Sexuelle Dysfunktion | Gyn-Depesche 3/2020

Bei MS nach Sexualleben fragen

Viele Patientinnen mit Multipler Sklerose leiden an sexueller Dysfunktion. Das ergab eine Studie aus dem Iran.
In zwei neurologischen Kliniken in Isfahan (Iran) beantworteten 300 zufällig ausgewählte, sexuell aktive MS-Patientinnen standardisierte Fragebögen zur Sexualfunktion (Female Sexual Function Index, FSFI) und zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Multiple Sclerosis Quality of Life, MSQOL-54). Bei 70,3 % offenbarte sich anhand des FSFI-Gesamtwerts (<28) eine sexuelle Dysfunktion. Diese betraf vor allem die Bereiche Libido, Erregung, Orgasmusfähigkeit und Lubrikation. Das Ausmaß der sexuellen Dysfunktion zeigte eine signifikante Korrelation mit dem Alter, der Ehedauer, dem Auftreten von Fatigue und dem Schweregrad der Behinderung. Das Alter bei der MS-Diagnose und die Erkrankungsdauer spielten dagegen keine wesentliche Rolle. Patientinnen mit sexueller Dysfunktion wiesen signifikant geringe Scores im MSQOL auf. Um die Lebensqualität von MS-Patientinnen zu steigern, sollte man möglichen sexuellen Problemen mehr Beachtung schenken, empfahlen die Autoren. Besonders beim Auftreten von Fatigue lohne sich gezieltes Nachfragen, da sich dies in der Studie als Risikofaktor erwiesen habe. CW
Quelle: Nazari F et al.: Sexual dysfunction in women with multiple sclerosis: prevalence and impact on quality of life. BMC Urology 2020; doi: 10.1186/s12894-020-0581-2
ICD-Codes: F52.9

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