Infektionsrisiko | Gyn-Depesche 1/2019

Familie bremst riskantes Sexualverhalten

Ob junge Menschen alleine oder noch bei ihrer Herkunftsfamilie leben, kann die Zahl der Sexualpartner und damit das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen (STI) beeinflussen.

Dies ergab eine britische Umfrage von 3.869 jungen Frauen und Männern zwischen 16 und 24 Jahren. Rund 80 % von ihnen hatten bereits sexuelle Erfahrungen gesammelt. Von den befragten Mädchen wohnten 57,1 % noch zu Hause bei ihren Eltern oder anderen Verwandten. Deutlich beliebter war „Hotel Mama“ mit einem Anteil von 68,7 % bei den Männern.
Die Konstellation des Haushalts erwies sich als wichtiger Indikator für riskantes Sexualverhalten. Junge Frauen, die alleine oder in einer Wohngemeinschaft mit nicht verwandten Menschen lebten, gaben häufiger an, im vergangenen Jahr zwei oder mehr Sexualpartner gehabt zu haben: Im Vergleich zu denjenigen, die noch im Elternhaus wohnten, stieg die Wahrscheinlichkeit nach dem Auszug um 54bzw. 76 %. Das Risiko für ungeschützten Geschlechtsverkehr verdoppelte sich bei alleinlebenden Mädchen und jungen Frauen. Bei jungen Männern waren die Unterschiede weniger ausgeprägt. Am unwahrscheinlichsten waren wechselnde Sexualkontakte bei beiden Geschlechtern beim Zusammenleben mit einem Partner/ einer Partnerin mit oder ohne Kinder. CW

Quelle:

Curtis TJ et al.: Household structure and its association with sexual risk behaviours and sexual health outcomes: evidence from a British probability sample survey. BMJ Open 2018; 8(12): e024255

ICD-Codes: A64

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