Menstruationsassoziierte Migräne

Gyn-Depesche 4/2008

Evidenzbasierte Empfehlungen für Akutbehandlung und Prävention

Viele Frauen leiden während der Menstruation an Migränekopfschmerzen, die sehr belastend sein können. Solche Attacken sind meist schwerer, dauern länger und sprechen schlechter auf Analgetika an als übliche Migräneanfälle. Welche Möglichkeiten der akuten Therapie und längerfristigen Prävention es derzeit gibt, schildert eine Übersicht aus Kanada.

Um entsprechende Empfehlungen ausarbeiten zu können, zog man prospektive, randomisiert-kontrollierte Doppelblindstudien heran, die pharmakologische Substanzen jedweder Art zur Linderung oder Vorbeugung von menstruationsassoziierten Migränekopfschmerzen geprüft hatten. Die wichtigsten Bewertungskriterien waren einmal Schmerzreaktion und Schmerzfreiheit zwei Stunden nach akuter Behandlung und Auftreten menstruationsassoziierter Migräneattacken bzw. Zahl der Tage mit solchen Anfällen während eines Zyklus. Insgesamt 19 Studien konnte man in die Analyse einbeziehen.

Evidenzbasierte Empfehlungen (Grad B) für die akute Behandlung sind demnach 50 bzw. 100 mg Sumatriptan, 500 mg Mefenaminsäure oder 10 mg Rizatriptan. Zur Prävention einer menstruationsassoziierten Migräne sollte man 1,5 mg transkutanes Östrogen, 2,5 mg Frovatriptan (zweimal täglich) oder 1 mg Naratriptan (ebenfalls zweimal täglich) versuchen. Die konkrete Wahl sollte von klinischen Erwägungen abhängen. EH

Quelle: Pringsheim, T: Acute treatment and prevention of menstrually related migraine headache: evidence-based review, Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe 70 (2008), Seiten: 1555-1563
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