Große US-Kohortenstudie | Gyn-Depesche 4/2016

Extreme Frühgeburten gefährden Mütter

Extreme und sehr frühe Frühgeburten gefährden nicht nur Kinder, sondern auch Mütter, zeigte eine retrospektive Kohortenstudie. Die Analyse von Geburten, die nach der 23. bis 33. SSW stattfanden, arbeitete Risikofaktoren für maternale Komplikationen heraus: Gestationsalter (GA) von unter der 27. SSW und Sectio.

Insgesamt wurden die Daten von 2659 Frauen analysiert. Der Geburtsmodus war in 1454 Fällen vaginal, in 904 ein tiefer transversaler Kaiserschnitt (low transverse cesarean delivery, LTCD), in 29 ein tiefer vertikaler (low vertical cesarean delivery, LVCD) und in 272 ein klassischer (classical cesarean delivery, CCD).
Insgesamt erlitten 8,6% der Teilnehmerinnen schwere Komplikationen, vor allem starke Blutungen oder Infektionen. Nach CCD und LTCD starb je eine Frau. Nach vaginaler Entbindung lag die Komplikationsrate bei insgesamt 3,5%, nach CCD bei 23%, nach LTCD bei 12,1% und nach LVCD bei 10,3%. Je unreifer das Kind, desto negativer das Outcome für die Mutter: Bei Entbindung vor der 29. SSW erlitten 11,5% der Frauen schwere Komplikationen, in SSW 29 bis 32 9,5%, in SSW 33 und 34 noch 6,3%. Nach Bereinigung um GA und mütterliche Faktoren wie BMI, Alter und Komorbiditäten zeigte sich, dass jede Art der Sectio, verglichen mit der vaginalen Entbindung, mit einem signifikant höheren maternalen Risiko assoziiert war. Die Risiko- Unterschiede zwischen CCD und den anderen Sectiones erreichten keine Signifikanz.
Die Autoren betonen, dass ihre Studienergebnisse dazu anregen sollten, Müttern sehr früh geborener Kinder speziell nach Sectiones besondere Aufmerksamkeit zu schenken. PP

Quelle:

Reddy UM et al.: Serious maternal complications after ... Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 538.e1-9

ICD-Codes: P07.3

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