Genitaltrakt / Brust

Kognitive Einbußen
Nur noch Kind im Kopf?
Viele Frauen klagen in der Schwangerschaft über Vergesslichkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Dass das Phänomen des „Baby brain“ tatsächlich empirisch belegbar ist, zeigt eine Metaanalyse australischer Wissenschaftlerinnen.
Davies SJ et al.: Cognitive impairment during pregnancy: ... Med J Aust 2018; doi: 10.5694/mja17.00131
Rarität „isolierte Tubentorsion"
Schwangere mit einseitigen Unterbauchschmerzen – was tun?

Eine isolierte Tubentorsion ohne Beteiligung des Ovars ist extrem selten und tritt hauptsächlich im fortpflanzungsfähigen Alter auf. US-amerikanische Notfallmediziner berichten von dem Fall einer jungen Schwangeren.

Quelle: Macedo M et al.: A rare case of right lower quadrant ... Am J Emerg Med 2017; 35: 668.e1-e2

Protektive Wirkung
Weniger Myome bei Diabetikerinnen

Ob Typ-2-Diabetes bzw. seine medikamentöse Behandlung vor dem Auftreten von Myomen schützen kann, ist bislang nicht geklärt. Eine US-amerikanische Arbeitsgruppe wollte dem auf den Grund gehen.

Quelle: Velez Edwards DR et al.: Evaluating the role of race and medication in protection ... BMC Women‘s Health 2017; 17: DOI 10.1186/s12905-017-0386

Granulomatöse Mastitis
Resektion besser als Steroidbehandlung?

Die idiopathische granulomatöse Mastitis (igM) ist eine seltene entzündliche Brusterkrankung, die häufig als Mammakarzinom fehldiagnostiziert wird. Am Beispiel einer noch selteneren igM bei einem Mann beschrieben griechische Chirurgen die Therapiemöglichkeiten.

Quelle: Moris D et al.: Is idiopathic granulomatous mastitis a surgical disease? The jury is still out. Ann Transl Med 2017; doi: 10.21037/ atm.2017.05.24

Stillen
Mastitis reduziert mikrobielle Vielfalt der Milch

Das Mikrobiom der Muttermilch trägt bei gestillten Säuglingen wesentlich zum Aufbau einer gesunden Darmflora bei. Indische Biotechnologen untersuchten, welchen Einfluss eine Mastitis auf die bakterielle Besiedelung der Milch hat.

Quelle: Patel SH et al.: Culture independent assessment of human milk microbial community in lactational mastitis. Nature Scientific Reports 2017; doi: 10.1038/ s41598-017-08451-7

IgG4-assoziierte Mastitis
Ungewöhnlicher benigner Mammatumor

Die IgG4-assoziierte Mastitis ist eine extrem seltene benigne Erkrankung mit exzellenter Prognose. Australische Chirurgen beschreiben einen der weltweit erst elf bekannten Fälle.

Quelle: Tan ES et al.: Immunoglobulin-G4 related mastitis: A case report. International Journal of Surgery Case Reports 2017; 37: 169-72

Uterusmyome
Welche Risikofaktoren gibt es?

Leiomyome des Uterus sind die häufigste gutartige Neoplasie bei Frauen. Etwa ein Drittel der Myome werden symptomatisch. Eine aktuelle Metaanalyse fahndete anhand von 60 Fall-Kontroll- und Kohortenstudien nach Risikofaktoren.

Quelle: Stewart EA et al.: Epidemiology of uterine fibroids: a systematic review. BJOG 2017; 124: 1501-12

Schwangerschaftsdiabetes
Den Stoffwechsel postpartal im Auge behalten

Frauen mit Gestationsdiabetes stellen eine zunehmende Risikogruppe dar. Sie werden anhand eines pathologischen oralen Glucosetoleranztests identifiziert. Dieser ist auch geeignet, um die Entwicklung des Stoffwechsels nach der Entbindung zu verfolgen. Viel Kopfzerbrechen bereitet die mangelhafte Inanspruchnahme der postpartalen Kontrollen.

Quelle: Martinez NG et al.: Optimizing postpartum care for the patient with gestational diabetes mellitus. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 314-21

Gebärmuttervorfall
Minimal-invasive Korrektur bewährt sich

Der Prolaps von Beckenorganen kann die Lebensqualität betroffener Frauen erheblich schmälern. Die Häufigkeit aller Grade im Alter zwischen 20 und 59 Jahren liegt bei rund 30%. Konventionelle Prolaps-Operationen haben dabei diverse Nachteile.

Quelle: Nair R et al.: Clinical outcomes in women undergoing laparoscopic hysteropexy: A systematic review. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2017; 208: 71-80

Mammographie-Screening
Überdiagnosen sind häufig

Die Einführung der Screening-Mammographie hat dazu geführt, dass überproportional viele kleine Mammakarzinome detektiert werden. Ein erheblicher Teil dieser Tumore wird aber wahrscheinlich niemals klinisch relevant. Wissenschaftler haben nun berechnet, dass insbesondere ältere Frauen häufig von Überdiagnosen betroffen sind.

Quelle: Lannin DR, Wang S: Are small breast cancers good because they are small or small because they are good? N Engl J Med 2017; 376: 2286-91

Prolaps-Chirurgie
Methoden, Vorteile, Komplikationen

Die Prävalenz des Descensus genitalis in der weiblichen Bevölkerung ist hoch: Bis zu 8% der Frauen leiden an einem Prolaps der Geschlechtsorgane. Wissenschaftlerinnen von der Universität Chicago geben einen Überblick über die chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Vor- und Nachteile.

Quelle: Geynisman-Tan J, Kenton K: Surgical updates in the treatment of pelvic organ prolapse. Rambam Maimonides Med J 2017; 8(2): e0017

Abdominale Hysterektomie
Intraoperative Schmerztherapie

Die nach einer abdominalen Hysterektomie auftretenden starken Schmerzen werden üblicherweise mit Opioiden behandelt. Eine schwedische Studie zeigt: Die postoperativen Beschwerden sind erträglicher, wenn während des Eingriffs ein Lokalanästhetikum in den Plexus hypogastricus superior injiziert wurde.

Quelle: Rapp H et al.: Superior hypogastric plexus block as a new method of pain relief after abdominal hysterectomy: double-blind, randomised clinical trial of efficacy. BJOG 2017; 124(2): 270-76

Abnorme Uterusblutungen
FIGO standardisiert Klassifikation

Angesichts der globalen Bedeutung abnormer uteriner Blutungen hat ein Expertengremium der FIGO ein neues Nomenklatur- und Klassifikationssystem entwickelt.

Quelle: Munro MG et al.: Research and clinical management ... BJOG 2017; 124(2): 185-89

PCOS als Stigma
Gefahr der Überdiagnose ist groß

Seit der Erstbeschreibung des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) 1935 wurden die Diagnosekriterien mehrfach erweitert. Dementsprechend hat die Prävalenz der Erkrankung zugenommen. Oft schadet die Diagnose jedoch mehr als sie nutzt.

Quelle: Copp T et al.: Are expanding disease definitions unnecessarily ... BMJ 2017; 358: j3694

Diagnose des Harnwegsinfektes
Ohne U-Stix und Urinkultur?

Urinstreifentests und eine bakteriologische Untersuchung des Mittelstrahlurins gelten als der Goldstandard bei der Diagnose von Harnwegsinfekten (HWI). Aber es gab auch schon immer Bedenken ob der Verlässlichkeit dieser Methoden. Deshalb präferieren viele Autoren bei Verdacht auf HWI eine mikroskopische Untersuchung des Urins mit Zählung der Leukozyten (Pyurie-Nachweis). Ob vielleicht aber auch eine etwas umfangreichere Anamnese ausreicht, um Patientinnen mit HWI zu identifizieren, prüften nun britische Nephrologen mit einem aus 39 Fragen bestehendem HWI-Anamnesebogen.

Quelle: Khasriya R et al.: Lower urinary tract symptoms that predict microscopic pyuria. Int Urogynecol J 2017; doi: 10.1007/s00192-017-3472-7

Chronische Beckenschmerzen
Kann Gabapentin helfen?

Chronische Beckenschmerzen sind ein häufiges Problem von Frauen. Die Ursache bleibt oft unklar; eine kurative Therapie ist dann nicht möglich. Man kann aber die Lebensqualität trotz Schmerzen bessern. Eine Option sind Neuromodulatoren.

Quelle: Horne AW et al.: Is gabapentin effective for women with unexplained chronic pelvic pain? BMJ 2017; 358:
j3520;
Duffy JMN: How should we manage women with unexplained chronic pelvic pain in light of uncertainty about the effectiveness of gabapentin? BMJ 2017; 358:j3624

Endometriose
Stillen wirkt präventiv

Kann der Entstehung einer Endometriose durch Stillen vorgebeugt werden? Dieser Frage sind Wissenschaftler aus Boston nachgegangen. Ihre Hypothese: Langes Stillen schützt durch die Induktion einer Amenorrhoe sowie durch eine Veränderung des hormonellen Milieus vor dieser Erkrankung.

Quelle: Farland LV et al.: History of breast feeding and risk of incident endometriosis: prospective cohort study. BMJ 2017; 358: j3778. doi: 10.1136/bmj.j3778.

Indikation zur Endometriumbiopsie
BMI wichtiger als Alter

Frauen mit abnormalen uterinen Blutungen (AUB) und erhöhtem Risikoprofil sollten gemäß Leitlinien einer Endometriumbiopsie unterzogen werden, um endometriale Hyperplasien oder Karzinome ausschließen zu können. Die Entscheidung für die Untersuchung wird dabei hauptsächlich vom Alter der Patientin abhängig gemacht. Wesentlich ausschlaggebender ist einer Studie zufolge aber der BMI.

Quelle: Wise MR et al.: Body mass index trumps age in decision for endometrial biopsy: cohort study of symptomatic premenopausal women. Am J Obstet Gynecol 2016; 215: 598.e1-8

Zystitis & Co.
Harnwegsinfekte nicht unterschätzen

Infektionen des unteren Harntrakts sind die häufigste nicht-gynäkologische Indikation für einen Arztbesuch in der Schwangerschaft. Britische Mediziner fassten die Empfehlungen für die Primärversorgung zusammen.

Quelle: Johnston CL et al.: A likely urinary tract infection in a pregnant woman. BMJ 2017; 357: j1777 doi: 10.1136/bmj.j1777

Stressinkontinenz
Nadeln gegen Harnverlust?

Die Belege dafür, dass Elektroakupunktur den Urinverlust bei Stressinkontinenz verringert, sind bislang eher dünn. Mehr Evidenz brachte eine randomisierte, plazebokontrollierte Studie aus China.

Quelle: Liu Z et al.: Effect of electroacupuncture on urinary leakage among ... JAMA 2017; 317: 2493-501

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