Kontrazeption

Postpartale IUD-Insertion
Viele Vorteile trotz höherer Expulsionsrate
Die US-amerikanische „Society of Family Planning“ gab eine Leitlinie zur unmittelbar postpartalen Einlage von kupfer- oder levonorgestrelhaltigen IUD heraus.
Whitaker AK et al.: Society of Family Planning Guidelines: Postplacental insertion of intrauterine devices. Contraception 2018; 97: 2-13
Intrauterine Langzeitkontrazeption
Gute Akzeptanz auch bei jungen Frauen

Ein intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem mit 52 mg Levonorgestrel-Depot ist seit kurzem für eine längere Liegedauer von vier Jahren zugelassen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Intrauterine Langzeit-Kontrazeption: Entwicklung, Erfahrungen, Trends“, München, 14.3.2018, Veranstalter: Gedeon Richter; intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem Levosert® (52 mg Levonorgestrel-Depot)

Kein Spermium kommt mehr durch
Single-size-Diaphragma mit kontrazeptivem Gel verhütet sicher

Barrieremethoden zur Kontrazeption sind besonders für Frauen sinnvoll, die keine Hormone verwenden wollen oder können, und bei unregelmäßigem Geschlechtsverkehr mit dem Wunsch nach einer nicht täglich anzuwendenden Methode. Das Caya-Diaphragma ist eine solche Methode, die in einer Universalgröße erhältlich ist und kein Latex beinhaltet. Wie sicher Caya in Kombination mit verschiedenen kontrazeptiven Gels (oder ohne Gel) ist, wurde nun in einer Phase-1-Studie untersucht.

Quelle: Mauck CK et al.: A phase I randomized postcoital testing and safety study of the Caya diaphragm used with ... Contraception 2017; 96: 124-30

Theapie-Optionen
Diaphragma-Nutzerinnen befragt
Zum vierten mal wurden zwischen Mai und Juni 2017 Nutzerinnen des Diaphragmas Caya® zu ihren Erfahrungswerten mit der Verhütungsmethode befragt. Als wichtigste Gründe für die Wahl des Diaphragmas nannten 47,7% der 262 Befragten die Nebenwirkungsfreiheit der Methode; 27,3% begr&...
Schlaganfallgefahr bei Frauen mit Migräne
Aktuelle Konsensus-Empfehlungen zur Kontrazeptiva-Verordnung
Migräne-Patientinnen haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, vor allem jene mit Aura. Mit der Frage, ob das Risiko durch hormonelle Kontrazeptiva noch vergrößert wird, befasste sich eine Arbeitsgruppe der European Headache Federation (EHF) und der European Society of Contraception and Reproductive Health (ESC). Nach ihrer Datenschau formulierten die Fachgesellschaften 13 Konsensus-basierte Empfehlungen.
Sacco S et al.: Hormonal contraceptives and risk of ischemic stroke in women with migraine: a consensus statement from ... J Headache Pain 2017; 18(1): 108 [Epub 30. Okt.; doi: 10.1186/s10194-017-0815-1]
Bipolare Störung
Depressive Phase oder Menopause?
Australische Forscherinnen untersuchten, wie Frauen mit einer bipolaren Störung menopausale Beschwerden wahrnehmen.
Perich T et al.: „Is it menopause or bipolar?“ ... BMC Women‘s Health 2017; 17(1): 110
Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch
Frauen schätzen Selbstmanagement
In Großbritannien können Frauen bei einem medikamentösen Abort wählen, ob sie nach der Administration von Misoprostol in der Klinik bleiben oder die Schwangerschaft zu Hause beenden wollen. Die meisten Betroffenen beurteilen das positiv.
Purcell C et al.: Self-management of first trimester medical termination of pregnancy: a qualitative study of women’s experiences. BJOG 2017; 124: 2001-8
Orale Notfallkontrazeption
Zweite Chance auf Konzeptionsschutz

Um die „Pille danach“ ranken sich immer noch viele Mythen und Fehleinschätzungen. Wie, wann und bei wem sie wirkt, wie effektiv sie ist und welche Risiken mit ihr verbunden sind, fassten Experten aus Großbritannien, China und Schweden zusammen.

Quelle: Cameron ST et al.: Current controversies with oral emergency contraception. BJOG 2017; 124: 1948-56

Vorderer Kreuzbandriss
Warum sind Frauen besonders gefährdet?
Das Risiko für einen vorderen Kreuzbandriss (VKB-Ruptur) ist bei Frauen drei- bis sechsmal so hoch wie bei Männern. Die hormonellen Schwankungen des weiblichen Zyklus stehen im Verdacht, das Rupturrisiko zu erhöhen, allerdings ohne schlüssige Beweise.
Herzberg SD et al.: The effect of menstrual cycle and contraceptives on ACL injuries and laxity. A systematic review and meta-analysis. Orthop J Sports Med 2017; 5: 2325967117718781
Östrogen-Gabe bei IVF
Seltene Komplikation „akute Pankreatitis"

Mehr als 100 Medikamente stehen im Verdacht, eine akute Pakreatitis auslösen zu können. Östrogene scheinen aber nur sehr selten dafür verantwortlich zu sein; es gibt rund 40 entsprechende Berichte in der Literatur.

Quelle: Seo D et al.: Estrogen-induced acute pancreatitis: a case report and literature review. Obstet Gynecol Sci 2017; 60: 485-9

Auch ein Effekt der „Pille"
Die Frau fällt nicht so leicht um

Die weiblichen Sexualhormone entfalten eine Vielzahl von Wirkungen, darunter auch solche auf den Bewegungsapparat. Unter kombinierter oraler Kontrazeption (COC) wird offenbar auch dieser Wirkungskreis tangiert.

Quelle: Maged AM et al.: Effect of contraceptives ... Taiwan J Obstet Gynecol 2017; 56: 463-6

Langwirksame Kontrazeptiva
Hohe Verweildauer auch bei Teenagern

In den USA wird eine von fünf jungen Frauen schon vor dem 20. Lebensjahr Mutter – meist ungeplant. Der First-line-Einsatz von langwirksamen Kontrazeptiva (LARC) könnte diese Rate senken – denn die Verweildauer von IUD und Implantat ist auch in dieser Altersgruppe hoch, wie eine Metaanalyse zeigte.

Quelle: Diedrich JT et al.: Long-acting reversible contraception in adolescents: a systematic review and meta-analysis. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 364-74

Organtransplantation
Postoperative Verhütung: Doppelt hält besser
Die meisten Immunsuppressiva sind teratogen. Nach einer Organtransplantation sollten Frauen daher mindestens ein Jahr warten, bevor sie schwanger werden.
Al-Badri M et al.: Reproductive planning for women after solid-organ transplant. Cleve Clin J Med 2017; 84: 719-28
Hormonspirale und -implantat
Wirksame Verhütung, länger als erlaubt

Hormonimplantat und -IUD bieten auch zwei Jahre nach der empfohlenen Nutzungsdauer noch sicheren Empfängnisschutz. Das belegte eine Kohortenstudie.

Quelle: McNicholas C et al.: Prolonged use of the etonogestrel implant and levonorgestrel intrauterine device: 2 years beyond Food and Drug Administration-approved duration. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 586. e1-6

Seltene IUD-Komplikation
Transvaginale Migration in die Blase
Bei Dislokation einer Spirale drohen neben dem Verlust der Kontrazeption Organperforationen und entzündliche Komplikationen. Eine chinesische Arbeitsgruppe beschreibt den seltenen Fall einer transvaginalen Migration eines IUD in die Blase.
Chai W et al.: Vesical transmigration of an intrauterine contraceptive device. A rare case report and literature review. Medicine 2017; 96: 40(e8236)
Migräne in der Pillenpause
Wann am besten Triptan-Prophylaxe starten?

Da perimenstruelle Migräneattacken meist nur schlecht auf Analgetika ansprechen, wird den betroffenen Frauen eine mehrtägige Prophylaxe mit Triptanen empfohlen. An welchen Zyklustagen Pillenanwenderinnen die Präparate optimalerweise einnehmen sollten, haben Forscher aus Zürich untersucht.

Quelle: Merki-Feld GS et al.: Temporal relations in hormone- withdrawal ... J Headache Pain 2017; 18(1): 91

Den Faden verloren
Bergung dislozierter IUD ist aufwändig

Die Spirale ist ein zuverlässiges Verhütungsmittel – sofern sie korrekt ins Cavum uteri eingelegt wird und es nicht zu einer Dislokation kommt. Sind die Rückholfäden bei der gynäkologischen Untersuchung nicht mehr auffindbar, folgt häufig eine aufwändige Suche nach dem Kontrazeptivum.

Quelle: Goswami D et al.: Missing IUCD strings: role of imaging in locating the misplaced device. J Clin Diagn Res 2017; 11(4): QJ01-QJ02

Postpartale Kontrazeption
IUD-Einlage während der Sectio

Da viele Frauen innerhalb eines Jahres nach einer Geburt erneut schwanger werden, ist eine zuverlässige postpartale Kontrazeption erforderlich. Sollte Müttern mit Kaiserschnittentbindung routinemäßig die Einlage einer Spirale im Rahmen der Sectio angeboten werden?

Quelle: Heller R et al.: Routine provision of intrauterine contraception at elective cesarean section in a national public health service: a service evaluation. Acta Obstet Gynecol Scand 2017; 96(9): 1144-51

Risiken oraler Kontrazeptiva
Thromboemboliegefahr abschätzen

Kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK) erhöhen das Risiko für venöse Thromboembolien. Schweizer Forscher haben zwei genetische Varianten identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko einhergehen.

Quelle: McDaid A et al.: Risk prediction of developing venous thrombosis in combined oral contraceptive users. PLoS One 2017; 12 (7): e0182041. doi: 10.1371/journal.pone.0182041

Gestagen-only-Präparate
Was tun bei Blutungsproblemen?

Bei der Kontrazeption mit reinen Gestagenpräparaten sind Blutungsunregelmäßigkeiten einer der Hauptgründe für Unzufriedenheit und mangelnde Adhärenz. Zwei Gynäkologinnen aus St. Louis, Missouri, fassten die Therapieoptionen zusammen.

Quelle: Zigler RE et al.: Unscheduled vaginal bleeding with progestin ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 443-50

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