Fisch versus Fast Food | Gyn-Depesche 4/2018

Gesunde Kost verzögert die Menopause

Eine frühe Menopause ist mit einem höheren Risiko für Osteoporose und kardiovaskuläre Ereignisse verbunden – eine späte Menopause dagegen erhöht die Gefahr für gynäkologische Krebserkrankungen. Neben (epi-)genetischen und hormonellen Mechanismen wird das Menopausenalter auch von der Ernährungsweise beeinflusst.

Im Rahmen der UK Women‘s Cohort Study wurden 14 172 Frauen im Jahr 1995 zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Bei Baseline sowie bei Studienende 1998 wurden zudem weitere Gesundheitsparameter erfasst, darunter auch das Einsetzen der Menopause.
Über den vierjährigen Zeitraum fand bei 914 der eingeschlossenen Frauen im Alter zwischen 40 und 65 der natürliche menopausale Wechsel statt (medianes Menopausenalter 51 Jahre). Bei Frauen, die viel fettreichen Fisch und Hülsenfrüchte aßen, setzte die Menopause vergleichsweise später ein. Pro täglicher Portion Hülsenfrüchte erhöhte sich das Menopausenalter um 0,9 Jahre, pro Portion Fisch um 3,3 Jahre. Einen ähnlichen Effekt hatte eine hohe Zufuhr von Vitamin B6 (+0,6 Jahre) und Zink (+0,3 Jahre). Zurückzuführen ist der Verzögerungseffekt vermutlich auf die antioxidative Wirkung dieser Lebensmittel und Mikronährstoffe.
Einen umgekehrten Effekt, also ein früheres Einsetzen der Menopause, hatte das häufige Verspeisen von Pasta- und Reisprodukten. Diese reduzierten das Menopausenalter pro täglicher Portion um 1,5 Jahre. Wahrscheinlich spielt hier das durch die hohe Kohlenhydrat-Zufuhr gesteigerte Risiko für Insulinresistenz und damit verbundene hormonelle Änderungen eine Rolle. Wahrscheinlich ebenfalls aufgrund hormoneller Effekte stellte man einen früheren Einsatz der Wechseljahre auch bei Vegetarierinnen fest. OH

Quelle:

Dunneram Y et al.: Dietary intake and age ... J Epidemiol Community Health 2018; 72: 733-40

ICD-Codes: N95.1

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