Primäre Dysmenorrhoe | Gyn-Depesche 2/2016

Fragebögen mit Lücken

Menstruationsschmerzen sind eine der führenden Ursachen für Fehltage am Arbeitsplatz, für verringerte Produktivität und Lebensqualität. Validierte Symptomskalen oder Fragebögen zur Evaluation sind jedoch Mangelware.

US-amerikanische Wissenschaftler durchsuchten die verfügbare Literatur nach Symptomskalen und Fragebögen, die zur klinischen Bewertung der primären Dysmenorrhoe eingesetzt wurden. Sie fanden insgesamt 15 im englischen Sprachraum verwendete Messinstrumente, von denen aber nur fünf spezifisch für die primäre Dysmenorrhoe entwickelt wurden. Allgemeine Schmerz-Scores wie die visuelle Analogskala (VAS) oder der McGill Pain Questionnaire (MPQ) sind zwar gut untersucht und ausreichend validiert, decken aber nach Meinung der Autoren die komplexe Symptomatik von Menstruationsschmerzen nicht ausreichend ab: Dysmenorrhoe- Patientinnen haben meist an mehr als einer Stelle Schmerzen und oft auch zusätzliche Symptome wie beispielsweise gastrointestinale Beschwerden. Auch Instrumente zur Bewertung perimenstrueller Symptome – etwa der Menstrual Distress Questionnaire nach Moos (1968) – scheinen wenig geeignet, da ein Großteil des Spektrums an abgefragten Symptomen für die primäre Dysmenorrhoe nicht relevant ist.
Nach Ansicht der Autoren sind die retrospektive Symptomskala (RSS) und die Daily Symptoms Scale (DSS) nach Cox und Meyer (1978) oder die Symptom Severity Scale (SSS, Chesney und Tasto, 1975) am besten geeignet. CW

Quelle:

Chen CX et al.: Self-report pain and symptom measures for primary dysmenorrhoea: A critical review. Eur J Pain 2015; 19: 377-91

ICD-Codes: N94.4

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