Paralytischer Ileus nach Operation | Gyn-Depesche 3/2017

Kaffee bringt den Darm in Schwung

Nach einem kompletten operativen Staging bei gynäkologischen Tumoren stellt der paralytische Ileus eine häufige Komplikation dar. Durch regelmäßiges Kaffeetrinken ab dem Morgen nach dem Eingriff lässt sich das Risiko offensichtlich verringern.

In einem Lehr- und Forschungskrankenhaus in Izmir (Türkei) wurden 114 Patientinnen mit Zervix-, Ovarial- oder Endometriumkarzinom randomisiert: Nach einer abdominalen Hysterektomie mit pelviner und paraaortaler Lymphadenektomie erhielten sie entweder den üblichen postoperativen Standard- Kostaufbau oder zusätzlich dreimal täglich eine Tasse Kaffee.
Alle Patientinnen vertrugen den Kaffee gut; Nebenwirkungen traten nicht auf. Auf die postoperative Darmmotilität wirkte sich der Kaffeekonsum positiv aus: Der Abgang von Winden setzte zehn Stunden früher postop. ein (30,2 versus 40,2 h), die erste Defäkation erfolgte 15 Stunden früher (43,1 versus 58,5 h) als in der Kontrollgruppe. Nach im Schnitt 3,4 Tagen tolerierten die Patientinnen wieder feste Nahrung (vs. 4,7 Tage). Auch der Bedarf an zusätzlichen Analgetika und Antiemetika war bei den Kaffeetrinkerinnen signifikant niedriger. Der Klinikaufenthalt verkürzte sich von im Schnitt 7,4 auf 6,1 Tage. Unter Standardversorgung entwickelten 52% Symptome eines paralytischen Ileus, mit Kaffee nur 14%. CW

Quelle:

Güngördük K et al.: Effects of coffee consumption on gut recovery after surgery of gynecological cancer patients: a randomized controlled trial. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 145.e1-7

ICD-Codes: K56.0

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