Männlicher Hypogonadismus | Gyn-Depesche 5/2019

Bei Kinderwunsch auf Testosteron verzichten

Bei einem Androgenmangel erhalten insbesondere ältere Männer häufig eine Testosteronsubstitution. Trotz gesteigerter Libido leidet darunter aber die Fertilität.
Die intratestikuläre Testosteronproduktion wird über die Hypothalamus-Hypophysen- Achse und die Ausschüttung von FSH und LH reguliert. Durch negatives Feedback drosselt exogenes Testosteron die Freisetzung von FSH und LH, senkt die Testosteronkonzentration im Hoden und bremst die Spermatogenese. Als hormonelles Kontrazeptivum für Männer hat sich Testosteron bisher nicht als ausreichend wirksam erwiesen; eine Azoospermie wurde innerhalb von vier Monaten aber bei 65 % der Anwender erreicht. Nach dem Absetzen normalisiert sich das Spermatogramm bei 64 bis 84 % der Männer innerhalb einiger Monate. Insbesondere bei älteren Patienten und einer langfristigen Testosterontherapie scheint das jedoch nicht gewährleistet. Möchte ein Mann noch Nachwuchs zeugen, sollte er deshalb keine Testosteronsubstitution erhalten, empfahlen US-amerikanische Urologen. Zur Behandlung eines Hypogonadismus können stattdessen Clomifen und/oder hCG eingesetzt werden, die die Testosteronproduktion ohne negativen Effekt auf die Spermatogenese stimulieren. Auch nach dem Absetzen der Androgentherapie hat sich die subkutane hCG-Administration als wirksames Mittel zum Ankurbeln der Spermaproduktion erwiesen. CW
Quelle: Patel AS et al.: Testosterone is a contraceptive ... World J Mens Health 2019; 37: 45-54

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