Ovarialkarzinom | Gyn-Depesche 2/2018

HE4-Bestimmung unabhängig vom Zyklus möglich

Der Tumormarker HE4 (Human Epididymisprotein 4) kann helfen, zwischen malignen und benignen Raumforderungen im Beckenbereich der Patientinnen zu unterscheiden. Ein US-amerikanisches Team untersuchte, ob seine Serumlevel im Verlauf des Zyklus schwanken.

Von 53 Probandinnen mit stabilem Men- struationszyklus wurde an fünf definierten Tagen eine Blutprobe genommen. Etwa die Hälfte der Frauen gab zusätzlich jeweils eine Urinprobe ab. Die Serumspiegel von LH, Estradiol und Progesteron zeigten den charakteristischen Verlauf. Am Tag nach dem ovulationsbedingten LH-Anstieg fand sich auch beim HE4- Wert eine leichte Erhöhung (37 pmol/l). Ansonsten jedoch blieb der Serumspiegel über den gesamten Zyklus relativ stabil bei im Mittel etwa 30 pmol/l. Selbst die höchsten Werte zum Zeitpunkt des Eisprungs lagen immer klar innerhalb des Referenzbereichs, dessen Obergrenze in Studien mit 89,1 pmol/l bei prämenopausalen Frauen angegeben wird. Die HE4-Konzentration im Urin offenbarte stärkere Schwankungen. Dagegen erwies sich der Quotient aus HE4- und Kreatininwert als kaum variabel und folgte dem Verlauf des HE4-Serumwerts.
Sollte sich dies in weiteren Studien bestätigen, ließe sich möglicherweise auch dieser Wert zur Vorhersage der Malignität von raumfordernden Prozessen im Beckenbereich nutzen. Als Ergänzung zum etablierten Tumormarker CA125 kann der HE4-Serumwert dessen Spezifität bei der Früherkennung und Verlaufskontrolle des epithelialen Ovarialkarzinoms insbesondere bei prämenopausalen Patientinnen deutlich verbessern. CW

Quelle:

Moore RG et al.: Assessment of serum HE4 levels throughout the normal menstrual cycle. Am J Obstet Gynecol 2017; 217: 53.e1-9

ICD-Codes: C56

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