Cave | Gyn-Depesche 2/2019

Induzierter Abort: Re-Evakuationen vermeiden

In einer finnischen Kohortenstudie wurde untersucht, wie hoch die Inzidenz von intrauterinen Adhäsionen nach einem induzierten Abort ist.

In den Jahren 2000 bis 2008 wurden in Finnland 79.960 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, jeweils etwa die Hälfte durch instrumentelle Ausräumung und medikamentöse Induktion. Eine Analyse ergab, dass danach bei zwölf Frauen intrauterine Verwachsungen diagnostiziert und behandelt wurden (Inzidenz 1,5 Fälle pro 10.000).
Ein signifikanter Unterschied zwischen chirurgischer und medikamentöser Abortinduktion fand sich dabei nicht. Allerdings traten Adhäsionen nach einem medikamentösen Abbruch ausschließlich dann auf, wenn anschließend noch eine chirurgische Evakuation durchgeführt wurde. Auch eine Re-Evakuation nach zunächst erfolgloser Ausräumung erwies sich als Risikofaktor. Eine Fall-Kontroll-Analyse mit jeweils fünf gleichaltrigen Frauen mit elektivem Abort, aber ohne nachfolgenden Uterusverwachsungen ergab: Ist ein zweiter Eingriff zur Entfernung von Plazentaresten/fetalem Detritus notwendig, verfünffacht sich das Risiko für Adhäsionen. Ätiologisch ist dies durch Traumata erklärbar.
Die Inzidenz intrauteriner Adhäsionen nach einem induzierten Abort erwies sich als geringer als bisher angenommen. CW
Quelle:

Mentula M et al.: Intrauteri-ne adhesions following an induced termination of pregnancy: a nationwide cohort study. BJOG 2018; 125: 1424-31

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