Übergewicht und hoher Blutzucker? | Gyn-Depesche 6/2018

Harnsäure checken!

Ein erhöhter Harnsäurespiegel erhöht das kardiovaskuläre Risiko. Polnische Wissenschaftler untersuchten daher nun, welche Faktoren eine Hyperurikämie bei postmenopausalen Frauen begünstigen.
An der Universität von Poznan verglich man verschiedene biometrische, serologische und genetische Parameter von 271 übergewichtigen postmenopausalen Frauen ohne kardiovaskuläre oder metabolische Erkrankungen und ohne Hormonersatztherapie. Anhand ihrer Harnsäurespiegel wurden die Teilnehmerinnen in zwei Gruppen eingeteilt. Als Grenzwert definierten die Studienautoren 4 mg/dl, da Harnsäure bereits bei dieser Serumkonzentration einen prooxidativen Effekt zeigt und zur endothelialen Dysfunktion führen kann. Bei 213 Frauen lag der Harnsäurespiegel darüber.
Die Frauen in dieser Gruppe wiesen im Schnitt einen höheren BMI, Taillenumfang, Körperfettanteil und diastolischen Blutdruck sowie höhere Insulin-, Blutglucose- und Triglyceridspiegel auf. Hinsichtlich ihrer Ernährungsgewohnheiten unterschieden sie sich jedoch nicht von der Vergleichsgruppe. Bekannte Genpolymorphismen im Bereich des Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptors gamma (PPARg) und des beta-3-adrenergen Rezeptors (ADBR), die Adipositas und Insulinresistenz fördern, beeinflussten den Harnsäurespiegel ebenfalls nicht.
Frauen mit einem BMI über 25 kg/m2 und Hyperglykämie (Blutglucose ≥100 mg/dl) hatten rechnerisch ein vierfach höheres Risiko, dass ihr Harnsäurespiegel oberhalb des „gesunden“ Bereichs lag. Litten sie zusätzlich an einer Hyperlipidämie (Triglyceride ≥150 mg/dl), kletterte das Risiko sogar auf das Siebenfache.
Bei Hyperurikämie steigt die Prävalenz von kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes, Gicht und nicht-alkoholischer Fettleber. Die Studienautoren empfehlen deshalb, bei postmenopausalen Frauen grundsätzlich die entsprechenden metabolischen Parameter zu überwachen. CW
Quelle: Grygiel-Górniak B et al.: Uric acid and obesity- related phenotypes in postmenopausal women. Mol Cell Biochem 2018; 443: 111-9

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