Metastasierendes Mammakarzinom | Gyn-Depesche 3/2018

IGF-Blockade verbessert Wirkung der Chemotherapie

Die IGF-Signalachse spielt bei der Tumorprogression des Mammakarzinoms eine wichtige Rolle. Ihre Blockade kann möglicherweise die Wirksamkeit von Paclitaxel beim invasiven Brustkrebs steigern.
Immunhistochemische Färbungen von Mammabiopsien zeigten bei Krebspatientinnen einen Anstieg von Phospho-Insulin/ IGF-1-Rezeptoren und eine erhöhte Infiltration tumorassoziierter Makrophagen. Es stellte sich heraus, dass bei 56 von 75 Mammakarzinom- Patientinnen (75%) der Insulin/IGF-1R-Signalweg aktiviert war. Dies korrelierte mit einer erhöhten Makrophagen-Infiltration und einem fortgeschrittenen Tumorstadium. Bei Patientinnen mit invasivem Brustkrebs stieg die Rate auf 87%. Im Mausmodell konnte man nachweisen, dass tumorassoziierte Makrophagen und Fibroblasten die Hauptquelle von IGF-1 und -2 in der Mikroumgebung von invasiven Tumoren und Metastasen sind.
Ebenfalls bei Mäusen mit induziertem triple-negativem Brustkrebs testete man die Wirkung des IGF-1/-2-blockierenden Antikörpers Xentuzumab auf die Tumorprogression. Jeweils 16 Mäuse wurden mit Paclitaxel/Xentuzumab oder nur mit Paclitaxel behandelt. Das Wachstum des Primärtumors und auch von Lungenmetastasen wurde durch Xentuzumab signifikant reduziert. Auf die Makrophagen- Infiltration wirkte sich die IGF-Blockade nicht aus. Dies spricht für eine selektive Unterdrückung der tumorwachstumsfördernden Eigenschaften, während das anti-tumorigene Potenzial anderer Makrophagenpopulationen erhalten bleibt. CW

Quelle: Ireland L et al.: Blockade of insulin-like growth factors increases efficacy of paclitaxel in metastatic breast cancer. Oncogene 2018; 37: 2022-36
ICD-Codes: C50.9

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