Onkologie

Adjuvante doppelte Antikörperblockade
Pertuzumab jetzt auch bei frühem HER2-positivem Mammakarzinom

Im metastasierten Setting ist die zielgerichtete Therapie mit Pertuzumab kombiniert mit Trastuzumab und Docetaxel in der Erstlinie sowie mit Trastuzumab Emtansin in Zweitlinie fest etabliert. Seit Mai 2018 ist die doppelte Antikörperblockade mit Pertuzumab/Trastuzumab auch zur Behandlung des frühen HER2-positiven Mammakarzinom zugelassen.

Quelle: Symposium:
„Die HER2-positive Patientin im Fokus: Wie kann die Behandlung noch optimiert werden?“, im Rahmen des 38. Deutschen Senologiekongress, Stuttgart, 14.6.18; Veranstalter: Roche Pharma
Pertuzumab: Perjeta®;
Trastuzumab: Herceptin®;
Trastuzumab Emtansin: Kadcyla®

Strategie bei CIN 2
Intervention oder „aktive Überwachung“?

Eine zervikale intraepitheliale Neoplasie von Grad 2 (CIN 2) gilt als die Schwelle, ab der eine invasive Therapie angesagt ist. Allerdings scheint die Rate spontaner Regressionen bei solchen Läsionen hoch zu sein.

Tainio K et al.: Clinical course of untreated cervical intraepithelial neoplasia grade 2 under active surveillance: systematic review and meta-analysis. BMJ 2018; 360: k499
Brustkrebs-Screening unter 40
Arzt und Patientin sollten gemeinsam entscheiden

In den letzten Jahren haben sich die Empfehlungen hinsichtlich des Brustkrebs-Screenings erheblich gewandelt. In den USA hatte man früher zu jährlichen Mammogrammen für alle Frauen ab einem Alter von 40 Jahren geraten. In 2009 änderte sich das.

Quelle: Keating NL et al.: Breast cancer screening in 2018. Time for shared ... JAMA 2018; 319: 1814-15

Vierfaches Unglück
Zweimal Krebs, HIV und Herzinfarkt

Mamma-und Zervixkarzinom kommen aufgrund der gegensätzlichen Risikofaktoren selten gemeinsam vor. Indische Mediziner berichten von einem sehr komplexen dieser seltenen Fälle.

Quelle: Thottian AG et al.: Surviving triple trouble: synchronous breast and cervical cancer ... The Breast Journal 2017; 23: 731-5

Mammakarzinom
Häufig Nervenschmerzen nach Lymphknotendissektion

Neuropathische Schmerzen können die Lebensqualität nach einer Brustkrebstherapie erheblich beeinträchtigen. Portugiesische Wissenschaftler machten sich auf die Suche nach Risikofaktoren.

Pereira S et al.: Neuropathic pain after breast cancer ... J Pain Symptom Manage 2017; 54: 877-88
Mammakarzinomrisiko
Kein Vorteil für Vegetarier

Niedrigere Brustkrebsraten in südasiatischen Ländern haben zu der Hypothese geführt, dass eine vegetarische Ernährung das Erkrankungsrisiko senken könnte. Eine große indische Fall-Kontroll-Studie bestätigt das jedoch nicht.

Quelle: Gathani T et al.: Lifelong vegetarianism and breast cancer risk: a large multicentre case control study in India. BMC Women‘s Health 2017; 17: doi 10.1186/ s12905-016-0357-8

Mammakarzinom
Tumorwachstum fördert „Chemobrain“

Mammakarzinom-Patientinnen klagen häufig über kognitive Einbußen durch die Chemotherapie. Im transgenen Mausmodell wurde jetzt nachgewiesen, dass auch die Erkrankung selbst die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Winocur G et al.: Neurobiological mechanisms of chemotherapy-induced cognitive impairment ... Neuroscience 2018; 369: 51-65
Mammakarzinom
Brustkrebsprognose: Die Dichte macht´s

Eine Reduktion der mammographischen Dichte nach der Brustkrebsdiagnose ist bei Tamoxifen-behandelten Patientinnen mit einer besseren Prognose assoziiert. Schwedische Wissenschaftler wiesen nach, dass dies auch für postmenopausale Frauen unabhängig von einer Hormontherapie gilt.

Quelle: Andersson TM et al.: Mammographic density reduction ... Am J Epidemiol 2017; 186: 1065-73

Metastasierendes Mammakarzinom
IGF-Blockade verbessert Wirkung der Chemotherapie
Die IGF-Signalachse spielt bei der Tumorprogression des Mammakarzinoms eine wichtige Rolle. Ihre Blockade kann möglicherweise die Wirksamkeit von Paclitaxel beim invasiven Brustkrebs steigern.
Ireland L et al.: Blockade of insulin-like growth factors increases efficacy of paclitaxel in metastatic breast cancer. Oncogene 2018; 37: 2022-36
Zervixkarzinomvorsorge
HPV-Impfung bewährt sich

Jährlich erkranken etwa 53 000 Frauen an Zervixkarzinomen, in Deutschland sind es ca. 5200 pro Jahr. Eine frühzeitige Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) kann das Erkrankungsrisiko senken. Aktuelle Langzeitdaten bestätigen die hohe Effektivität der Vakzinierung.

Quelle: Symposium:
„HPV-Impfung – Von der Wissenschaft zur Praxis in 60 Minuten“, im Rahmen des Fortbildungskongresses der FBA 2018, Düsseldorf, 1.3.2018, Veranstalter: MSD
Quadrivalenter HPV-Imfpstoff: Gardasil®
Nonavalenter HPV-Imfpstoff: Gardasil®9

 

Neues Zervixkarzinom-Screening
Die HPV-Co-Testung ab 35 Jahren kommt

Im Rahmen des diesjährigen Fortbildungskongresses der Frauenärztlichen BundesAkademie (FOKO) diskutierten Experten die neuen S3-Leitlinien zur Zervixkarzinom-Prävention. Nach diesen haben Frauen ab 35 Jahren nun alle drei Jahre ein Anrecht auf einen HPV-Test in Kombination mit einer zytologischen Untersuchung.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Ein Dialog zwischen Gynäkologen und Labor“, im Rahmen des FOKO 2018, Düsseldorf, 1.3.2018, Veranstalter: Roche Diagnostics cobas® HPV-Test

Krebsrisiko bei Diabetes
Frauen verlieren „onkologischen Vorteil“
Adipositas und Typ-2-Diabetes (T2DM) scheinen überlappende Risikofaktoren darzustellen für mit Adipositas zusammenhängende Karzinome von Mamma, Prostata und Darm. Bereits bekannt ist, dass der bei kardiovaskulären Erkrankungen in der Gesamtbevölkerung sichtbare Vorteil von Frauen gegenüber Männern verschwindet, wenn man Patienten mit Typ-2-Diabetes betrachtet. In einer niederländischen Studie wurden deshalb Frauen und Männer mit Typ-2-Diabetes hinsichtlich der Inzidenz von mit Adipositas assoziierten Karzinomen analysiert und mit der Allgemeinbevölkerung verglichen.
Schrijnders D et al.: Sex differences in obesity related cancer ... PLoS ONE 2018; 13(1): e0190870
Neues Antikörper-Wirkstoff-Konjugat
Deruxtecan im Trastuzumab-Gepäck

Um einen antitumorösen Wirkstoff in hoher Dosis möglichst nebenwirkungsarm in eine maligne entartete Zelle zu bekommen, kann man sich eines pharmakologischen Tricks bedienen: Man verbindet das zytotoxische chemotherapeutische Molekül über einen „Linker“ mit einem für die Tumorzelle spezifischen Antikörper. Der Antikörper bindet selektiv an die Tumorzelle, und das Chemotherapeutikum wird gezielt in die Tumorzelle eingeschleust. Der Antikörper hat gleichsam das Chemotherapeutikum auf dem Weg zur Zelle „im Gepäck“. Das ermöglicht intrazellulär höhere Dosen wegen der geringeren systemischen Toxizität. Nun wurde ein solches Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC, antibody drug conjugate) in einer Phase-1-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Mamma- und Magenkarzinom oder gastroösophagealen Tumoren untersucht.

Quelle: Doi T et al.: Safety, pharmacokinetics, and antitumour activity of trastuzumab deruxtecan (DS-8201), a HER2-targeting antibody-drug conjugate, in patients with ... Lancet Oncol 2017; 18: 1512-22

Beweis durch erste Daten
HPV-Impfung schützt vor invasiven Karzinomen

Die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) bewies in klinischen Studien ihre hohe SChutzwirkung gegen Infektionen und zervikale Grad-3-Neoplasien (CIN3). Zehnjahres-Daten von zwei finnischen Registerstudien konnten die Effektivität gegen CIN3 bestätigen. Weitere Daten der Registerstudien weisen nun erstmals nach, dass die HPV-Impfung auch vor invasiven Karzinomen schützt.

Quelle: Loustarinen T et al.: Vaccination protects against invasive HPV-associated cancers. Int J Cancer 2018;  Epub Dez 26; doi: 10.1002/ijc.31231

HPV, CIN & Co.
Wie vaginale Bakterien Krebs fördern oder verhindern können

Eine gesunde vaginale Flora kann vaginale Infektionen und Entzündungen verhindern. Kommt es dagegen durch Antibiotika oder andere Einflüsse zu einer Dysbiose, steigt das Risiko für Vaginosen und Candida-Vaginitis. Nach neuen Daten hat die vaginale Bakterienflora darüber hinaus aber vermutlich auch einen großen Einfluss auf die Entstehung gynäkologischer Malignome.

Quelle: Champer M et al.: The role of the vaginal microbiome in ... BJOG 2018; 125: 309-15

Auch bei chirurgischer Menopause
Lasertherapie gegen Menopausensyndrom

Etwa 50% aller postmenopausalen Frauen sind vom urogenitalen Menopausensyndrom betroffen (GSM, genitourinary syndrome of menopause, früher vulvovaginale Atrophie). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Menopause natürlich oder chirurgisch nach einer onkologischen Erkrankung aufgetreten ist. Jetzt zeigte eine aktuelle Studie, dass mit einer lokalen Behandlung mittels fraktioniertem CO2-Laser die Symptome signifikant gebessert werden können. Besonders Patientinnen mit onkologisch- chirurgischer Menopause profitierten dabei von der Laserbehandlung.

Quelle: Pagano I et al.: Evaluation of the CO2 laser therapy on vulvo-vaginal atrophy (VVA) in oncological patients: preliminary results. J Cancer Ther 2017; 8: 452-63

Fortgeschrittenes Mammakarzinom
Erste positive Daten zu DS-8201

In der Behandlung des fortgeschrittenen HER2-positiven Mammakarzinoms wurde in den letzten Jahren viel erreicht. Dennoch besteht weiter hoher Bedarf an neuen Therapien. Nach den ersten Daten könnte sich das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat DS-8201 zu einer interessanten Option entwickeln.

Quelle: Symposium: „Metastasiertes HER2+ Mammakarzinom – Neue Perspektiven am Horizont“, im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK), Berlin, 22.2.18, Veranstalter: Daiichi Sankyo
Trastuzumab-Deruxcetan

Alternative Screening-Methode?
Hunde erschnuppern Zervixkarzinom
Hunde sind bekannt für ihre feinen Spürnasen. Mit ihnen können sie sogar Krebszellen in Gewebeproben oder Körperflüssigkeiten erschnuppern.
Guerrero-Flores H et al.: A non-invasive tool for detecting cervical ... BMC Cancer 2017; 17: 79
Mammakarzinom
Schützt Übergewicht in der Kindheit vor Brustkrebs?

Epidemiologen vom Stockholmer Karolinska-Institut untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Körperbau von Kindern und Jugendlichen und dem späteren Mammakarzinomrisiko.

Quelle: Shawon SR et al.: Body size in early life and risk of breast cancer. Breast Cancer Res 2017; doi: 10.1186/ s13058-017-0875-9

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