Menopause

Menopausale Hormontherapie
Neue Daten sprechen für hohen Nutzen

Die 2002 publizierte WHI-Studie schürtebei Ärzten und Patientinnen die Angst vor einem erhöhten Brustkrebs- und Thromboserisiko im Rahmen einer menopausalen Hormontherapie (HRT). Neuere Daten relativieren aber die damaligen Studienergebnisse. Mittlerweile sind sich Experten darin einig, dass eine fokussierte und risikoadaptierte HRT in den allermeisten Fällen mehr nutzt als schadet.

Quelle: Symposium: „Individualisierte HRT“, im Rahmen des FOKO 2018, Düsseldorf, 2.3.2018, Veranstalter: Dr. Kade/Besins Estradiol-Dosiergel: Gynokadin®; Progesteron (mikronisiert): Utrogest®

Menopausale Beschwerden
Verhaltenstherapie und Hypnose gegen Hitzewallungen

Für Frauen mit behandlungsbedürftigen menopausalen Beschwerden, für die eine Hormontherapie aufgrund von Kontraindikationen oder persönlichen Präferenzen nicht in Frage kommt, gibt es eine ganze Reihe nicht hormoneller Alternativen.

Quelle: Hickey M et al.: Non-hormonal treatments for menopausal symptoms. BMJ 2017; 359: j5101 doi: 10.1136/bmj.j5101

Gesundheitsdeterminanten
Zu wenig Obst, zu wenig Bewegung

Ein Risikofaktor kommt selten allein. Das gilt auch für ungünstige Lebensgewohnheiten. Epidemiologen des Robert-Koch-Instituts untersuchten, welche prognostisch relevanten Kombinationen bei älteren Frauen typisch sind.

Quelle: Jentsch F et al.: Typical patterns of modifiable health risk factors (MHRFs) in elderly women in Germany: results from the cross-sectional German Health Update (GEDA) study, 2009 and 2010. BMC Women‘s Health 2017; 17: DOI 10.1186/s12905-017-0380-4

Körperfett als Östrogenquelle
Übergewicht hält die Stimme jung

Viele Frauen erleben in der Menopause eine Veränderung ihrer Stimme. Wissenschaftler fanden heraus, dass dies auch vom BMI abhängt.

Quelle: Hamdan A-L et al.: Vocal symptoms and acoustic findings in menopausal women in comparison to pre-menopause women with body mass index as a confounding variable. J Menopausal Med 2017; 23: 117-23

Vulvodynie
Zahlreiche Therapien – bis hin zur Chirurgie

Die Prävalenz der Vulvodynie nimmt zwar in der Postmenopause ab. Dafür findet man bei älteren Frauen häufig besonders schwere Fälle. Die Behandlung erfolgt nach dem Trial-and-error-Prinzip.

Quelle: Vieira-Baptista P et al.: Diagnosis and management of vulvodynia in postmenopausal women. Maturitas 2018; 108: 84-94

Knochengesundheit
Effekt von Bewegung ist messbar
Bewegungsarmut erhöht das Osteoporoserisiko. Bisherige Studien haben jedoch den Nachweis einer Korrelation zwischen Bewegungsparametern und Knochengesundheit verfehlt, vermutlich wegen einer zu geringen zeitlichen Auflösung der Messungen. Eine britische Studie verwendete nun eine neue Technologie zur zeitlich hoch aufgelösten Messung von Beschleunigungsimpulsen.
Stiles VH et al.: A small amount of precisely measured high-intensity habitual physical activity predicts bone health in pre- and post-menopausal women in UK Biobank. Int J Epidemiol 2017, 46: 1847-56
Zerebrale Hormonwirkungen
Schlaganfallrisiko in der Postmenopause

Offenbar schützen die weiblichen Geschlechtshormone – Östrogene und Gestagene – prämenopausale Frauen vor ischämischen Schlaganfällen. Eine postmenopausale Hormontherapie scheint hingegen keine neuroprotektive Wirkung zu haben. Warum ist dies so?

Quelle: Shekhar S et al.: Menopause and ischemic stroke: a brief review. MOJ Toxicol 2017; 3(4)

Hormontherapie und Mortalität
Langzeit-Daten der WHI-Studie ausgewertet

Wie wirkt sich eine postmenopausale Hormontherapie auf das Sterberisiko aus? Dieser Frage sind US-Wissenschaftler nachgegangen: Sie haben die Daten der „Women‘s Health Initiative“-Studie (WHI) analysiert.

Quelle: Manson JE et al.: Menopausal hormone therapy and long-term all-cause and cause-specific mortality: the Women‘s Health Initiative randomized trials. JAMA 2017; 318(10): 927-38

Urogenitales Menopausensyndrom – vulvovaginale Atrophie
CO2-Laser-Behandlung lindert vaginale und urologische Symptome der Menopause effektiv

Während der menopausalen Transition unterliegt der Körper der Frau zahlreichen Veränderungen. Ursache ist die chronische Hypoöstrogenämie, welche sich insbesondere auch in vaginaler Trockenheit, Dyspareunie und Harnwegssymptomen äußern kann. Bis 2014 nannte man dieses Erscheinungsbild „vulvovaginale Atrophie“, dann schlugen Fachgesellschaften den umfassenderen und weniger stigmatisierenden Begriff „urogenitales Menopausensyndrom“ vor (GSM, genitourinary syndrome of menopause). Eine lokale, nicht medikamentöse Behandlungsmöglichkeit von GSM-Symptomen stellt der fraktionierte CO2-Laser „MonaLisa Touch®“ dar, der das vaginale Epithel gezielt stimulieren und revitalisieren kann. Das führt zu einer signifikanten Reduktion der vaginalen und urologischen GSM-Beschwerden, wie zahlreiche Studien zeigten.

Konzept der „Eu-Östrogenämie“ in der Postmenopause
Angepasste Re-Östrogenisierung anstreben
Kaum ein anderes Hormon steht so häufig in der öffentlichen Diskussion wie Östrogen. Angesichts der Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen zu Nutzen und Risiken einer postmenopausalen Substitutionsbehandlung ist die Verwirrung oft groß.
Turner RJ et al.: A theory of eu-estrogenemia: a unifying concept. Menopause 2017; 24: 1086-97
Vasomotorische Beschwerden lindern
HRT gegen Hitzewallungen

Rund 75% aller postmenopausalen Frauen leiden an vasomotorischen Beschwerden, typischerweise Hitzewallungen und Nachtschweiß. Bei jeder vierten Frau sind die Symptome stark ausgeprägt. Zur Therapie stehen neben verschiedenen Hormonpräparaten auch viele pflanzliche und alternative Heilmittel zur Verfügung. Am effektivsten ist einer Metaanalyse zufolge aber die Hormonersatztherapie (HRT).

Quelle: Sarri G et al.: Vasomotor symptoms resulting from natural menopause ... BJOG 2017; 124: 1514-23

Koronarkalk & Osteoporose II
Nach wie vor widersprüchliche Daten

Atherosklerose und Osteoporose sind zwei Alterserscheinungen, die wahrscheinlich eng miteinander verknüpft sind. Wie genau die beiden Prozesse zusammenhängen, ist aber gar nicht so leicht zu entschlüsseln.

Quelle: Salari P et al.: Coronary artery calcium score and bone metabolism ... J Bone Metab 2017; 24: 15-21

Koronarkalk & Osteoporose I
Mammographie als BMD-Screening?

Osteoporose und kardiovaskuläre Erkrankungen gehen oft Hand in Hand. Nach der Kalziumtransport-Hypothese liegt das daran, dass sich der im Knochen abgebaute Kalk in den Arterien absetzt. Arterielle Kalkablagerungen im Brustgewebe kann man einfach im Rahmen der Routine-Mammographie erkennen. Auf diese Weise könnte die Vorsorgeuntersuchung also auch nutzen, um einer Osteoporose frühzeitig auf die Schliche zu kommen – so die Überlegungen eines iranischen Forscherteams. Aber funktioniert das auch?

Quelle: Adibi A et al.: Bone density in postmenopausal women with or without breast arterial calcification. Adv Biomed Res 2017; 6:36

Hormonfreie medikamentöse Alternative in Sicht
Weniger Hitzewallungen mit MLE4901

Seit einigen Jahren mehren sich Hinweise, dass der hypothalamische Neurotransmitter Neurokinin B eine wichtige Rolle bei der Ätiologie von Klimakteriumsbeschwerden spielt. In einer Phase-2-Studie testete eine britische Arbeitsgruppe jetzt den therapeutischen Effekt eines Neurokinin-B-Rezeptorantagonisten.

Quelle: Prague JK et al.: Neurokinin 3 receptor antagonism as a novel treatment for menopausal hot flushes: a phase 2, randomised, double-blind, placebo- controlled trial. Lancet 2017; 389: 1809-20

„Von Walen und Menschen" oder „Ein Menopausenerklärungsversuch"
Der Fortpflanzungskonflikt der Killerwale

In die Menopause kommen außer den Menschen nur zwei weitere Spezies: Orcas und Kurzflossen-Grindwale. Aber welchen biologischen Sinn ergibt es, dass die reproduktive Phase der weiblichen Individuen lange vor dem Ablauf ihrer Lebenserwartung endet? Walforscher kamen der Klärung des Rätsels näher.

Quelle: Croft DP et al.: Reproductive conflict and the evolution of menopause in killer whales. Curr Biol 2017; 27: 298-304

Isoflavon-Supplementation
Was leistet Soja für die Knochen?

Obwohl es zahlreiche Hinweise gibt, dass Soja-Isoflavone menopausale Symptome lindern können, ist die Datenlage bisher uneinheitlich. Koreanische Forscher lieferten neue Studienergebnisse.

Quelle: Lee H et al.: Effect of soy isoflavones supplement on climacteric symptoms, bone biomarkers, and quality ... Nutr Res Pract 2017; 11: 223-31

Transdermale Östrogentherapie
Eindeutig effektiver Knochenschutz

Die verminderten Östrogenspiegel in der Menopause sorgen dafür, dass das Risiko für Osteoporose und Frakturen steigt. Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann diesem Risiko entgegenwirken. Welche Vorteile haben dabei transdermale Östrogenpräparate?

Quelle: Abdi F et al.: The effects of transdermal estrogen delivery ... Iran J Pharm Res 2017; 16(1): 380-9

Abspecken in der Menopause
Dicke auf Ketose setzen

Rund um die Menopause nehmen Frauen im Schnitt 2,1 kg an schädlichem abdominalem Bauchfett zu. Bei normalgewichtigen Frauen ist das kein großes Problem – bei Frauen, die von vornherein übergewichtig sind, aber schon.

Quelle: Proietto J: Obesity and weight management at menopause. Aust Fam Physician 2017; 46(6): 368-70

„Postmenopausale Demenz"
Alzheimer als Folge von Östrogenmangel

In der Postmenopause steigt die Alzheimer- Inzidenz auf ein Niveau, das bis zu dreimal so hoch ist wie das bei Männern. Schuld ist einer Hypothese nach der menopausale Östrogenmangel.

Quelle: Song HJ et al.: Cell therapy products in alzheimer disease. J Menopausal Med 2017; 23: 1-4

Schlafstörungen in der Menopause
Unabhängiger Indikator für steife Arterien

Neben Hitzewallungen und Nachtschweiß zählen Schlafstörungen zu den häufigsten Beschwerden in der Menopause. Dabei haben sowohl Schlafstörungen als auch die Menopause an sich einen starken Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko.

Quelle: Zhou Y et al.: Sleep disorder, an independent risk associated with ... Sci Rep 2017; 7(1): 1904

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