Sexuelle Dysfunktion | Gyn-Depesche 6/2017

Brustkrebs und Sexualleben

Eine österreichische Arbeitsgruppe untersuchte, wie sich ein Mammakarzinom auf die sexuelle Gesundheit auswirkt.

Mithilfe standardisierter Fragebögen gaben 105 Überlebende einer Brustkrebserkrankung Auskunft über die subjektive Einschätzung ihres Sexuallebens und ihrer Weiblichkeit. Die Befragung erfolgte im Schnitt drei Jahre nach der Diagnose. Verglichen wurden ihre Angaben mit denen von 97 Frauen ohne Mammakarzinom im gleichen Alter von durchschnittlich 49 Jahren.
Brustkrebsüberlebende wiesen signifikant mehr Beeinträchtigungen im Bereich der sexuellen Gesundheit auf als Frauen der Allgemeinbevölkerung. 68,8% litten an vermindertem sexuellen Verlangen und erfüllten die Kriterien eines „hypo-active sexual desire disorder“ (HSDD). In der Vergleichsgruppe waren es 58,8%. Insbesondere über Beschwerden beim Geschlechtsverkehr berichteten die Brustkrebsüberlebenden signifikant häufiger. Als prädiktiv für eine schlechtere sexuelle Gesundheit erwiesen sich depressive Symptome, ein höheres Alter sowie geringere Zufriedenheit mit der Partnerschaft.
Die Autoren der Studie fordern, dass in der Versorgung von Patientinnen nach einer Mammakarzinom- Erkankung mehr Wert auf eine Verbesserung der sexuellen Gesundheit gelegt werden sollte. CW

Quelle:

Oberguggenberger A et al.: Self-reported sexual health: Breast cancer survivors compared to women from the general population – an observational study. BMC Cancer 2017, doi: 10.1186/s12885-017-3580-2

ICD-Codes: C50.9

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