Kontrazeption

Intrauterine Langzeitkontrazeption
Gute Akzeptanz auch bei jungen Frauen

Ein intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem mit 52 mg Levonorgestrel-Depot ist seit kurzem für eine längere Liegedauer von vier Jahren zugelassen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Intrauterine Langzeit-Kontrazeption: Entwicklung, Erfahrungen, Trends“, München, 14.3.2018, Veranstalter: Gedeon Richter; intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem Levosert® (52 mg Levonorgestrel-Depot)

Kein Spermium kommt mehr durch
Single-size-Diaphragma mit kontrazeptivem Gel verhütet sicher

Barrieremethoden zur Kontrazeption sind besonders für Frauen sinnvoll, die keine Hormone verwenden wollen oder können, und bei unregelmäßigem Geschlechtsverkehr mit dem Wunsch nach einer nicht täglich anzuwendenden Methode. Das Caya-Diaphragma ist eine solche Methode, die in einer Universalgröße erhältlich ist und kein Latex beinhaltet. Wie sicher Caya in Kombination mit verschiedenen kontrazeptiven Gels (oder ohne Gel) ist, wurde nun in einer Phase-1-Studie untersucht.

Quelle: Mauck CK et al.: A phase I randomized postcoital testing and safety study of the Caya diaphragm used with ... Contraception 2017; 96: 124-30

Orale Notfallkontrazeption
Zweite Chance auf Konzeptionsschutz

Um die „Pille danach“ ranken sich immer noch viele Mythen und Fehleinschätzungen. Wie, wann und bei wem sie wirkt, wie effektiv sie ist und welche Risiken mit ihr verbunden sind, fassten Experten aus Großbritannien, China und Schweden zusammen.

Quelle: Cameron ST et al.: Current controversies with oral emergency contraception. BJOG 2017; 124: 1948-56

Östrogen-Gabe bei IVF
Seltene Komplikation „akute Pankreatitis"

Mehr als 100 Medikamente stehen im Verdacht, eine akute Pakreatitis auslösen zu können. Östrogene scheinen aber nur sehr selten dafür verantwortlich zu sein; es gibt rund 40 entsprechende Berichte in der Literatur.

Quelle: Seo D et al.: Estrogen-induced acute pancreatitis: a case report and literature review. Obstet Gynecol Sci 2017; 60: 485-9

Auch ein Effekt der „Pille"
Die Frau fällt nicht so leicht um

Die weiblichen Sexualhormone entfalten eine Vielzahl von Wirkungen, darunter auch solche auf den Bewegungsapparat. Unter kombinierter oraler Kontrazeption (COC) wird offenbar auch dieser Wirkungskreis tangiert.

Quelle: Maged AM et al.: Effect of contraceptives ... Taiwan J Obstet Gynecol 2017; 56: 463-6

Langwirksame Kontrazeptiva
Hohe Verweildauer auch bei Teenagern

In den USA wird eine von fünf jungen Frauen schon vor dem 20. Lebensjahr Mutter – meist ungeplant. Der First-line-Einsatz von langwirksamen Kontrazeptiva (LARC) könnte diese Rate senken – denn die Verweildauer von IUD und Implantat ist auch in dieser Altersgruppe hoch, wie eine Metaanalyse zeigte.

Quelle: Diedrich JT et al.: Long-acting reversible contraception in adolescents: a systematic review and meta-analysis. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 364-74

Hormonspirale und -implantat
Wirksame Verhütung, länger als erlaubt

Hormonimplantat und -IUD bieten auch zwei Jahre nach der empfohlenen Nutzungsdauer noch sicheren Empfängnisschutz. Das belegte eine Kohortenstudie.

Quelle: McNicholas C et al.: Prolonged use of the etonogestrel implant and levonorgestrel intrauterine device: 2 years beyond Food and Drug Administration-approved duration. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 586. e1-6

Migräne in der Pillenpause
Wann am besten Triptan-Prophylaxe starten?

Da perimenstruelle Migräneattacken meist nur schlecht auf Analgetika ansprechen, wird den betroffenen Frauen eine mehrtägige Prophylaxe mit Triptanen empfohlen. An welchen Zyklustagen Pillenanwenderinnen die Präparate optimalerweise einnehmen sollten, haben Forscher aus Zürich untersucht.

Quelle: Merki-Feld GS et al.: Temporal relations in hormone- withdrawal ... J Headache Pain 2017; 18(1): 91

Den Faden verloren
Bergung dislozierter IUD ist aufwändig

Die Spirale ist ein zuverlässiges Verhütungsmittel – sofern sie korrekt ins Cavum uteri eingelegt wird und es nicht zu einer Dislokation kommt. Sind die Rückholfäden bei der gynäkologischen Untersuchung nicht mehr auffindbar, folgt häufig eine aufwändige Suche nach dem Kontrazeptivum.

Quelle: Goswami D et al.: Missing IUCD strings: role of imaging in locating the misplaced device. J Clin Diagn Res 2017; 11(4): QJ01-QJ02

Postpartale Kontrazeption
IUD-Einlage während der Sectio

Da viele Frauen innerhalb eines Jahres nach einer Geburt erneut schwanger werden, ist eine zuverlässige postpartale Kontrazeption erforderlich. Sollte Müttern mit Kaiserschnittentbindung routinemäßig die Einlage einer Spirale im Rahmen der Sectio angeboten werden?

Quelle: Heller R et al.: Routine provision of intrauterine contraception at elective cesarean section in a national public health service: a service evaluation. Acta Obstet Gynecol Scand 2017; 96(9): 1144-51

Risiken oraler Kontrazeptiva
Thromboemboliegefahr abschätzen

Kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK) erhöhen das Risiko für venöse Thromboembolien. Schweizer Forscher haben zwei genetische Varianten identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko einhergehen.

Quelle: McDaid A et al.: Risk prediction of developing venous thrombosis in combined oral contraceptive users. PLoS One 2017; 12 (7): e0182041. doi: 10.1371/journal.pone.0182041

Gestagen-only-Präparate
Was tun bei Blutungsproblemen?

Bei der Kontrazeption mit reinen Gestagenpräparaten sind Blutungsunregelmäßigkeiten einer der Hauptgründe für Unzufriedenheit und mangelnde Adhärenz. Zwei Gynäkologinnen aus St. Louis, Missouri, fassten die Therapieoptionen zusammen.

Quelle: Zigler RE et al.: Unscheduled vaginal bleeding with progestin ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 443-50

Kontrazeptiva der vierten Generation
Drospirenon und das Thromboserisiko

Wie sich Drospirenon-haltige Kontrazeptiva auf das Risiko venöser Thromboembolien (VTE) auswirken, wurde in verschiedenen Studien kontrovers beurteilt. Deren methodische Qualität nahmen jetzt kanadische Wissenschaftler unter die Lupe.

Quelle: Larivée N et al.: Drospirenone-containing oral contraceptive pills ... BJOG 2017; 124: 1490-9

Patientinnen mit Epilepsie und Verhütungswunsch
Diese Antiepileptika machen die Pille unsicher

Frauen mit Epilepsie im fertilen Alter sollten auf das teratogene Potenzial von Antiepileptika hingewiesen werden. Unter Antiepileptika plus Kontrazeptiva können aber auch die Verhütungswirkung wie auch die Anfallskontrolle vermindert sein.

Quelle: Gooneratne IK et al.: Contraception advice for women with epilepsy. BMJ 2017; 357: j2010

Hormonspirale
Längere Liegedauer

Mediziner aus den USA verglichen die Verbleib-, Expulsions- und Schwangerschaftsraten von Kupfer- und Hormonspiralen.

Quelle: Phillips SJ et al.: Continuation of copper and levonorgestrel intrauterine devices: a retrospective cohort study. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 57.e1-6

Langwirksame Kontrazeptiva
Gute Adhärenz bei postpartaler Insertion

Die Insertion eines IUD oder Implantats direkt nach der Entbindung schützt effektiv vor unerwünschten Folgeschwangerschaften. Bei der Hormonspirale scheint dadurch jedoch die Expulsionsrate zu steigen.

Quelle: Eggebroten JL et al.: Immediate postpartum intrauterine ... Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 51.e1-7

Kombinierte orale Kontrazeptiva
Neue Daten zum Krebsrisiko durch die Pille

Wie verändert die Einnahme der Pille das Lebenszeitrisiko für Krebserkrankungen? Bisherige Studien belegen einen gewissen Schutz vor einigen Karzinomen, für andere aber ein erhöhtes Risiko. Auf lange Sicht scheint die Bilanz jedoch ausgeglichen zu sein.

Quelle: Iversen L et al.: Lifetime cancer risk and combined oral ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 580.e1-9

Spezielle Situationen in der Kontrazeption
Langzeitverhütung mit IUD und subdermalem Implantat

34% aller Schwangerschaften in Europa gelten als ungewollt. Kontrazeption stellt demnach eine bedeutende Präventionsmaßnahme dar. Zwei effektive reversible Langzeitkontrazeptiva sind das Intrauterin-Device (IUD, kupfer- oder hormonbeschichtet) und das subdermale Hormonimplantat („Verhütungsstäbchen“). Allerdings werden diese LARC (long-acting reversible contraceptives) von wenigen Frauen angewendet. Mehr Frauen den Zugang zu LARC zu ermöglichen, gilt als einer der wesentlichen Faktoren, die Zahl unerwünschter Schwangerschaften zu senken.

Quelle: Curtis KM et al.: Long-acting reversible contraception. N Engl J Med 2017; 376: 461-8

Vaginalflora
Verhütung beeinflusst Keimspektrum

Unter hormonellen Kontrazeptiva scheint das Risiko einer bakteriellen Vaginose (BV) zu sinken. Wie genau sich Verhütungsmethoden auf das Mikrobiom der Scheide auswirken, untersuchte ein amerikanisch-afrikanisches Wissenschaftlerteam.

Quelle: Pyra M et al.: Associations between hormonal ... IDSOG (The Infectious Diseases Society for Obstetrics and Gynecology) 2016, Annapolis, USA

Notfall-Kontrazeption
Kupferspirale zu wenig genutzt

Der Verhütungsschutz von gebräuchlichen oralen Notfallkontrazeptiva ist vor allem bei übergewichtigen Frauen nicht sichergestellt. Obwohl die Kupferspirale die effektivste Methode der Notfallverhütung ist, wird diese dagegen nur selten genutzt. Dabei wären einige Frauen an dieser Option durchaus sehr interessiert.

Quelle: Schubert FD et al: Access to the copper IUD as post-coital contraception: results from a mystery caller study. Contraception 2016; 94(5): 561-6

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