Gravidität

Zahnfleischerkrankungen in der Schwangerschaft vorbeugen

Die hormonellen Umstellungen während einer Schwangerschaft betreffen auch das Zahnfleisch, vermehrtes Zahnfleischbluten kann die Folge sein. Studienergebnisse legen nahe, dass es bei Frauen mit Schwangerschaftsgingivitis häufiger zu einer Frühgeburt kommt oder dass das Geburtsgewicht ...

Morbus Basedow
Thyreostatika erhöhen Fehlbildungsrisiko
Eine unbehandelte Basedow-Erkrankung gefährdet in der Schwangerschaft die Gesundheit von Mutter und Kind. Die Einnahme von Thyreostatika kann jedoch die Entstehung fetaler Malformationen fördern, wie eine Datenanalyse aus Korea zeigt.
Seo GH et al.: Antithyroid drugs and congenital malformations: ... Ann Intern Med 2018; doi:10.7326/M17-1398
Angeborene Vitien
CAVE: Schwangere mit Herzfehler
Schwangerschaft, Entbindung und Wochenbett stellen das Herz-Kreislauf-System vor besondere Herausforderungen. Frauen mit einem angeborenen Herzfehler brauchen deshalb eine kompetente multidisziplinäre Betreuung.
Cauldwell M et al.: Pregnancy in women with congenital heart disease. BMJ 2018; 360: doi: 10.1136/ bmj.k478
Antidepressiva in der Schwangerschaft
Mehr psychiatrische Erkrankungen bei Kindern

Eine dänische Bevölkerungsstudie lieferte Hinweise, dass die Einnahme von Antidepressiva in der Schwangerschaft das Risiko von psychiatrischen Erkrankungen beim Nachwuchs erhöhen könnte.

Quelle: Liu X et al.: Antidepressant use during pregnancy and psychiatric disorders in offspring: Danish nationwide register based cohort study. BMJ 2017; 358: j3668

Analgetika in der Schwangerschaft
Beeinträchtigt Paracetamol die Fruchtbarkeit?

Zumindest bei Ratten und Mäusen scheint eine pränatale Paracetamol-Exposition die ovarielle Reserve zu verringern. Das zeigen drei jüngst veröffentlichte Studien.

Quelle: Arendrup FS et al.: Is exposure during pregnancy to acetaminophen/paracetamol disrupting female reproductive development? Endocrine Connections 2018; DOI:10.1530/EC-17- 0298

Schwangerschaftsverlust
Väter leiden stiller

Dass auch Männer nach dem Tod eines ungeborenen Kindes trauern, wird oft übersehen. Wie ein systematisches Review nun zeigte, machen sie ihren Kummer eher mit sich selber aus. Aber auch die Flucht in den Alkohol ist für Männer in diesen Fällen offensichtlich eine „Coping-Strategie“.

Quelle: Due C et al.: The ... BMC Pregnancy and Childbirth 2017; DOI 10.1186/ s12884-017-1560-9

Induzierter Abort
Kein Vorteil für osmotische Dilatatoren

Bei einem chirurgischen Abbruch im zweiten Trimenon werden in den USA häufig osmotische Dilatatoren eingesetzt. Mit Mifepriston und Misoprostol funktioniert das Zervix-Priming aber ebenso gut – und ist weniger aufwändig für die Patientin.

Quelle: Shaw KA et al.: Preoperative effects of mifepristone for dilation and evacuation after 19 weeks of gestation: a randomised ... BJOG 2017; 124: 1973-81

IUD-Insertion
Keine Wartezeit nach medikamentösem Abbruch
Finnische Gynäkologen untersuchten, wie sich der Zeitpunkt der Insertion einer Hormonspirale nach einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch auf die Liegedauer und die Expulsionsrate auswirkt.

Quelle: Korjamo R et al.: Immediate versus delayed initiation of the levonorgestrel-releasing intrauterine system following ... BJOG 2017; 124: 1957-64R

Korjamo R et al.: Expulsions and adverse events following immediate and later insertion of a levonorgestrel- releasing intrauterine system after medical termination of late first- and second-trimester pregnancy: a randomised controlled trial. Ebd. 1965-72

Schwanger in höherem Lebensalter
Erhöhtes Schlaganfallrisiko?

Mit den Möglichkeiten der assistierten Reproduktion wächst die Zahl der Frauen, die noch in fortgeschrittenem Alter schwanger werden. Wie sich das längerfristig auf deren Gesundheit auswirkt, ist unklar. Jetzt gibt es dazu neue Daten.

Quelle: Quereshi AI et al.: Pregnancy in advanced age ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 409.e1-409.e6

Opioid-Abhängigkeit
Substitution bei Schwangeren in Gefahr

Die Abhängigkeit von Opioiden ist auf dem Vormarsch – in den USA hat sie dramatische Ausmaße angenommen. In der Schwangerschaft kann besonders Heroin fatale Auswirkungen haben. Eine Substitution kann das Schlimmste verhindern.

Quelle: Bastian R et al.: Dose-adjusted plasma concentrations of sublingual buprenorphine are lower during than after pregnancy. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 64.e1-7

Prophylaxe der Präeklampsie
Nutzen und Risiken von Low-dose-ASS

Die Präeklampsie ist ein ernster Zustand, in den 3 bis 5% der graviden Frauen geraten. Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (L-ASS) scheint ihr vorzubeugen, wenn die Medikation vor der 16. SSW beginnt. Diese Prophylaxe birgt aber auch Risiken.

Quelle: Mone F et al.: Should we recommend universal ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 141.e1-141.e5

Präeklampsie
Screening-Nutzen ungewiss

Seit 1996 wird in den USA ein auf regelmäßigen Blutdruckmessungen basiertes Präeklampsie- Screening empfohlen. Anhand eines systematischen Reviews versuchten US-amerikanische Autoren, Nutzen und Risiken verschiedener Screening-Verfahren zu evaluieren.

Quelle: Henderson JT et al.: Preeclampsia Screening: Evidence Report and Systematic Review for the US Preventive Services Task Force. JAMA 2017; 317: 1668-83

Ektope Gravidität
Zwillinge in der Sectionarbe

Auch Zwillingsschwangerschaften können sich in einer Sectionarbe implantieren. US-Wissenschaftler aus Albany/ New York beschrieben im American Journal of Obstetrics and Gynecology den Fall einer solchen ektopen Gravidität.

Quelle: Bringley J et al.: Twin cesarean scar ectopic pregnancy treated with systemic and local methotrexate. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 577.e1-2

Schwangerschaft nach Sectio
Plazentation an der Narbe problematisch

Immer mehr Kinder kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Die Folge: in einer späteren Schwangerschaft steigt das Risiko für eine Implantation des Embryos im Narbenbereich. Wissenschaftler haben nun untersucht, welchen Einfluss die Qualität der Narbenheilung auf den Schwangerschaftsverlauf hat.

Quelle: Kaelin Agten A et al.: The clinical outcome of cesarean scar pregnancies implanted „on the scar“ versus „in the niche“. Am J Obstet Gynecol 2017; 216(5): 510.e1-510.e6

Präeklampsie und ASS
Empfehlung mit Effekt?

Im September 2014 sprach die US-Präventionsbehörde USPSTF eine Empfehlung für ASS zur Verhinderung der Präeklampsie für Schwangere mit erhöhtem Risiko aus. Nun wurde analysiert, ob diese Empfehlung tatsächlich etwas bewirkte. Ja, lautete das Ergebnis, welches man aber durchaus kritisch hinterfragen muss, denn die eigentlich spannende Aussage der Studie liest man eher zwischen den Zeilen.

Quelle: Tolcher MC et al.: Impact of USPSTF recommendations for ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 365.e1-8

Frühgeborenen-Retinopathie
Geringstes Risiko nach Blasensprung

Über die pränatalen Risikofaktoren einer Frühgeborenen-Retinopathie ist wenig bekannt. US-Wissenschaftler haben retrospektiv untersucht, in wiefern verschiedene Ursachen der Frühgeburtlichkeit die Erkrankungswahrscheinlichkeit beeinflussen.

Quelle: Lynch AM et al.: The relationship of the subtypes ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 354.e1-354.e8

Unklare Schwangerschaftsanlage
Endometriumbiopsie bringt Klarheit

Viele Patientinnen mit unklarer Schwangerschaftslokalisation und auffälliger hCG-Dynamik erhalten Methotrexat. Durch die Entnahme von Endometrium- Aspirationsbiopsien kann vielen betroffenen Frauen eine solche Behandlung aber erspart werden.

Quelle: Insogna IG et al.: Outpatient endometrial aspiration: an alternative to methotrexate for pregnancy of unknown location. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 185.e1-185.e9

Hämatoperitoneum
Bei rascher Intervention gute Prognose

Ein spontanes Hämatoperitoneum in der Schwangerschaft ist ein sehr seltenes, aber potenziell lebensbedrohliches Ereignis. Endometriose gilt als ein wichtiger Risikofaktor. Niederländische Wissenschaftler sammelten die Fälle der letzten Jahre.

Quelle: Lier MC et al.: Spontaneous haemoperitoneum in pregnancy and endometriosis: a case series. BJOG 2017; 124: 306-12

Besondere Situationen während der Gravidität und danach
Diagnose und Therapie der tiefen Beinvenenthrombose in der Schwangerschaft

Das als „venöse Thromboembolie“ bezeichnete Krankheitsbild besteht aus der tiefen Beinvenenthrombose (DVT) und der Lungenembolie (LE). Es kommt bei Schwangeren etwa viermal häufiger vor als bei nicht-schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter. Insgesamt kommt eine DVT bei Schwangeren aber deutlich häufiger vor als die LE, weshalb die DVT im Folgenden den Schwerpunkt bilden soll. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass die LE die schwerwiegendste Komplikation einer DVT in der Schwangerschaft darstellt und eine führende maternale Todesursache ist.

Quelle: Khan F et al.: Diagnosis and management of deep vein thrombosis in pregnancy. BMJ 2017; 357: j2344

Drohende Frühgeburt bei extremen Frühchen
Steroidprophylaxe ist von Nutzen

Ob auch sehr frühe Frühgeburten von der pränatalen Administration von Kortikosteoriden profitieren und welche Rolle dabei das Zeitfenster bis zur Geburt spielt, war bislang unklar. Eine Kohortenstudie lieferte nun neue Informationen.

Quelle: Norberg H et al.: Timing of antenatal corticosteroid administration and survival in extremely preterm infants: a national population-based cohort study. BJOG 2017; 124: 1567-74

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