Onkologie

Neues Zervixkarzinom-Screening
Die HPV-Co-Testung ab 35 Jahren kommt

Im Rahmen des diesjährigen Fortbildungskongresses der Frauenärztlichen BundesAkademie (FOKO) diskutierten Experten die neuen S3-Leitlinien zur Zervixkarzinom-Prävention. Nach diesen haben Frauen ab 35 Jahren nun alle drei Jahre ein Anrecht auf einen HPV-Test in Kombination mit einer zytologischen Untersuchung.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Ein Dialog zwischen Gynäkologen und Labor“, im Rahmen des FOKO 2018, Düsseldorf, 1.3.2018, Veranstalter: Roche Diagnostics cobas® HPV-Test

Neues Antikörper-Wirkstoff-Konjugat
Deruxtecan im Trastuzumab-Gepäck

Um einen antitumorösen Wirkstoff in hoher Dosis möglichst nebenwirkungsarm in eine maligne entartete Zelle zu bekommen, kann man sich eines pharmakologischen Tricks bedienen: Man verbindet das zytotoxische chemotherapeutische Molekül über einen „Linker“ mit einem für die Tumorzelle spezifischen Antikörper. Der Antikörper bindet selektiv an die Tumorzelle, und das Chemotherapeutikum wird gezielt in die Tumorzelle eingeschleust. Der Antikörper hat gleichsam das Chemotherapeutikum auf dem Weg zur Zelle „im Gepäck“. Das ermöglicht intrazellulär höhere Dosen wegen der geringeren systemischen Toxizität. Nun wurde ein solches Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC, antibody drug conjugate) in einer Phase-1-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Mamma- und Magenkarzinom oder gastroösophagealen Tumoren untersucht.

Quelle: Doi T et al.: Safety, pharmacokinetics, and antitumour activity of trastuzumab deruxtecan (DS-8201), a HER2-targeting antibody-drug conjugate, in patients with ... Lancet Oncol 2017; 18: 1512-22

Beweis durch erste Daten
HPV-Impfung schützt vor invasiven Karzinomen

Die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) bewies in klinischen Studien ihre hohe SChutzwirkung gegen Infektionen und zervikale Grad-3-Neoplasien (CIN3). Zehnjahres-Daten von zwei finnischen Registerstudien konnten die Effektivität gegen CIN3 bestätigen. Weitere Daten der Registerstudien weisen nun erstmals nach, dass die HPV-Impfung auch vor invasiven Karzinomen schützt.

Quelle: Loustarinen T et al.: Vaccination protects against invasive HPV-associated cancers. Int J Cancer 2018;  Epub Dez 26; doi: 10.1002/ijc.31231

HPV, CIN & Co.
Wie vaginale Bakterien Krebs fördern oder verhindern können

Eine gesunde vaginale Flora kann vaginale Infektionen und Entzündungen verhindern. Kommt es dagegen durch Antibiotika oder andere Einflüsse zu einer Dysbiose, steigt das Risiko für Vaginosen und Candida-Vaginitis. Nach neuen Daten hat die vaginale Bakterienflora darüber hinaus aber vermutlich auch einen großen Einfluss auf die Entstehung gynäkologischer Malignome.

Quelle: Champer M et al.: The role of the vaginal microbiome in ... BJOG 2018; 125: 309-15

Auch bei chirurgischer Menopause
Lasertherapie gegen Menopausensyndrom

Etwa 50% aller postmenopausalen Frauen sind vom urogenitalen Menopausensyndrom betroffen (GSM, genitourinary syndrome of menopause, früher vulvovaginale Atrophie). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Menopause natürlich oder chirurgisch nach einer onkologischen Erkrankung aufgetreten ist. Jetzt zeigte eine aktuelle Studie, dass mit einer lokalen Behandlung mittels fraktioniertem CO2-Laser die Symptome signifikant gebessert werden können. Besonders Patientinnen mit onkologisch- chirurgischer Menopause profitierten dabei von der Laserbehandlung.

Quelle: Pagano I et al.: Evaluation of the CO2 laser therapy on vulvo-vaginal atrophy (VVA) in oncological patients: preliminary results. J Cancer Ther 2017; 8: 452-63

Fortgeschrittenes Mammakarzinom
Erste positive Daten zu DS-8201

In der Behandlung des fortgeschrittenen HER2-positiven Mammakarzinoms wurde in den letzten Jahren viel erreicht. Dennoch besteht weiter hoher Bedarf an neuen Therapien. Nach den ersten Daten könnte sich das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat DS-8201 zu einer interessanten Option entwickeln.

Quelle: Symposium: „Metastasiertes HER2+ Mammakarzinom – Neue Perspektiven am Horizont“, im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK), Berlin, 22.2.18, Veranstalter: Daiichi Sankyo
Trastuzumab-Deruxcetan

Mammakarzinom
Schützt Übergewicht in der Kindheit vor Brustkrebs?

Epidemiologen vom Stockholmer Karolinska-Institut untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Körperbau von Kindern und Jugendlichen und dem späteren Mammakarzinomrisiko.

Quelle: Shawon SR et al.: Body size in early life and risk of breast cancer. Breast Cancer Res 2017; doi: 10.1186/ s13058-017-0875-9

Pankreaskarzinom
Warum haben Frauen ein niedrigeres Risiko?

Männer haben ein 30 bis 50% höheres Risiko als Frauen, an einem Pankreaskarzinom zu erkranken. Der Einfluss von Lebensstilfaktoren wie geschlechtsspezifisch unterschiedlicher Alkohol- und Tabakkonsum ist zu gering, um diese Differenz zu erklären. Wirken weibliche Sexualhormone protektiv?

Quelle: Masoudi S et al.: Menstrual and reproductive factors and risk of pancreatic cancer in women. Middle East J Dig Dis 2017; 9: 146-49

Endometriose
Neuer Invasivitäts-Marker?

Zu den Pathomechanismen, die die Endometriose mit malignen Erkrankungen gemeinsam hat, scheint unter anderem die epithelial-mesenchymale Transition (EMT) zu zählen. EMT spielt bei Krebsprogression, Organogenese und Wundheilung eine Rolle. Charakterisiert ist sie durch den Verlust epithelialer Eigenschaften zugunsten mesenchymaler wie Migration und Invasion. In malignen Tumoren induziert EMT die Expression des Transkriptionsfaktors ZEB1 (Zinc finger E-box-binding homeobox 1). Spielt dieser auch bei der Endometriose eine Rolle?

Quelle: Furuya M et al.: ZEB1 expression is a potential ... Acta Obstet Gynecol Scand 2017; 96: 1128-35

Endozervikales Karzinom
Dilemma in der Schwangerschaft

Wenn eine Patientin trotz Krebs im Genitalbereich ein Kind bekommen möchte, muss mit einer Verschlechterung ihrer Prognose gerechnet werden.

Quelle: Schorge JO et al.: Case 21-2017: a 28-year-old pregnant woman with endocervical carcinoma. N Engl J Med 2017; 377: 174-83

Ovarialkarzinom
Polymorphismus erhöht Krebsrisiko

Einzelnukleot id-Polymorphismen (SNP) in DNA-Reparaturgenen spielen bei der Krebsentstehung eine wesentliche Rolle. Das scheint auch beim Ovarialkarzinom der Fall zu sein, wie nun am ERCC2-Gen nachgewiesen wurde.

Quelle: Romanowicz H et al.: Association of R156R single nucleotide polymorphism of the ERCC2 gene with the susceptibility to ovarian cancer. European Journal of Obstetrics & Gynecology and Reproductive Biology 2017; 208: 36-40

Mammographie-Screening
Überdiagnosen sind häufig

Die Einführung der Screening-Mammographie hat dazu geführt, dass überproportional viele kleine Mammakarzinome detektiert werden. Ein erheblicher Teil dieser Tumore wird aber wahrscheinlich niemals klinisch relevant. Wissenschaftler haben nun berechnet, dass insbesondere ältere Frauen häufig von Überdiagnosen betroffen sind.

Quelle: Lannin DR, Wang S: Are small breast cancers good because they are small or small because they are good? N Engl J Med 2017; 376: 2286-91

Endometriumkarzinom
Nodalstaging mittels Sentinel node

Der wichtigste Prognosefaktor beim Endometriumkarzinom ist der Nodalstatus. Laut einer aktuellen Metaanalyse ist die Sentinel-node-Technik (SN-Technik) eine bessere Alternative zur komplikationsreichen pelvinen und paraaortalen Lymphonodektomie.

Quelle: Bodurtha Smith AJ et al.: Sentinel lymph node assessment in endometrial cancer: a systematic review and meta-analysis. Am J Obstet Gynecol 2017; 216(5): 459-76.e10

Schlafstörungen bekämpfen
Was Brustkrebspatientinnen hilft

Viele Brustkrebspatientinnen leiden unter Ein- und Durchschlafstörungen. Sie profitieren langfristig von einer speziell auf die Insomnie-Problematik zugeschnittenen kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Gemäß einer US-Studie kann auch Tai Chi Chih (TCC), eine Form der Bewegungsmeditation, helfen.

Quelle: Irwin MR et al.: Tai chi chih compared with cognitive behavioral therapy for the treatment of insomnia in survivors of breast cancer: a randomized, partially ... J Clin Oncol 2017; 35(23): 2656-65

Zervixkarzinom-Früherkennung
Abstrich zu Hause statt beim Arzt

Viele Frauen nehmen nicht am Zervixkarzinom-Screening teil – sei es aus kultureller oder religiöser Motivation, aus Angst oder Scham oder aufgrund körperlicher Einschränkungen. Können zytologische Abstriche, die von den Frauen selbst abgenommen werden, dieses Problem lösen?

Quelle: Braz NSDF et al.: The acceptability of vaginal smear self-collection for screening for cervical cancer: ... Clinics (Sao Paulo) 2017; 72(3): 183-87

Mammakarzinom
Keine Axilladissektion trotz SN-Befall?

Haben Patientinnen mit Mamma-Ca im Stadium T1/2 und positivem Sentinel node (SN) langfristig einen Überlebensnachteil, wenn auf eine Axilladissektion verzichtet wird?

Quelle: Giuliano AE et al.: Effect of axillary dissection vs no axillary ... JAMA 2017; 318(10): 918-26

Metastasiertes Mammakarzinom
Weg von der endokrinen Monotherapie – hin zur Kombinationstherapie

Nach der Diagnose primär metastasiertes Mammakarzinom überleben die Patientinnen im Durchschnitt nur zwei Jahre. Der Bedarf an verbesserten Therapiemöglichkeiten ist hoch. Eine neue Option stellt die Kombinationstherapie mit Palbociclib dar.

Quelle: Fachpressekonferenz:„Paradigmenwechsel beim metastasierten Brustkrebs“, Stuttgart, 30.9.2017, Veranstalter: Pfizer Palbociclib: Ibrance®

Therapie-Optionen
Palbociclib bei metastasiertem Brustkrebs
Wie Experten auf einer Veranstaltung von Pfizer Oncology im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) betonten, wird in der Therapie des HR+/HER2-metastasierten Brustkrebs zunehmend auf eine Kombinationstherapie statt auf eine
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Borderline-Ovarialtumoren
Neuer Score verrät Rezidiv-Risiko

Die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs kann bei Patientinnen mit Borderline-Ovarialtumoren stark varriieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diesen gingen französische Forscher nun auf den Grund und entwickelten einen Score, mit dem sich das Rezidiv-Risiko im Vorfeld bestimmen lässt.

Quelle: Ouldamer L et al.: Improving the clinical management of women with borderline tumours: a recurrence risk scoring system from a french multicentre study. BJOG 2017; 124: 937-44

Mikroinvasives Zervixkarzinom
Radikale Hysterektomie ist übertrieben

Die operative Therapie des mikroinvasiven Plattenepithelkarzinoms der Zervix besteht in der Konisation bzw. der einfachen vaginalen Hysterektomie. Bei mikroinvasiven Adenokarzinomen wird hingegen meist ein radikaleres Vorgehen gewählt. Ob dies gerechtfertigt ist, haben US-Wissenschaftler untersucht.

Quelle: Bean LM et al.: Survival of women with microinvasive ... Am J Obstet Gynecol 2017; 17: 332.e1-332.e6

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