Junge Patientinnen | Gyn-Depesche 6/2015

Kein Grund für schnelle CIN2-Exzision

Für CIN2-Läsionen bei jungen Frauen empfehlen international die meisten Fachgesellschaften ein konservatives Management. Ob nach einer Spontanremission das Rezidivrisiko steigt, untersuchte eine neuseeländische Arbeitsgruppe.

In zwei Kolposkopiezentren in Neuseeland wurden im Rahmen des regulären Screenings 683 unter 25-jährige Frauen mit CIN1 oder -2 identifiziert. Bei 278 Patientinnen mit CIN2 bildeten sich die Läsionen innerhalb von zwei Jahren spontan zu CIN1 oder einem normalen Zellbild zurück, bei 299 erfolgte eine operative Therapie. 278 Frauen mit unbehandeltem CIN1 dienten als Kontrollgruppe. Alle sechs Monate erfolgte eine kolposkopisch-zytologische Kontrolluntersuchung. Die Nachbeobachtungszeit endete im Schnitt nach vier Jahren.
Das Risiko, höhergradige Läsionen (CIN2 und -3) zu entwickeln, betrug 12% bei einer CIN1- Diagnose, 17% nach einer spontanen CIN2-Regression und 4% nach der Exzision von CIN2. Auch nach der Anpassung an potenzielle Störgrößen wie Alter, Ethnizität und Raucherstatus ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen CIN1 und zurückgebildeten CIN2.
Offensichtlich, so schließen die Autoren daraus, verhalten sich CIN2 nach einer Spontanremission langfristig ähnlich wie CIN1 und bergen ein geringes Malignitätsrisiko. Diese Studienergebnisse bestätigen, dass das konservative Management von CIN2-Läsionen mit engmaschiger kolposkopisch-zytologischer Kontrolle bei Frauen unter 25 eine angemessene Initialtherapie darstellt. CW

Kommentar

Die deutsche Leitlinie „Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale“ von 2008 (zur Zeit in Überarbeitung) empfiehlt ein solches Vorgehen sogar bis zu einem Alter von 30 Jahren, da in dieser Altersgruppe die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Rückbildung besonders hoch ist.

Redaktion Gyn-Depesche
Quelle:

Wilkinson TM et al.: Recurrence of high-grade cervical abnormalities following conservative management of cervical intraepithelial neoplasia grade 2. Am J Obstet Gynecol (2015) 769.e1-7

ICD-Codes: N87.1

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