Stress im Krankenhaus | Gyn-Depesche 2/2018

Geburtshelfer und Hebammen mit PTSD

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) ist seit langem eine etablierte Krankheitsentität. Bekannt wurde sie ursprünglich bei aus dem Einsatz zurückkehrenden Soldaten. Jetzt zeigte eine Studie, dass auch Geburtshelfer und Hebammen von einer PTSD betroffen sein können, wenn sie traumatische Erlebnisse bei ihrer Berufsausübung ausgesetzt waren. Und das kann Auswirkungen auf das zukünftige Arbeitsleben haben.

Im Rahmen der retrospektiven Querschitts- Studie wurden Geburtshelfer und Hebammen in Schweden mittels Fragebogen evaluiert. Zum Einsatz kam der validierte SQ-PTSD-Fragebogen (Screen Questionnaire Posttraumatic Stress Disorder). 706 Geburtshelfer und 1459 Hebammen antworteten, was einem Anteil von 47 bzw. 40% der insgesamt Befragten entsprach.
84% der Geburtshelfer und 71% der Hebammen berichteten, mindestens ein schwerwiegendes Ereignis während ihrer Berufsausübung erlebt zu haben (z. B. Tod des Kindes bei der Geburt, schwere Verletzung des Kindes, mütterlicher Tod oder Bedrohung durch andere). 15% beider untersuchter Gruppen berichteten Symptome, die auf eine PTSD hinwiesen, 5 bis 7% erfüllten PTSD-Diagnosekriterien vollständig. Besonders bei Schuldgefühlen oder unzureichender Unterstützung durch Freunde war das PTSD-Risiko besonders groß.
Sowohl Geburtshelfer als auch Hebammen wählten überdurchschnittlich häufig eine neue Tätigkeit im ambulanten Bereich, wenn sie PTSD-Symptome aufwiesen. Die Autoren fordern, Betroffenen ein entsprechendes Resilienz- Training zukommen zu lassen. CB

Quelle:

Wahlberg A et al.: Post-traumatic stress symptoms in Swedish obstetricians and midwives after severe obstetric events ... BJOG 2017; 124: 1264-71

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