Nach assistierter Reproduktion | Gyn-Depesche 2/2016

Extrauteringravidität früher erkennen

US-amerikanische Wissenschaftler entwickelten einen klinischen Algorithmus, um ektope und heterotope Schwangerschaften nach ART möglichst frühzeitig zu erkennen.

An einer Fertilitätsklinik in Iowa wurden zwischen 1995 und 2013 insgesamt 3904 Frauen mit Hilfe von ART schwanger. Standardmäßig erfolgte bei allen Patientinnen 15 Tage nach der Eizellgewinnung die erste hCG-Bestimmung und 48 Stunden später die zweite. Lag der erste Messwert unter 50 IU/l oder der prozentuale Anstieg unter 70 Prozent, so wurde 25 Tage nach der Eizellentnahme eine Ultraschallkontrolle angesetzt – andernfalls erst nach 35 Tagen. Auch wenn Schmerzen oder vaginale Blutungen auftraten, wurde der Sono-Termin vorgezogen.
In insgesamt 30 Fällen (0,77%) stellte man eine ektope und in 18 Fällen (0,46%) eine heterotope Schwangerschaft fest. Anhand der definierten Kriterien – niedriger Eingangs-hCG, geringer Anstieg oder klinische Symptome – erfolgte die Diagnose bei 29 bzw. 15 der Patientinnen bereits vor dem regulären Ultraschalltermin an Tag 35. Allerdings trafen die einzelnen Merkmale erwartungsgemäß auch auf viele Frauen mit einer intrauterinen Schwangerschaft zu. Unter 277 Fällen mit einem Eingangs-hCG unter 50 IU/l waren 18 ektope Schwangerschaften und eine heterotope. Ebenfalls bei 277 Frauen stieg der hCG-Wert bis zur zweiten Messung um weniger als 70 Prozent. In dieser Gruppe fand man vier ektope und zwei heterotope Nidationen. Schmerzen oder vaginale Blutungen traten bei insgesamt 1042 Frauen auf, von denen sieben bzw. elf die Diagnose Extrauteringravidität erhielten.
Aufgrund der vorgezogenen Sonographie und der dadurch bedingten früheren Diagnose konnten die meisten Fälle bereits vor der 7. SSW behandelt werden. Mehr als die Hälfte der ektopen Schwangerschaften ließen sich ohne chirurgische Intervention beenden. CW
Quelle:

Cookingham LM et al.: Successful treatment algorithm for evaluation of early pregnancy after in vitro fertilization. Fertil Steril 2015; 104: 932-7

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