HIV-positive Frauen haben oft noch mehr ... | Gyn-Depesche 4/2001

"Geschlechtskrankheiten" als Indikatoren des Sexualverhaltens

Koexistente sexuell übertragbare Krankheiten (STD) können die Transmission von HIV durch infizierte Frauen begünstigen. Im Rahmen einer einschlägigen Studie untersuchte man Prävalenz und Inzidenz solcher Erkrankungen in Abhängigkeit von Infektionsdauer und Sexualverhalten.

Bei 229 von insgesamt 487 Teilnehmerinnen einer europäischen HIV-Kohortenstudie, die den Verlauf der HIV-Infektion bei Frauen untersuchte, ließ sich der Zeitpunkt der Serokonversion retrospektiv relativ genau ermitteln. Obwohl die Frauen über ihren HIV-Status Bescheid wussten, zogen sie sich relativ häufig sexuell übertragbare Krankheiten zu. Prostitution in der Vergangenheit sowie unregelmäßiger Kondomgebrauch bei wechselnden Partnern erwiesen sich als Risikofaktoren. Die Häufigkeit des Auftretens akuter STDs und von Candida-Infektionen nahm mit der Dauer der HIV-Infektion und sinkender CD4-Zellzahl ab. Dagegen sah man mit längerem Beobachtungsverlauf eher mehr genitale Kondylome und Ulzerationen, welche offenbar negativ mit der CD4-Zellzahl korrelierten. Möglicherweise werden die mutmaßlichen Erreger - HPV und Herpes-simplex-Viren - durch die immunsupprimierende Erkrankung reaktiviert.

Quelle: van Benthem, BHB: Sexually transmitted infections in European HIV-infected women: incidence in ralation to time from infection, Zeitschrift: AIDS, Ausgabe 14 (2000), Seiten: 595-603

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