Kolpitiden | Gyn-Depesche 4/2002

Immunologische Therapie erfolgreich

Die Lösung des Problems, das rezidivierende Kolpitiden in der gynäkologischen Praxis darstellen, liegt oft in der Impfung mit inaktivierten Laktobazillen.

Laut Prof. Klaus Doench, Göttingen, kommt etwa jede fünfte Frau wegen Fluor in die Praxis. Die Akutbehandlung ist einfach, doch in manchen Fällen neigen Kolpitiden zur Chronifizierung bzw. zu Rezidiven. Das vaginale Milieu auf Dauer zu stabilisieren und die Abwehrkraft zu stärken gelingt meist durch eine Impfung mit inaktivierten Laktobazillen. Über den Impfstoff wurde berichtet, dass er die Bildung spezifischer Antikörper induziert, die sich vor allem gegen veränderte Stämme der Döderlein-Flora richten, die kaum mehr Milchsäure und kein H2O2 produzieren. Durch die Impfung wird die lokale Immunantwort stimuliert. Die IgA-Konzentration im Vaginalsekret steigt signifikant an, auch im Serum sind die Konzentrationen erhöht. Der IgA-Anstieg korreliert mit der Prävention von Rezidiven. Die Vakzine ist in 26 klinischen Studien mit 2800 Patientinnen nach bakterieller Vaginose, unspezifischer Kolpitis, Trichomoniasis und Candidose eingesetzt worden. In den zwei Plazebo-kontrollierten Untersuchungen nach Trichomoniasis (n = 314) war die Reinfektionsrate nach vier Wochen statitisch signifikant und nach vier Monaten hochsignifikant niedriger. Auch zur bakteriellen Vaginose liegen zwei Doppelblindstudien vor. Nach einem Jahr waren 75% der Teilnehmerinnen in den Verumgruppen rezidivfrei; in den Plazebogruppen waren es 37%. Eine Grundimmunisierung mit drei Injektionen sowie eine Auffrischung nach einem Jahr erhielten in einer Anwendungsbeobachtung 576 Patientinnen mit rezidivierender Kolpitis.Während die Betroffenen vorher an im Schnitt 4,6 Kolpitiden pro Jahr erkrankt waren, lag die Erkrankungszahl in der einjährigen Beobachtungszeit bei im Schnitt 0,8. Ganz ohne Rezidiv verbrachten knapp zwei Drittel der Patientinnen diese Zeit. (SN)

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