Mammakarzinom | Gyn-Depesche 2/2009

Die Entzündung der Brust richtig einschätzen

Nur wenige Frauen mit entzündeter Mamma haben ein entzündliches Karzinom, aber es ist wichtig, ein solches früh zu erkennen. V. a. bei jüngeren, graviden oder stillenden Frauen werden die Warnzeichen leicht übersehen.

Das inflammatorische Mammakarzinom macht 1 bis 6% der Fälle von Brustkrebs aus. Den Frauen fällt zuerst eine Farbveränderung der Brust auf, von Rosa zu dunklerem Rot, das sich auf die ganze Brust ausdehnt. Diese vergrößert sich schnell. Oft wird ein Wärmegefühl angegeben. Fieber besteht nicht. Der Arzt stellt Erwärmung, Schwellung, Induration, Erythem und Orangenhaut fest. Eine Re­-sis­tenz ist oft nicht palpabel. Nicht selten sind schon axilläre Lymphknoten tastbar.

Häufige Differenzialdiagnosen sind Abszess, Dermatitis (z. B. nach Insektenstich, Sonnenbrand, Allergie), Fettnekrose und Lymphom. Man kann bis zu sieben Tage unter adäquater Therapie warten, ob sich der Zustand bessert.

Im Mammogramm sind die typischen Zeichen von entzündlichem Brustkrebs Verdickung von Haut, Trabekeln und Stro­ma sowie erhöhte Dichte. Ein eigentlicher Tumor muss nicht erkennbar sein. Mit Sonographie kann man manchmal einen Tumor oder LK-Befall darstellen, sodass eine gezielte Biopsie möglich wird.

An die Chemotherapie schließen sich Mast­ektomie und axilläre LK-Ausräumung an. Dann folgt Radiatio von Thorax und Lymphstation. Den Abschluss bildet eine endokrine Therapie; je nach Rezeptorstatus kann auch Trastuzumab indiziert sein.

Die mittlere Überlebenszeit bei diesem Malignom liegt bei 2,9 bis 4,2 Jahren. Bis zu 25% der Frauen kommen bereits im metastasierten Stadium ohne Heilungsaussichten. Dann bleibt oft nur noch palliative Therapie. WE

Quelle: Molckovsky A: Approach to inflammatory breast cancer, Zeitschrift: CANADIAN FAMILY PHYSICIAN, Ausgabe 55 (2009), Seiten: 25-31

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