Fertilität

Pestizide im Essen
Fertilitätsbehandlung in Gefahr

Tierexperimente konnten zeigen, dass die orale Aufnahme von Pestiziden mit der Nahrung sich negativ auf die Reproduktion auswirken kann. Dabei wurden Pestizid-Dosen untersucht, die so durchaus in der Nahrung vorkommen können. Ob eine solche Assoziation auch beim Menschen besteht, war bislang unklar.

Quelle: Chiu YH et al.: Association between pesticide residue intake ... JAMA Intern Med 2017; Epub Oct. 30; doi: 10.1001/jamainternmed.2017.5038

Männliche Refertilisierung
Beide Partner sollten beraten werden

Eine Vasektomie gilt als definitive Kontrazeptionsmethode für den Mann. Aber etwa 20% aller vasektomierten Männer äußern später dennoch den Wunsch nach einem Kind. Dann ist die operative Refertilisierung („Sterilisationsumkehr“) eine Option, vor deren Durchführung allerdings sowohl der Mann als auch seine Partnerin gut beraten werden sollten.

Quelle: Kirby EW et al.: Vasectomy reversal: decision making and technical innovations. Transl Androl Urol 2017; 6: 753-60

Problem „unilaterale Oophorektomie"
Reduzierte Ovarreserve – erschwerte ART?

Es gibt zahlreiche Gründe, warum bei fertilen Frauen ein Eierstock entfernt werden muss. Wenn dann die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist und eine assistierte Reproduktion in Betracht gezogen wird, stellt sich die Frage, ob diese Frauen geringere Chancen auf einen Erfolg nach künstlicher Befruchtung haben als solche mit zwei intakten Ovarien.

Quelle: Younis JS et al.: The impact of unilateral oophorectomy on ovarian reserve in assisted reproduction: a systematic review and meta-analysis. BJOG 2018; 125: 26-35

Neoadjuvante Chemotherapie
Keine Therapieverzögerung durch Oozytenstimulation

Bei einer neoadjuvanten Chemotherapie ist das Zeitfenster nach der Diagnose für eine Oozytenentnahme zur Fertilitätsprotektion relativ klein. Mit einem „random start“ Protokoll scheint eine erfolgreiche ovarielle Stimulation dennoch möglich.

Quelle: Letourneau JM et al.: Random start ovarian stimulation for ... Human Reproduction 2017; 32: 2123-9

Embryoselektion
Mitochondriale DNA sagt IVF-Erfolg voraus

Trotz genetischer Präimplantationsdiagnostik werden mindestens 30% der Frauen nach einem Embryonentransfer nicht schwanger. Als guter Biomarker hierfür hat sich in einer US-amerikanischen Studie die Menge an mitochondrialer DNA in den Blastozysten erwiesen.

Quelle: Fragouli E et al.: Clinical implications of mitochondrial DNA quantification on pregnancy outcomes: a blinded prospective non-selection study. Human Reproduction 2017; 32: 2340-7

Ovarielle Reserve und Ernährung
Milch macht in diesem Fall nicht munter!

Tierstudien lassen vermuten, dass sich eine proteinarme Ernährung negativ auf die Follikelzahl auswirkt. Und wie verhält sich das beim Menschen?

Quelle: Souter I et al.: The association of protein intake (amount and type) ... BJOG 2017; 124: 1547-55

Assistierte Reproduktion
Das Altersparadoxon des Fehlbildungsrisikos

Nach dem Einsatz von assistierten Reproduktionstechniken (ART) scheint das Risiko für kongenitale Anomalien zu steigen. Australische Wissenschaftler untersuchten, ob das an der Fertilitätsbehandlung selbst oder an maternalen Faktoren liegt.

Quelle: Davies MJ et al.: Maternal factors and the risk of birth defects after IVF and ICSI: a whole of population cohort study. BJOG 2017; 124: 1537-44

Anleitung zur Bestimmung der ovariellen Reserve
Welcher Test ist wann der beste?

Die Fertilität einer Frau und der Erfolg einer Kinderwunschbehandlung hängen wesentlich von ihrer ovariellen Reserve ab. Mit welcher Methode sich diese am sichersten bestimmen lässt, fassten US-amerikanische Endokrinologen zusammen.

Quelle: Tal R et al.: Ovarian reserve testing: a user´s guide. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 129-40

Ernährung bei PCOS
Mehr Ovulationen durch Diät?

Profitieren adipöse Patientinnen mit polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS) hinsichtlich der Zyklusregularisierung von einer kalorienreduzierten Ernährung? Zwei Forscherinnen von der Cornell University in New York geben einen Überblick.

Quelle: Jarrett BY et al.: Impact of hypocaloric dietary intervention on ovulation in obese women with PCOS. Reproduction 2017; 153: R15-R27

Was spricht für elektiven Einzelembryo-Transfer (eSET) bei IVF?
Beide Seiten haben gute Argumente

Das Ziel der In-vitro-Fertilisation (IVF) ist die Geburt eines gesunden Kindes, ohne Fehlschläge. Aus Auckland bzw. New York kommen nun allerdings kontroverse Statements zum elektiven Einzelembryo-Transfer (eSET) im Rahmen der IVF.

Quelle: Gleicher N et al.: Elective single-embryo transfer (eSET) reduces pregnancy rates ... FOR: The statistically flawed model of eSET. BJOG 2017; 124, 755; Miller LM: AGAINST: SET maintains live birth rates and provides unique ... BJOG 2017; 124, 756

Uterusarterienembolisation
Die ovarielle Reserve leidet

Müssen Patientinnen, die aufgrund symptomatischer uteriner Leiomyome mittels Uterusarterienembolisation (UAE) behandelt werden, mit Einschränkungen der Fertilität rechnen? Dieser Frage gingen Forscher aus Südkorea nun nach.

Quelle: Kim CW et al.: The effects of uterine artery embolization on ovarian reserve. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2016; 206: 172-6

Natürliche Familienplanung
Besserer Sex mit symptothermaler Methode?

Die symptothermale Methode der natürlichen Familienplanung (NFP) beruht auf täglicher Temperaturmessung und Beobachtung des Zervixschleims. Bei typischem Gebrauch kommt sie auf eine unerwünschte Schwangerschaftsrate von 2 bis 8%. Forscher wollten nun wissen, wie diese Methode die Sexualität beeinflusst.

Quelle: Unseld M et al.: Use of natural family ... Front Public Health 2017; doi: 10.3389/fpubh.2017.00042

Kinderwunsch trotz Infektion mit HIV, Hepatitis B oder C
So kann das Risiko einer Infektion für Partner und Kind effektiv reduziert werden

Was tun, wenn ein Paar trotz einer HIV-, Hepatitis-B oder -C-Infektion Kinder bekommen möchte? US-amerikanische Reproduktionsmediziner fassten zusammen, wie man Betroffene beraten und unterstützen und gleichzeitig das Transmissionsrisiko für das Kind und den nicht infizierten Partner minimieren kann.

Quelle: Hanson BM et al.: Reproductive considerations in the setting of chronic viral illness. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 4-10

Kinderwunsch mit HIV
Mit Samenwäsche und PrEP keine Infektion!

Nicht jedes HIV-diskordante Paar mit Kinderwunsch will mithilfe von ICSI schwanger werden. Aber auch bei einer intrauterinen Insemination lässt sich durch Samenwäsche und Präexpositionsprophylaxe (PrEP) die Ansteckungsgefahr minimieren.

Quelle: Safier LZ et al.: Sperm washing with intrauterine insemination and preexposure prophylaxis: an innovative approach to treating HIV-serodiscordant couples. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 617-8

Fertilitätsdiagnostik
Transvaginale Laparoskopie von Vorteil?

Im Vergleich zur klassischen Laparoskopie ist die transvaginale Variante weniger invasiv und in bestimmten Fällen sensitiver bei der Detektion fertilitätsmindernder Läsionen. Allerdings wird sie bislang nur von wenigen Spezialisten durchgeführt.

Quelle: Gordts S: Transvaginal, rather than traditional ... Li TC: Against: Practising specialists prefer traditional laparoscopy. BJOG 2017; 124: 1206-7

Assistierte Reproduktion
Mehr Hämorrhagien nach IVF und ICSI

In vielen westlichen Industrienationen steigt die Inzidenz schwerer postpartaler Blutungen – weshalb, ist noch unklar. Eine mögliche Ursache könnte die zunehmende Verbreitung von assistierten Reproduktionstechniken (ART) sein.

Quelle: Nyfløt LT et al.: Assisted reproductive technology and severe postpartum haemorrhage: a case-control study. BJOG 2017; 124: 1198-205

Follikelpunktion
Keine höhere Oozytenausbeute durch Spülen

Theoretisch könnte die Zahl der gewonnenen Eizellen bei der Follikelpunktion durch mehrmaliges Spülen („follicular flushing“) erhöht werden. Insbesondere bei Patientinnen mit eingeschränkter ovarieller Reserve wäre das wünschenswert. Es scheint aber nicht zu funktionieren, wie eine Studie aus der Türkei zeigt.

Quelle: Haydardedeoglu B et al.: Direct aspiration versus follicular flushing ... BJOG 2017; 124: 1190-6

Risiko der In-vitro-Fertilisation
Mehr Neoplasien bei IVF-Kindern

Die Zahl der Kinder, die nach einer Fertilitätsbehandlung zur Welt kommen, nimmt zu. Haben diese Kinder langfristig ein erhöhtes Risiko für eine Tumorerkrankung? Dieser Frage sind nun israelische Wissenschaftler nachgegangen.

Quelle: Wainstock T et al.: Fertility treatments and pediatric neoplasms of the offspring: results of a population-based cohort with a median follow-up of 10 years. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 314.e1-314.e14

Erfolgsraten von IVF und ICSI bei Endometriose
Endometriose-Phänotyp spielt keine Rolle

Viele Endometriosepatientinnen nehmen aufgrund einer eingeschränkten Fertilität reproduktionsmedizinische Maßnahmen in Anspruch. Französische Wissenschaftler haben untersucht, in wiefern die phänotypische Ausprägung der Endometriose den Behandlungserfolg beeinflusst.

Quelle: Maignien C et al.: Prognostic factors for assisted reproductive technology in women with endometriosis- related infertility. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 280.e1-280.e9

Ovarielle Stimulation
Weniger Gestagen reicht auch

Statt mit GnRH-Analoga kann ein vorzeitiger LH-Anstieg bei der IVF auch durch Gestagene verhindert werden. Wissenschaftler aus Shanghai testeten, ob das auch mit einer geringeren MPA-Dosierung funktioniert.

Quelle: Dong J et al.: The pregnancy outcome of progestin- primed ovarian ... BJOG 2017; 124: 1048-55

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