Postpartale Harnretention | Gyn-Depesche 6/2019

Blasenscanner versus Katheterisierung

Bei bis zu 45 % aller Frauen kommt es post partum zu einem erhöhten Restharnvolumen. Niederländische Forscher untersuchten, wie exakt dessen Messung mithilfe von automatisiertem Ultraschall ist.
In einer prospektiven Beobachtungsstudie wurde bei 407 Frauen die Restharnmenge nach dem ersten postpartalen Wasserlassen mithilfe eines tragbaren Blasenscanners (BladderScan® BVI 9400) bestimmt. Unmittelbar danach erfolgte eine Katheterisierung.
Beim Ultraschall-Scan ergab sich ein durchschnittliches Restharnvolumen von 380 ml, bei der Kontrolle mittels Katheterisierung von 375 ml. Die Differenz der beiden Messungen bei derselben Patientin betrug im Mittel 12,9 ml. Das belegt, dass das sonographische Messgerät, das außerhalb des Puerperiums bereits häufig zur Bestimmung des Restharnvolumens eingesetzt wird, auch postpartal zuverlässige Ergebnisse liefert.
Der in der Literatur vorgeschlagene Grenzwert für eine asymptomatische postpartale Harnretention wurde laut Katheterisierung bei 158 Patientinnen und laut Blasen-Scan bei 139 Patientinnen überschritten. Die Spezifität des Geräts für diesen Cut-off lag bei 85,4 % und die Sensitivität bei 85,6 %.
Der Einsatz des Ultraschall-Scanners könnte somit dazu beitragen, unnötige Katheterisierungen zu vermeiden und das Infektionsrisiko sowie die Belastung für die Patientinnen zu verringern. CW
Quelle: Mulder FE et al.: Accuracy of postvoid residual volumes after vaginal delivery ... Int Urogynecol J 2019; 30: 773-8

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