Endometriose

Gyn-Depesche 4/2010

Ein Gestagen als neue Therapieoption

Vor kurzem wurde ein orales Dienogest-Präparat zu Behandlung der Endometriose zugelassen. Es hatte sich in klinischen Studien als effektiv und gut verträglich erwiesen. In der Wirkung ist es den GnRH-Analoga ebenbürtig.

Im Vordergrund der Endometriose-Behandlung steht zunächst die chirurgische Entfernung der Herde. Anschließend können endokrine Therapeutika eingesetzt werden. Goldstandard waren bisher GnRH-Analoga.

Die Zulassung von Dienogest für diese Therapie ist nach Prof. Alfred Mueck, Tübingen, ein deutlicher Fortschritt. Das Gestagen vereinigt die Eigenschaften der 19-Nortes­tos­teron-Derivate (kurze Halbwertszeit, hohe orale Bioverfügbarkeit, starke gestagene Wirkung am Endometrium) mit denen der Progesteron-Derivate (moderate antigonadotrope Wirkung, Stoffwechsel-Neutralität und antiandrogene Partialwirkung).

In einer Dosierung von 2 mg hat sich Dienogest bei der Behandlung der Endometriose Plazebo als eindeutig überlegen erwiesen. So führte das Gestagen in einer von Prof. Andreas Ebert, Berlin, präsentierten randomisierten zwölfwöchigen Doppelblindstudie (n = 198) bereits nach vier Wochen zu einer signifikant stärkeren Reduktion der Schmerzsymptomatik als Plazebo. In einer anschließenden 52-wöchigen offenen Studienphase zeigte sich eine deutliche Schmerzreduktion auch bei den Frauen, die erst ab Woche zwölf Dienogest erhielten. – Eine Vergleichsstudie von Dienogest mit dem Leuprorelinacetat ergab eine in beiden Studiengruppen vergleichbare Reduktion der Beschwerden. MW

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