Tief infiltrierende Endometriose | Gyn-Depesche 6/2019

Alternative zur OP

Bei einer symptomatischen tief infiltrierenden Endometriose (TIE) gilt die Resektion in sano als Therapie der Wahl. Bei sorgfältiger Selektion der Patientinnen kann jedoch auch eine konservative Behandlung helfen.
An einem Endometriosezentrum der Universitätsklinik von Aarhus (Dänemark) untersuchte man die Lebensqualität, Symptomatik und Herdgröße von TIE-Patientinnen unter einer medikamentösen Therapie.
98 Frauen mit vaginalsonographisch nachgewiesenem Rektosigmoidbefall erhielten entweder ein kombiniertes orales Kontrazeptivum ohne Einnahmepause, eine orale Gestagenmonotherapie oder ein Levonorgestrel-IUD. Im Schnitt war die jeweilige Behandlung bereits vor knapp zwei Jahren begonnen worden. Zu Studienbeginn, nach sechs und nach zwölf Monaten wurde durch transvaginalen Ultraschall die Herdgröße überprüft. Zusätzlich gaben die Teilnehmerinnen anhand zweier Fragebögen (Endometriosis Health Profile (EHP‐30) und Short Form 36 (SF‐36)) Auskunft über ihre endometriosebedingten Beschwerden und ihre Lebensqualität. Patientinnen, die nicht ausreichend auf die hormonelle Therapie ansprachen und zusätzlich GnRH-Analoga bekamen (n = 2) oder sich einer Operation unterziehen mussten (n = 7), wurden von der Studie ausgeschlossen.
Die Daten von 80 Frauen gingen in die Auswertung ein. Ihre Lebensqualität unterschied sich nicht von Vergleichswerten der dänischen Normalbevölkerung derselben Altersgruppe. Eine Veränderung im Laufe des Follow-ups war nicht nachweisbar. Die Scores für Dysmenorrhoe sanken signifikant von vier auf einen Punkt bei der durchschnittlichen Schmerzstärke und von sechs auf zwei Punkte bei Schmerzspitzen. Bei 15 Patientinnen zeigte sich eine Progression der Endometrioseherde, bei 18 reduzierte sich die Größe und/ oder Infiltrationstiefe. Auf die Symptomatik und die Lebensqualität hatten diese Veränderungen jedoch keinen Einfluss.
Die Ergebnisse belegen, dass die Therapie mit der Pille für Patientinnen mit Rektosigmoid-Endometriose langfristig eine gangbare Alternative zur Operation darstellen kann – vorausgesetzt, die Beschwerden lassen sich dadurch ausreichend reduzieren. CW
Quelle: Egekvist AG et al.: Conservative treatment of rectosigmoid endometriosis: A prospective study. Acta Obstet Gynecol Scand 2019; 98: 1139-47

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