Reproduktionsmedizin | Gyn-Depesche 2/2020

Früher Missbrauch hat späte Folgen

Frauen, die in der Kindheit sexuellen, emotionalen oder physischen Übergriffen ausgesetzt waren, werden später öfter ungeplant schwanger. Aber macht es einen Unterschied, um welche Form des Missbrauchs es sich handelte?
Dieser Frage ging das Norwegian Institute of Public Health im Rahmen einer umfassenden Kohortenstudie nach. Per Fragebogen gaben die Probandinnen Auskunft, ob es sich um eine geplante oder ungeplante Schwangerschaft handelte. In der 30. SSW wurden die Frauen zu Missbrauchserfahrungen in der eigenen Kindheit befragt. Etwa jede fünfte Studienteilnehmerin war in der Kindheit mindestens einer Form des Missbrauchs ausgesetzt gewesen. Diese Frauen wurden häufifiger ungeplant schwanger. Wer sexuell belästigt worden war, trug ein um 20 %, gesteigertes Risiko, bei emotionaler oder physischer Gewalt war das Risiko um 14 % bzw. 11 % höher. Für Frauen, die von verschiedenen Formen des Missbrauchs berichteten, ergab sich ein additiver Effffekt. Das höchste Risiko für eine ungeplante Schwangerschaft trugen Probandinnen, die in der Kindheit Opfer emotionaler und sexueller Gewalt geworden waren. RG
Quelle: Drevin J: Childhood abuse and unplanned pregnancies: a cross-sectional study of women in the Norwegian Mother and Child Cohort Study. BJOG 2020; 127(4): 438–46

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