Indische Studie | Gyn-Depesche 3/2013

Ausstreichen der Nabelschnur verbessert Eisenstatus

Eisenmangel bei Kindern ist vor allem in Entwicklungsländern ein weit verbreitetes Problem. In Indien wies man nach, dass das Ausstreichen der Nabelschnur zum Kind hin auch bei einer frühen Abnabelung die Ferritinwerte verbessert.

In die randomisiert-kontrollierte Studie an einem nordindischen Lehrkrankenhaus gingen 200 Geburten nach Vollendung der 34. SSW ein. Die Nabelschnur wurde bei allen Neugeborenen innerhalb von 30 Sekunden nach der Entbindung durchtrennt. In der Hälfte der Fälle verblieb jedoch ein 25 cm langes Reststück, das nach dem Abklemmen drei Mal relativ schnell (10 cm/s) in Richtung des Babys ausgestrichen wurde („milking“). In der Kontrollgruppe wurde lediglich ein 2-3 cm langer Stumpf belassen.

Im Alter von sechs Wochen lag der mittlere Ferritinwert in der Interventionsgruppe mit 355,9 µg/l deutlich über dem der Vergleichsgruppe (177,5 µg/l). Der Hb-Wert betrug bei den Säuglingen mit ausgestrichener Nabelschnur im Mittel 11,9 g/dl, in der Kontrollgruppe dagegen nur 10,8 g/dl. In den ersten 48 Stunden nach der Geburt zeigte sich der Blutdruck in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöht, blieb aber im Bereich der Normwerte.

Hinsichtlich Puls- und Atemfrequenz sowie Serum-Bilirubinwert traten keine signifikanten Unterschiede zu Tage. Fälle von Polyzythämie oder Fototherapiebedarf wurden nicht beobachtet.

Die Autoren halten das manuelle Ausstreichen der Nabelschnur daher für eine sichere Methode, um bei reifen Neugeborenen den Hämoglobin- und Eisenstatus zu verbessern, ohne dabei ein erhöhtes Risiko für Atemnot, Polyzythämie oder Ikterus einzugehen. CW

Quelle: Upadhyay A et al.: Effect of umbilical cord milking in term and near term infants: randomized control trial, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF OBSTETRICS AND GYNECOLOGY, Ausgabe 2 (2013)

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