Sexualmedizin

Koitale Harninkontinenz
Gezielt nach Urinverlust fragen!
Etwa jede zweite Inkontinenz-Patientin leidet auch unter koitalem Urinabgang. Freiwillig kommt darauf jedoch kaum eine Frau zu sprechen.
Gray T et al.: Evaluation of coital incontinence by electronic questionnaire: prevalence, associations and outcomes in women attending ... Int Urogynecol J 2017; doi 10.1007/s00192-017-3380-x
Tiefe Dyspareunie
Oft ist die Blase schuld
Kanadische Gynäkologen machten sich auf die Suche nach anatomischen und klinischen Faktoren, die den Schweregrad einer tiefen Dyspareunie beeinflussen.
Yong PJ et al.: Anatomic sites and associated clinical factors for deep dyspareunia. Sex Med 2017; 5: e184-e195
Trichomonas vaginalis
Hohe Infektionsrate bei älteren Frauen
Trichomoniasis zählt zu den weltweit am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Krankheiten. Erstaunlicherweise ist der Erreger jedoch vor allem bei Frauen im perimenopausalen Alter weit verbreitet, wie US-amerikanische Autoren jetzt überraschend herausfanden.
Stemmer SM et al.: Trichomonas vaginalis is most frequently detected in women at the age of peri-/premenopause: an unusual pattern for a sexually transmitted pathogen. Am J Obstet Gynecol 2018; 218: 328.e1-13
Trichomonas vaginalis
Hohe Infektionsrate bei älteren Frauen
Trichomoniasis zählt zu den weltweit am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Krankheiten. Erstaunlicherweise ist der Erreger jedoch vor allem bei Frauen im perimenopausalen Alter weit verbreitet, wie US-amerikanische Autoren jetzt überraschend herausfanden.
Stemmer SM et al.: Trichomonas vaginalis is most frequently detected in women at the age of peri-/premenopause: an unusual pattern for a sexually transmitted pathogen. Am J Obstet Gynecol 2018; 218: 328.e1-13
Ejaculatio praecox – nicht nur ein Männerproblem
Komplementäre und alternative Therapien bei vorzeitigem Samenerguss

Es existieren zahlreiche „männliche Faktoren“, die mit einer weiblichen sexuellen Dysfunktion (FSD) assoziiert sein können. In einer aktuellen Studie wurde speziell der Zusammenhang der Ejaculatio praecox (EP) mit der sexuellen Funktion der Partnerin ermittelt (bestimmt mittels FSFI, female sexual function index). Es zeigte sich, dass Partnerinnen von Männern mit EP im Durchschnitt einen signifikant geringeren FSFI- Score erreichten, demnach häufiger eine sexuelle Dysfunktion aufwiesen. Genaugenommen wiesen alle Frauen von EP-Männern in mindestens einer Domäne des Tests eine Einschränkung auf (Canat L et al., Int Urol Nephrol 2018). Dies vorausgeschickt kann es auch für eine Frau relevant sein, Therapien der EP zu kennen, um diese mit ihrem Partner zu besprechen. Da die schulmedizinischen Optionen recht limitiert sind, fassten Autoren nun komplementäre und alternative Therapien der EP zusammen.

Quelle: Cooper K et al.: Complementary and alternative medicine for management of premature ejaculation: a systematic review. Sex Med 2017; 5: e1-18

Vestibulodynie
Keine Schmerzlinderung durch Hirnstimulation

Bei einigen chronischen Schmerz-Syndromen hat sich die transkranielle Gleichstromstimulation als effektiv erwiesen. Ob dies auch für die provozierte Vestibulodynie gilt, untersuchten kanadische Mediziner.

Quelle: Morin A et al.: Efficacy of transcranial direct-current stimulation in women with provoked vestibulodynia. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 584.e1-11

Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung
Fettleber und Sexualleben

Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD) können die Lebensqualität erheblich mindern. Ob sie sich auch auf die Sexualfunktion auswirken, untersuchten koreanische Wissenschaftler.

Quelle: Lee JY et al.: Non-alcoholic fatty liver disease as a risk factor for female sexual dysfunction in premenopausal women. PLoS ONE 12: e0182708. doi: 10.1371/journal. pone.0182708

Sexuelle Dysfunktion
Brustkrebs und Sexualleben

Eine österreichische Arbeitsgruppe untersuchte, wie sich ein Mammakarzinom auf die sexuelle Gesundheit auswirkt.

Quelle: Oberguggenberger A et al.: Self-reported sexual health: Breast cancer survivors compared to women from the general population – an observational study. BMC Cancer 2017, doi: 10.1186/s12885-017-3580-2

Kriminalität gegen Frauen
Höheres Herz-Kreislauf-Risiko bei Gewaltopfern

Dass psychischer Stress das kardiovaskuläre Risiko erhöht, ist bekannt. Angesichts der wachsenden Kriminalität gegenüber Frauen fragten sich mexikanische Wissenschaftler, ob dabei auch das Erleben physischer und sexueller Gewalt eine Rolle spielt.

Quelle: Flores-Torres MH et al.: Exposure to violence and carotid artery intima-media thickness in Mexican women. J Am Heart Assoc 2017, doi: 10.1161/ JAHA.117.006249

Weibliche Sexualfunktion
Vulvabeschwerden gezielt erfragen

Wie viele Frauen beim Geschlechtsverkehr unter einer Vulvodynie leiden ist unklar, da diese Beschwerden von den gängigen Dyspareunie-Fragebögen nicht erfasst werden. Forscher haben mithilfe eines neu entwickelten Tests die Prävalenz dieser Problematik in der US-Bevölkerung objektiviert.

Quelle: Flynn KE et al.: Assessment of vulvar discomfort ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 391.e1-391.e8

Genitalverstümmelung
Beschnittene Sexualfunktion

Die negativen gesundheitlichen Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung – oder besser Genitalverstümmelung – (female genital mutilation, FGM) sind hinreichend erforscht. Ihre Auswirkungen auf die Sexualfunktion weniger. Saudi-arabische Wissenschaftler machten sich daran, diese Wissenslücke zu füllen.

Quelle: Rouzi AA et al.: Effects of female genital mutilation/ cutting on the sexual function of Sudanese women: a cross-sectional study. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 62.e1-6

Kinderwunsch trotz Infektion mit HIV, Hepatitis B oder C
So kann das Risiko einer Infektion für Partner und Kind effektiv reduziert werden

Was tun, wenn ein Paar trotz einer HIV-, Hepatitis-B oder -C-Infektion Kinder bekommen möchte? US-amerikanische Reproduktionsmediziner fassten zusammen, wie man Betroffene beraten und unterstützen und gleichzeitig das Transmissionsrisiko für das Kind und den nicht infizierten Partner minimieren kann.

Quelle: Hanson BM et al.: Reproductive considerations in the setting of chronic viral illness. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 4-10

Nichts für den Gynäkologen ... besser zum Psychiater
Keine Schmerzen, aber Angst vor Penetration

Bei der weiblichen Penetrationsphobie handelt es sich zwar um ein dem Vaginismus sehr ähnlichen Krankheitsbild. Aufgrund der fehlenden Schmerzkomponente ist es von diesem aber klar abzugrenzen – und erfordert eine völlig andere Behandlung.

Quelle: Rabinowitz D et al.: Fear of vaginal penetration in the ... Rambam Maimonides Med J 2017; 8: e0016

Oft aus Scham verschwiegen
Koitale Inkontinenz

Viele Patientinnen mit Stress- und/oder Dranginkontinenz leiden unter Urinabgang während des Geschlechtsverkehrs – sprechen tun sie aber kaum darüber.

Quelle: Lau H-H et al.: Urinary leakage during sexual intercourse among women with incontinence: Incidence and risk factors. PLoS One 2017; 12: e0177075

Hypoactive sexual desire disorder (HSDD)
Sexuelle Unlust bei Frauen richtig einordnen und behandeln

Unter HSDD (hypoactive sexual desire disorder) leiden Frauen, wenn sich wiederholt oder dauerhaft sexuelle Lustlosigkeit einstellt, und sie sich dadurch belastet fühlen. Der Schlüssel zur richtigen Therapiestrategie ist eine möglichst ausführliche Anamnese. Zur Verfügung stehen verschiedene psychologische Maßnahmen sowie der Off-label-Gebrauch einiger Medikamente.

Quelle: Goldstein I et al.: Hypoactive sexual desire disorder: international society for the study of women‘s sexual health (ISSWSH) expert consensus panel review. Mayo Clin Proc 2017; 92(1): 114-28

Sexuelle Orientierung
Homosexuelle Mädchen werden häufiger schwanger als heterosexuelle

Nicht nur heterosexuelle, auch viele lesbische oder bisexuelle Frauen wünschen sich Kinder. Eine britische Arbeitsgruppe sammelte in einer Metaanalyse Informationen über die Schwangerschaftsraten.

Quelle: Hodson K et al.: Lesbian and bisexual women’s likelihood of becoming ... BJOG 2017; 124: 393-402

Zwangsstörungen
Nebenwirkung als Erfolgsbarometer

Orgasmusschwierigkeiten zählen zu den häufigen Nebenwirkungen von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SRI). Offensichtlich können sie bei Zwangsstörungen aber auch den Therapieerfolg vorhersagen.

Quelle: Humble MB et al.: Orgasm, serotonin reuptake inhibition ... Sex Med 2016; 4: e145-55

Sexuelle Dysfunktion
Wenn ER nicht will, leidet IHRE Sexualfunktion

Italienische Wissenschaftler untersuchten, wie sich Störungen der männlichen Sexualfunktion auf das sexuelle Erleben der Partnerin auswirken.

Quelle: Maseroli E et al.: Which are the male factors associated with female sexual dysfunction (FSD)? Andrology 2016; 4: 911-20

Sexuelle Dysfunktion
Kein Sex mehr nach der Menopause?

Klimakterium und Alter können die weibliche Sexualität erheblich beeinträchtigen. Im Iran scheint eine normale Sexualfunktion in der Postmenopause die Ausnahme zu sein. Und in Deutschland?

Quelle: Jamali S et al.: Examining the sexual function and related attitudes among aged women: A cross- sectional study. Int J Reprod BioMed 2016; 14: 29-38

Späte Zulassung von Flibanserin
Ist die FDA frauenfeindlich?

Flibanserin gegen weibliches HSDD ist umstritten (hypoactive sexual desire disorder). Es ist bislang lediglich in den USA zugelassen, und das mit einigen Hürden. Nun sah sich die FDA wegen der anhaltenden Kritik genötigt, den Vorgang einmal darzustellen.

Quelle: Joffe HV et al.: FDA approval of flibanserin – treating ... N Engl J Med 2016; 374: 101-4

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