Dysmenorrhoe und Dyspareunie | Gyn-Depesche 3/2019

Der Schmerz kommt selten allein

Bisherige Studien zur Prävalenz von Beckenschmerzen kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Klar ist nur, dass Dysmenorrhoe, Dyspareunie und chronische Beckenschmerzen in vielen Fällen gemeinsam auftreten, weshalb schon länger ein ursächlicher Zusammenhang vermutet wird.

In einer Kohortenstudie gaben 429 Frauen im Alter von 38 Jahren in einem Fragebogen Auskunft zu Schwere, Lokalisation und Häufigkeit von Beckenschmerzen innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Der primäre Endpunkt setzte sich zusammen aus Dysmenorrhoe (Menstruations- bedingte Beschwerden), Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr) sowie Beckenbeschwerden anderer Art.
Mehr als die Hälfte aller Frauen gab an, innerhalb des vergangenen Jahres unter Beckenschmerzen gelitten zu haben, wobei Dysmenorrhoe mit 46,2 % die häufigste Schmerzform darstellte. Relativ zu allen Frauen mit Menstruationsschmerzen waren 32,1 % von häufigen oder schweren Beschwerden betroffen, 36,4 % berichteten eine Verschlechterung der Symptomatik mit dem Alter. Mit einem relativen Risiko (RR) von 0,73 schien eine kürzliche Entbindung (< 2 Jahre) einen protektiven Effekt zu entfalten. Zudem wurde eine signifikante Assoziation zwischen Dysmenorrhoe und Endometriose (RR 1,6) sowie Uterusmyomen (RR 1,7) festgestellt.
Eine größere Rolle scheinen psychosoziale Parameter bei der Entwicklung der Dyspareunie zu spielen. So waren Vergewaltigungsopfer und Probandinnen mit Angstzuständen häufiger betroffen (RR 1,87 bzw. 1,68). Patientinnen mit Dysmenorrhoe trugen ein fast fünffach erhöhtes Risiko für Dyspareunie, was wahrscheinlich auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass in beiden Fällen die gleichen afferenten Neuronen innerviert sind. Eine vergangene Schwangerschaft ging im Gegensatz dazu mit einem niedrigeren Dyspareunie-Risiko einher (RR 0,6). RG
Quelle:

Righarts A et al.: The prevalence and potential determinants of dysmenorrhoea and other pelvic pain in women ... BJOG 2018; 125(12): 1532-9

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