Bingo! So könnte es klappen | Gyn-Depesche 1/2018

Ältere Damen zu mehr Sport bewegen

Das Spiel „Bingo“ ist eher in England verbreitet. Am häufigsten werden dort Bingo- Clubs von älteren Damen aus sozial benachteiligten Gegenden aufgesucht. Das ist aber auch eben jene Klientel, die sich durch besonders wenig körperliche Aktivität hervortut.

151 Damen, die regelmäßig einen Bingo-Club in einer wirtschaftlich schwachen Region in Zentral-Schottland aufsuchten, wurden mittels Fragebögen zu ihrer körperlichen Aktivität befragt, und 29 wurden zusätzlich mit einem Schrittzähler ausgestattet, um möglichst verlässliche Daten zu gewinnen. Man unterschied zwischen „jüngeren“ und „älteren“ Damen (<60 Jahre bzw. ≥60 Jahre).
Das mittlere Alter betrug 56,5 Jahre. 63% der Frauen berichteten, sie würden sich entsprechend der Richtlinien ausreichend körperlich bewegen. Tatsächlich zeigten die Schrittzähler allerdings, dass im Schnitt nur 18,1 Minuten pro Tag aktiv verbracht wurden (9,6 Std. wurde entsprechend der Accelerometer-Daten gesessen). Ältere Damen waren signifikant passiver als die jüngeren und verbrachten etwa 1,8 Stunden mehr pro Tag sitzend.
Diese Daten zeigten, so Dr. Gemma Ryde von der University of Stirling (UK), dass Bingo-Clubs insbesondere sozial schwache ältere Damen anziehen, die ein sehr geringes Maß an körperlicher Aktivität aufweisen. Daher seien Bingo-Clubs eine ideale Institution für Interventionen zur Aktivitätssteigerung und zur Verbesserung des Gesundheitszustandes. Die Ergebnisse eines entsprechenden Bewegungsprogramms („Well!Bingo“) sollen noch ausgewertet werden. CB

Quelle:

Ryde GC et al.: How active are women who play bingo: a cross-sectional study from the Well!Bingo project. BMC Womens Health 2017; 17: 57

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