Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 4/2019

Einleitung vor Termin hat Vorteile

Ohne medizinischen Grund wird eine Weheninduktion vor dem Geburtstermin in der Regel nicht durchgeführt. Die Ergebnisse einer großen US-amerikanischen Studie sprechen dafür, diese gängige Praxis zu überdenken.
Die 6.106 Studienteilnehmerinnen waren Erstgebärende mit geringem Komplikationsrisiko, die randomisiert entweder in der 39. SSW eine medikamentöse Geburtseinleitung erhielten oder den errechneten Termin abwarten sollten. Das Ergebnis sprach mit 4,3 vs. 5,4 % zwar für die elektive Weheninduktion – allerdings erwies sich der Unterschied als nicht signifikant. Eindeutig geringer war in der Interventionsgruppe aber die Sectiorate (18,6 vs. 22,2 %). Auch schwangerschaftsbedingte Hochdruckerkrankungen kamen in der Induktionsgruppe signifikant seltener vor (9,1 vs. 14,1 %). Obwohl die Frauen längere Zeit im Kreißsaal verbrachten, empfanden sie die Schmerzbelastung als geringer und konnten die Klinik im Schnitt früher verlassen. Pro 28 Nulliparae, bei denen in der 39. SSW eine elektive Weheninduktion durchgeführt wird, ließe sich ein Kaiserschnitt vermeiden. Der aktuellen Studie zufolge ist somit eine elektive Geburtseinleitung in der 39. SSW mit mehr Vor- als Nachteilen für Mutter und Kind verbunden. CW
Quelle: Grobman WA et al.: Labor induction versus expectant … N Engl J Med 2018; 379: 513-23

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