinuierliche Pilleneinnahme von Vorteil

Ob kombinierte orale Kontrazeptiva nach einer Endometriose-Operation die Rezidivrate senken können, wird in der Literatur kontrovers dargestellt. Die Ergebnisse einer Metaanalyse legen nahe, dass eine kontinuierliche Hormongabe die Rückkehr der Zyklusschmerzen verhindern kann.

Quelle: Muzii L et al.: Continuous versus cyclic oral contraceptives after laparoscopic excision of ovarian endometriomas: a systematic review and metaanalysis. Am J Obstet Gynecol 2016; 214: 203-11

Endometriose
Korrelation mit Atherosklerose?

Die Endometriose ist ein häufiges, gutartiges Leiden der Frauen. Ihre Pathophysiologie birgt immer noch viele offene Fragen. Neuerdings vermutet man auch Zusammenhänge mit dem Risiko kardiovaskulärer Ereignisse.

Quelle: Santoro L et al.: Endometriosis and atherosclerosis: what we already know and what we have yet to discover. Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 326-31

Nach chirurgischer Exzision von Endometriose
Täglich die Pille, bitte!

Eine aktuelle Übersichtsarbeit beschäftigte sich mit der Datenlage zur postoperativen Rezidiv- und Schmerzprophylaxe nach der Exzision von Endometrioseherden. Vieles spricht für den Einsatz kontinuierlich einzunehmender oraler Kontrazeptiva.

Quelle: Koga K et al.: Prevention of the recurrence of symptoms and lesions after conservative surgery for endometriosis. Fertil Steril 2015; 104(4): 793-801

Schmerzen bei tiefer Endometriose
Alternativen zur Chirurgie immer erwägen!

Bei tiefer infiltrierender Endometriose sind die Schmerzen das hervorstechende Problem. Chirurgische Ablation (bis hin zur Segmentresektion des Kolons) kann Besserung bringen, aber nicht unbedingt Heilung. Außerdem drohen bleibende Schäden. Daher sollte eine der vorhandenen konservativen Therapieoptionen an erster Stelle in Betracht gezogen werden.

Quelle: Ferrero S et al.: Treatment of pain associated with deep endometriosis: alternatives and evidence. Fertil Steril 2015; 104: 771-92

Hormonersatztherapie (HRT)
Die Einheitslösung gibt es nicht

Aktuell kommt die Generation der Babyboomer in die Wechseljahre, d. h. viele Frauen leiden an den Symptomen des natürlichen Östrogenmangels. Eine HRT verspricht Besserung, sollte sich aber am individuellen Nutzen/Risikoprofil und den Wünschen der Frau orientieren.

Quelle: Symposium: „Wechseljahre in der Praxis – gesellschaftliche Konsequenzen und medizinische Vorgehensweise“, im Rahmen des FOKO 2016, Düsseldorf, 5.3.2016, Veranstalter: Mylan Healthcare GmbH Estradiol/Dydrogesteron: Femoston® conti 1 mg/5mg

Probiotika bei Gestationsdiabetes
Kein Einfluss auf den Blutzucker, aber ...

Probiotika sind Mikroorganismen, die die Darmflora verändern und sich dadurch günstig auf den Stoffwechsel auswirken können. Können auch Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes davon profitieren?

Quelle: Lindsay KL et al.: Impact of probiotics in women with gestational diabetes mellitus on metabolic health: a randomized controlled trial. Am J Obstet Gynecol 2015; 212: 496.e1-11

Schwanger trotz endokriner Erkrankung
Was tun bei Morbus Cushing?

In seltenen Fällen können heutzutage auch Frauen mit Morbus Cushing schwanger werden. Die Komplikationsrisiken sind hoch und das Management schwierig. Wie geht man am besten vor?

Quelle: Bronstein MD et al.: Management of pregnant patients with Cushing’s syndrome. Eur J Endocrinol 2015; 173(2): R85-91

Assistierte Reproduktion
Vorsicht vor Hypothyreose!

Schon eine leichte Hypothyreose sollte bei Schwangeren rechtzeitig erkannt werden. Besonders aufpassen sollte man nach einer Behandlung mit exogenem Gonadotropin.

Quelle: Hammond KR et al.: Gestational hypothyroidism: development of mild hypothyroidism in early pregnancy in previously euthyroid women. Fertil Steril 2015; 103(6): 1532-6

Gestationsdiabetes
Schwangere sollten schlank bleiben

Dass Frauen in der Schwangerschaft an Gewicht zulegen, ist normal. Vorsicht ist allerdings bei sehr starker Gewichtszunahme geboten – egal, ob die Patientin vorher dick oder dünn war.

Quelle: Brunner S et al.: Excessive gestational weight gain prior to glucose screening and the risk of gestational diabetes: a meta-analysis. Diabetologia 2015; 58(10): 2229-37

Diabetes und Depression
Schlechte Stimmung mit oraler Therapie

Diabetiker leiden etwa doppelt so häufig an Depressionen wie Nicht-Diabetiker. Wie hoch das Risiko für den einzelnen Patienten ausfällt, hängt von dessen Alter ab und von der Art der Medikation.

Quelle: Berge LI et al.: Depression in persons with diabetes by age and antidiabetic treatment: a cross-sectional analysis with data from the Hordaland Health Study. PLoS One 2015; 10(5): e0127161

Hormontherapie
Mehr Blutungen bei Hochdruckpatientinnen

Häufige Nebenwirkung einer kontinuierlichen Hormontherapie in der Postmenopause sind Uterusblutungen. Eine Hypertonie vergrößert das Risiko, ergab eine Auswertung von WHI-Daten.

Quelle: Sriprasert I et al.: Incidence of endometrial spotting or bleeding during continuous-combined estrogen-progestin therapy in postmenopausal women with or without hypertension. Menopause 2015; 22: 1067-75

MODY in der Schwangerschaft oft fehldiagnostiziert
Diabetestyp beeinflusst fetale Prognose

MODY-Diabetes (Maturity Onset Diabetes of the Young) manifestiert sich oft erst in der Schwangerschaft und wird dann als Gestationsdiabetes fehlinterpretiert. Der klinische Verlauf und das Management sind vom Genotyp von Mutter und Kind sowie von der hyperglykämischen Varianz abhängig.

Quelle: Bacon S et al.: The clinical management of hyperglycemia in pregnancy complicated by maturity-onset diabetes of the young. Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 236.e1-7

Insulinresistenz und Alzheimer
Diabetes macht Frauen sprachlos

Typ-2-Diabetes führt zu Insulinresistenz im Gehirn und trägt so zu kongitivem Verfall und Alzheimer bei. Bei Frauen kann sich das schon früh in der Sprache bemerkbar machen.

Quelle: Ekblad LL et al.: Insulin resistance is associated with poorer verbal fluency performance in women. Diabetologia 2015; 58(11): 2545-53

Metabolisches Syndrom
Besserung durch Laser-Akupunktur

Das metabolische Syndom (MetS) setzt sich aus mehreren Dysregulationen zusammen und fördert Diabetes und kardiovaskuläre Probleme. Nun wurde die Laser-Akupunktur auf ihre Wirksamkeit gegen MetS getestet.

Quelle: El-Mekawy HS et al.: Effect of laser acupuncture combined with a diet-exercise intervention ... J Adv Res 2015; 6: 757-63

Verzögerte Menopause
Ovarial-Transplantat statt HRT?

Durch Kryokonservierung und Transplantation von Ovarialgewebe ist es möglich, künstlich die Fertilität wiederherzustellen oder die Pubertät einzuleiten. Ob das Verfahren auch zur Verzögerung der Menopause sinnvoll ist, ist allerdings fraglich.

Quelle: Von Wolff M, Stute P: Cryopreservation ... Reprod Biomed Online 2015; Epub Aug 21; doi: 10.1016/j.rbmo.2015.08.010

Hormonersatztherapie
Unregulierte Östrogene – Problem in den USA

Es ist unbestritten, dass eine Hormonersatztherapie Menopausen-Beschwerden lindern kann. Ihre Risiken sind ebenfalls bekannt. Diese könnten mit nicht zugelassenen Produkten noch höher sein.

Quelle: Pinkerton JV et al.: Compounded bioidentical hormone therapy ... Menopause 2015; 22: 926-36

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