Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 6/2019

Der aktuelle Stand des Nichtwissens

Die Präeklampsie ist eine häufige Komplikation der Schwangerschaft. Die Risikofaktoren dafür sind aber schlecht definiert; präventive Maßnahmen senken das Risiko nur unbefriedigend. Man sollte aber tun, was sinnvoll erscheint.
Nach den NICE-Guidelines bedeuten Hypertonie während einer früheren Schwangerschaft, Leiden der Mutter wie Niereninsuffizienz, Autoimmunkrankheiten, Diabetes und chronische Hypertonie ein hohes Risiko für Präeklampsie. Mäßige Risikofaktoren sind Nulliparität, Alter unter 40, BMI über 35, Präeklampsie in der Familie, Mehrlingsschwangerschaft und Abstand zur letzten Gravidität von mehr als zehn Jahren. Serumwerte mit Assoziation zum Präeklampsie-Risiko sind Triglyzeride, Cholesterin und Entzündungsmediatoren (CRP, IL-6/8, TNF), außerdem PAPP-A (pregnancy-associated plasma protein). Die Uterusar terien-Doppleranalyse zwischen SSW 11 und 14 gibt ebenfalls Hinweise auf das Risiko für diese Komplikation.
Ein klinischer Risikofaktor der hohen Kategorie oder mindestens zwei mäßiggradige rechtfertigen eine Prophylaxe mit ASS (75 bis 150 mg/d). Eine Vitamin-D-Gabe hat vermutlich einen gewissen Nutzen.
Die einzige definitive Therapie, Schaden vom Fetus abzuwenden, ist die Entbindung. Präpartale Kortikoide werden bei drohender Frühgeburt empfohlen, aber auch Magnesiumsulfat, das neuroprotektiv wirkt. WE
Quelle: Fox R et al.: Preeclampsia: risk factors ... J Clin Med 2019; 8: 1625; doi: 10.3390/jcm8101625

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