Lasertherapie bei feto-fetalem Transfusionssyndrom | Gyn-Depesche 5/2018

Kein negativer Einfluss auf die Fertilität

Die fetoskopische Lasertherapie senkt die Mortalität und Morbidität von monochorialen Zwillingen mit einem feto-fetalen Transfusionssyndrom (FFTS) erheblich. Über die mittel- und langfristigen Folgen für die Mutter war bislang jedoch wenig bekannt.

An der Universität Leiden wurde das Schicksal von 204 Frauen nach einer monochorial-diamniotischen Zwillingsschwangerschaft mehrere Jahre weiter verfolgt. In 95 Fällen lag ein FFTS vor, das mittels fetoskopischer Lasertherapie behandelt wurde. In der Kontrollgruppe verliefen Schwangerschaft und Geburt ohne FFTS oder andere Komplikationen. Alle Studienteilnehmerinnen gaben anhand eines Fragebogens Auskunft über die weitere Familienplanung, eventuelle Komplikationen bei späteren Schwangerschaften sowie psychische oder gynäkologische Probleme. Im Mittel fand die Befragung nach etwa sieben Jahren statt.
Nach einem FFTS wollten 34% der Frauen noch einmal schwanger werden. In der Kontrollgruppe waren dies nur 21%. Zur Konzeption kam es in 100 bzw. 82% der Fälle. Assistierte Reproduktionstechniken (ART) wurden dabei nur in Anspruch genommen, wenn sie auch bei früheren Schwangerschaften schon nötig waren.
Bis zur nächsten Konzeption vergingen nach einem FFTS im Schnitt zwölf Monate, nach einer komplikationslosen Zwillingsschwangerschaft 24 Monate. Besonders kurz (neun Monate) war das Intervall bei Frauen, die durch das FFTS eines oder beide Kinder verloren hatten. Hinsichtlich der Fehlgeburtsrate, des Geburtsgewichts und der maternalen Komplikationen unterschieden sich die beiden Gruppen nicht signifikant. Auch gynäkologische Auffälligkeiten wie Unterleibsschmerzen oder Blutungsunregelmäßigkeiten traten nach der fetoskopischen Lasertherapie nicht häufiger auf. Allerdings klagten nach einer FFTS-Schwangerschaft mehr Frauen über psychische Probleme (44 versus 21%). Hauptsächlich handelte es sich dabei um Angstgefühle und Trauer nach dem Verlust eines Babys. Bezog man nur diejenigen Patientinnen in die Analyse ein, bei denen beide Zwillinge überlebt hatten, verschwanden die Unterschiede. Offensichtlich, so schlossen die Studienautoren, ist nach einer fetoskopischen Lasertherapie auch mittelfristig nicht mit negativen gesundheitlichen Folgen für die Patientin zu rechnen. Auf das psychische Wohlergehen der Frau sollte jedoch – vor allem nach dem Verlust eines oder beider Feten – besonderes Augenmerk gelegt werden. CW

Quelle:

Vergote S et al.: Subsequent fertility, pregnancy, and gynecologic outcomes after fetoscopic laser therapy for twin-twin transfusion syndrome compared with normal ... Am J Obstet Gynecol 2018; 218: 447.e1-7

ICD-Codes: O43.0

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