Rezeptorpositives Mammakarzinom

Gyn-Depesche 2/2014

Dicke Frauen profitieren nicht von längerer Therapie

Über die optimale Länge einer adjuvanten endokrinen Therapie nach rezeptorpositivem Brustkrebs herrscht noch immer Unklarheit. Eine österreichische Studiengruppe fand, dass der Benefit einer Therapieverlängerung auch vom BMI abhängt.

In der ABCSG-6a-Studie erhielten postmenopausale Brustkrebspatientinnen nach einer fünfjährigen adjuvanten Tamoxifen-Therapie randomisiert entweder drei weitere Jahre lang Anastrozol oder keine Therapieverlängerung. 307 Studienteilnehmerinnen (48%) waren übergewichtig, 150 adipös und 177 normalgewichtig.

Frauen ohne Gewichtsprobleme profitierten von der zusätzlichen Therapie deutlich. Der Nutzen bestätigte sich in Multivarianzanalysen. Für übergewichtige und adipöse Frauen wirkte sich die Therapieverlängerung dagegen weder auf das krankheitsfreie, fernmetastasenfreie oder das Gesamtüberleben signifikant aus.

Auf die Nebenwirkungsrate hatte der BMI keinen Einfluss. Sie lag in der Anastrozol-Gruppe signifikant höher als in der nicht weiterbehandelten Kontrollgruppe.

Nicht ausschließen konnten die Studienautoren allerdings, dass ein gesünderer Lebensstil von schlankeren Frauen zu den Ergebnissen beitrug. Möglich sei außerdem, dass der Einfluss des BMI sich vor allem auf die Gruppe der Adipösen bezog. CW

Quelle: Gnant M et al.: The predictive impact of body mass index on the efficacy of extended adjuvant endocrine treatment with anastrozole in postmenopausal patients with breast cancer: an analysis of the randomised ABCSG-6a trial., Zeitschrift: BRITISH JOURNAL OF CANCER, Ausgabe 3 (2013), Seiten: 589-596
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