Prämenstruelle Symptome | Gyn-Depesche 2/2018

Die Pille hilft – ein bisschen

Das Spektrum der physischen und psychischen Beschwerden, an denen viele Frauen vor der Menstruationsblutung leiden, ist groß. Kanadische Forscher untersuchten, ob sich hormonelle Kontrazeptiva oder die Ethnizität darauf auswirken.

Von 1102 jungen Frauen unterschiedlicher Hautfarbe, die an der „Toronto Nutrigenomics and Health Study“ teilgenommen hatten, gaben 99% an, unter prämenstruellen Beschwerden zu leiden. Die am häufigsten genannten Symptome waren Krämpfe, Aufgedunsenheit, Stimmungsschwankungen, Appetitzunahme, Akne und Abgeschlagenheit. Die ethnische Herkunft spielte dabei keine Rolle. Allerdings litten Ostasiatinnen seltener unter Bauchkrämpfen als Frauen vom kaukasischen oder indischen Typ (67 versus 79 bzw. 84%).
Ein etwas geringeres Risiko für einzelne schwere prämenstruelle Symptome fand sich bei den 782 Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva verwendeten. So sank etwa die Wahrscheinlichkeit für starke Krämpfe im adjustierten Modell um knapp ein Fünftel, die für große Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen sogar um fast vier Fünftel.
Bei geringer ausgeprägten Beschwerden zeigte sich dagegen kein Einfluss einer hormonellen Verhütung. Vor anderen Symptomen wie Aufgedunsenheit, Akne oder Stimmungsschwankungen schienen Pille und Co. nicht zu schützen.
Nicht untersucht werden konnte allerdings, inwieweit sich die Hormonzusammensetzung und die Applikationsart auf prämenstruelle Symptome auswirken. Allgemein geht man davon aus, dass die Stabilisierung des Hormonzyklus zu einer Linderung der Beschwerden beiträgt. CW

Quelle:

Jarosz AC et al.: Hormonal contraceptive use and prevalence of premenstrual symptoms in a multiethnic Canadian population. BMC Women‘s Health 2017; 17: Doi: 10.1186/s12905- 017-0450-7

ICD-Codes: N94.8

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