Diabetes und Polyzystisches Ovarialsyndrom

Gyn-Depesche 3/2021

Besteht ein kausaler Zusammenhang?

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist verbunden mit Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nun gingen Forschende der Frage nach, ob es sich dabei um eine kausale Beziehung handelt.
Für einen solch komplizierten Kausalitätsnachweis eignen sich Studien nach der „Mendelschen Randomisierung“. In einer Metaanalyse genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) wurden 14 unabhängige Einzelnukleotid-Polymorphismen gefunden, die mit dem PCOS-Risiko auf genomweiten Signifikanzniveau assoziiert waren. Aus zwei asiatischen GWAS flossen 13 SNPs ein.
Für die europäische Kohorte ergab sich keine signifikante Assoziation eines genetisch prädizierten PCOS mit Typ-2-Diabetes, koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall. Die Analyse nach „Weighted Median“ und nach „Mendelian Randomization Egger Regression“ bestätigte diese primären Resultate. Gleiches galt für die asiatischen PCOS-Patientinnen.
Das bedeutet, dass PCOS das Risiko an KHK, Schlaganfall oder Typ-2-Diabetes zu erkranken, nur indirekt steigert. Andere Symptome eines PCOS wie Adipositas, erhöhter Testosteron--Spiegel, niedrige Werte des Sexualhormon-bindenden Globulin könnten die Assoziation von PCOS und kardiometabolischen Erkrankungen erklären. Daher sollte sich die Prävention kardiometabolischer Probleme bei PCOS-Patientinnen nur auf Frauen mit diesen Risikofaktoren konzentrieren. GS
Quelle: Zhu T et al.: Polycystic Ovary Syndrome and Risk of Type 2 Diabetes, Coronary Heart Disease ... Diabetes 2021; 70: 627-37
ICD-Codes: E28.2
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