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Gyn-Depesche 1/2021

Couvelaire-Syndrom: Schnell handeln!

Eine vorzeitige Plazentalösung muss nicht mit vaginalen Blutungen einhergehen. In der Extremvariante kommt es zum gefährlichen Couvelaire-Syndrom.
Eine 29-jährige Primigravida wurde mit wehenähnlichen Kontraktionen in SSW 33 + 3 in einer universitären Geburtshilfeabteilung in Singapur vorstellig. Eine vaginale Blutung, ein vorzeitiger Blasensprung oder ein abdominales Trauma lag nicht vor. Bei der gynäkologischen Untersuchung fiel der feste, druckempfindliche Fundus auf. In der transvaginalen Ultraschalluntersuchung fand sich ein retroplazentares Hämatom. Die fetale Herzfrequenz zeigte ein besorgniserregendes Muster mit tiefen variablen Dezelerationen. Eine Notfall-Sectio wurde anberaumt. Intraoperativ offenbarten sich Hämorrhagien im Myometrium, die den Uterus schwarz-fleckig erscheinen ließen (Couvelaire-Uterus). Die Diagnose lautete auf eine versteckte Plazentalösung, die zu einer Blutansammlung zwischen Plazenta und Uterus geführt hatte. Vaginale Blutungen bleiben in diesem Fall aus. Wird die Diagnose nicht rechtzeitig gestellt, besteht die Gefahr einer fetalen Minderversorgung mit hypoxischer Hirnschädigung oder intrauterinem Fruchttod. Die uterine Kontraktionsfähigkeit kann verloren gehen.
Im vorgestellten Fall waren die Apgar- Werte des Neugeborenen gut (1 min: 8; 5 min: 9). Die Uterusatonie wurde mit Carbetocin, Oxytocin, Misoprostol und Tranexamsäure erfolgreich behandelt. Mutter und Kind erholten sich ohne Komplikationen. CW
Quelle: Dashraath P, Wong Y-C: Couvelaire uterus. NEJM 2020; 383: 1973. doi: 10.1056/NEJMicm2010749
ICD-Codes: O45.9
Urheberrecht: Irina Schmidt_adobestock
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