Verhütung | Gyn-Depesche 5/2019

Gewichtszunahme bei verschiedenen Methoden

Langwirksame Kontrazeptiva wie Etonogestrel- und Levonorgestrel-Implantate oder Kupferspiralen können Schwangerschaften sehr effektiv verhindern. Eine Gewichtszunahme wird oft eher mit den hormonellen Verhütungsmethoden in Verbindung gebracht. Ist das wirklich so?
Eine Gewichtszunahme ist für die meisten Frauen eine unerwünschte Nebenwirkung der Verhütung. In einer aktuellen Studie wurde nun explizit untersucht, ob sie bei hormonellen Verhütungsmethoden wirklich gravierender ist als bei einer nicht-hormonellen Kontrazeption. Dafür verglich man die Daten von 995 Frauen, die über mindestens drei Jahre mit Etonogestrel verhüteten, mit denjenigen von 997 Frauen unter Kontrazeption mit Levonorgestrel und von 971 Frauen, die eine Kupferspirale verwendeten.
Unter den Etonogestrel- bzw. Levonorgestrelimplantaten nahmen die Frauen über drei Jahre insgesamt 3,0 kg bzw. 2,9 kg signifikant zu. Dagegen betrug die Gewichtszunahme bei den Anwenderinnen der Kupferspirale nur 1,1 kg. Der Unterschied war bei Frauen mit einem Ausgangsgewicht von mehr als 50 kg signifikant (bei leichteren Frauen nicht). Eine statistische Analyse bezog zudem soziodemografische Faktoren, Ausgangsgewicht und Ausgangs-BMI, das Zentrum und die Zeit seit der Insertion mit ein. Sie ergab, dass die Nutzerinnen der Etonogestrel- bzw. Levonorgestrel-Implantate mit einem Ausgangsgewicht > 50 kg pro Jahr 760 bzw. 790 g mehr zunahmen als die Nutzerinnen der Kupferspirale. Somit scheinen Frauen mit Hormonimplantat mit der Zeit tatsächlich etwas mehr an Gewicht zuzulegen als mit der Kupferspirale. Das Ausmaß fällt aber in allen Gruppen in etwa in den Bereich an Gewichtszunahme, der bei Erwachsenen über einen Dreijahreszeitraum generell beobachtet wird. BA
Quelle: Bahamondes L et al.: A multicenter randomized clinical trial of etonogestrel and levonorgestrel contraceptive implants with nonrandomized copper intrauterine device controls: effect on weight variations up to 3 years after placement. Contraception 2018; 98: 181-7

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