Metastasiertes Mammakarzinom | Gyn-Depesche 2/2020

Hoher Grad an Therapie-Individualisierung

In einem Brustkrebszentrum im britischen Leeds wurde untersucht, in welchem Behandlungsstadium das Potenzial für neue zielgerichtete Therapien beim fortgeschrittenen Mammakarzinom am größten ist.
Britische Forscher werteten die Daten von 196 Patientinnen aus, bei denen erstmals ein metastasiertes hormonrezeptorpositives und HER2-negatives Mammakarzinom festgestellt wurde.
Drei Viertel der Patientinnen erhielten eine endokrine Erstlinientherapie – zu 82 % einen Aromatasehemmer, zu jeweils 8,6 % Everolimus in Kombination mit Exemestan oder Tamoxifen. Bei den restlichen Studienteilnehmerinnen wurde zunächst eine Chemotherapie angesetzt. Diese bestand in etwas mehr als der Hälfte der Fälle aus nur einer Substanz (Paclitaxel, Capecitabin oder Docetaxel). Der Anteil der Firstline-Chemotherapie halbierte sich zwischen 2012 und 2017. Patientinnen in dieser Gruppe waren im Schnitt jünger und wiesen häufifiger viszerale Metastasen auf. Auch das Gesamtüberleben war kürzer.
Die Ergebnisse könnten Basis für eine künftige Optimierung sein – besonders im Hinblick auf neue Optionen wie CDK4/6-Hemmer, die möglichst frühzeitig eingesetzt werden sollen. WE
Quelle: Twelves C et al.: Systemic treatment of hormone receptor positive, human epidermal growth factor 2 negative metastatic breast cancer: retrospective analysis from Leeds Cancer Centre. BMC Cancer 2020; doi: 10.1186/s12885-020-6527-y
ICD-Codes: C50.9

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