HPV und zervikale Dysplasie | Gyn-Depesche 4/2019

Auf die vaginale Flora kommt es an

Das Risiko einer Infektion mit dem humanen Papilloma-Virus (HPV), ebenso wie die Persistenz einer bestehenden HPV-Infektion und das Progressionsrisiko zur Karzinogenese hängt nach einer Metaanalyse auch von der vaginalen Mikrobiota ab. Dabei kommt es nicht nur auf die Abundanz von Laktobazillen an, sondern auch darauf, welche Laktobazillus-Art dominiert.
In den elf zusammengetragenen Studien über den Einfluss der Zusammensetzung der vaginalen Bakterienflora auf das HPV-Infektionsrisiko und die Krebsentstehung wurde vowiegend zwischen einer Laktobazillen- und Nicht-Laktobazillen-dominierten Flora unterschieden. Die Stichprobenzahlen waren mit 29 bis 278 Teilnehmerinnen insgesamt recht gering.
Das geringste Risiko einer HPV-Infektion trugen Frauen mit einer L.-crispatus-dominierten Vaginalflora. Das höchste Risiko ergab sich demgegenüber für Bakteriengemeinschaften mit geringer Laktobazillen-Besiedelung (OR 4,73), gefolgt von L.-iners-dominierten Bakteriengemeinschaften (CST) (OR 3,22). Beschränkte man sich auf Hochrisiko-HPV-Typen brachte eine von Lactobacillus-gasseri-dominierte Besiedelung das größte Risiko mit sich (OR 3,30), gefolgt von laktobazillenarmen Gemeinschaften (OR 2,82) und L.-iners-Dominanz (OR 2,11).
In den vier Studien zur vaginalen Mikrobiota und dem Risiko für zervikale Dysplasie oder Krebsentstehung waren laktobazillenarme und L.-iners-dominierte CST mit einem erhöhten Risiko assoziiert.
Die statistische Heterogenität der Studien war gering, weshalb die Ergebnisse als relativ robust angesehen werden können. OH
Quelle: Norenhag J et al.: The vaginal microbiota, HPV and cervical dysplasia: a systematic review and network meta-analysis. BJOG 2019 Epub Jun 25; doi: 10.1111/1471-0528.15854

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